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Harvard-Studie
USA: Vorurteile gegen Homosexuelle gehen sehr schnell zurück
In den letzten Jahren sind die Amerikaner ein wenig toleranter geworden, so das Ergebnis einer neuen Studie – in keiner Gruppe gab es einen schnelleren Meinungswandel als zu Schwulen und Lesben.

Der Hass gegen sexuelle Minderheiten, wie er etwa von der Westboro-Baptistenkirche verbreitet wird, wird in den USA immer unpopulärer (Bild: Cary Bass-Deschenes / flickr)
- 22. Januar 2019, 13:43h 2 Min.
Die gruppenspezifischen Vorurteile der amerikanischen Bevölkerung gehen in mehreren Bereichen zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Führung der Psychologin Tessa Charlesworth von der prestigeträchtigen Harvard-Universität, die allerdings auf einen Zeitraum vor der Trump-Präsidentschaft beruht. "Patterns of Implicit and Explicit Attitudes: Long-Term Change and Stability From 2007 to 2016" wurde Anfang des Jahres im Fachmagazin "Psychological Science" veröffentlicht.
Die Forscher untersuchten mehr als vier Millionen in den letzten gut zehn Jahren durchgeführte Online-Befragungen, in denen Probanden nach ihren "impliziten" und "expliziten" Vorurteilen befragt wurden. Der Unterschied zwischen den beiden Begriffen: Über explizite Vorurteile ist man sich bewusst und kann sie klar benennen, etwa wenn eine Befragter Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe als minderwertig bezeichnet. Implizite Vorurteile sind dagegen auf einer unterbewussten Ebene angesiedelt, beispielsweise wenn man sich unwohl fühlt, wenn man eine Personen mit dieser Hautfarbe sieht. In der aktuellen Studie wurden neben dem Merkmal sexuelle Orientierung auch Rasse, Hautfarbe, Alter, Behinderung und Körpergewicht berücksichtigt.
Mehr Vorurteile gegenüber Übergewichtigen
Das Ergebnis: Am schnellsten reduzierten sich laut der Studie die Vorurteile gegenüber Homosexuellen. Charlesworth berichtet, dass derartige explizite (bewusste) Vorurteile binnen eines Jahrzehnts um 49 Prozent zurückgegangen seien. Die schwieriger zu ändernden impliziten (unbewussten) Vorurteile gegen Homosexuelle hätten sich um 33 Prozent reduziert. Auch gegenüber anderen Gruppen habe es weniger explizite Vorurteile gegeben, allerdings sei der Rückgang moderater ausgefallen.
Implizite Vorurteile bauten sich langsamer ab – Vorurteile gegenüber dunkelhäutigen Menschen beispielsweise um 15 Prozent. Gegenüber Älteren und Übergewichtigen habe es sogar so gut wie keine Veränderung gegeben. Gegenüber Übergewichtigen seien die impliziten Vorurteile in diesem Zeitraum angestiegen.
Die Forscher wollen nun in einer neuen Studie nun herausfinden, warum die Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben so viel schneller zurückgegangen sind als beispielsweise gegenüber schwarzen Menschen. Informationen dazu könnten dabei helfen, Schritte in Richtung einer faireren Gesellschaft einzuleiten, so Charlesworth. (dk)














