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Harvard-Studie

USA: Vorurteile gegen Homosexuelle gehen sehr schnell zurück

In den letzten Jahren sind die Amerikaner ein wenig toleranter geworden, so das Ergebnis einer neuen Studie – in keiner Gruppe gab es einen schnelleren Meinungswandel als zu Schwulen und Lesben.


Der Hass gegen sexuelle Minderheiten, wie er etwa von der Westboro-Baptistenkirche verbreitet wird, wird in den USA immer unpopulärer (Bild: Cary Bass-Deschenes / flickr)

Die gruppenspezifischen Vorurteile der amerikanischen Bevölkerung gehen in mehreren Bereichen zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Führung der Psychologin Tessa Charlesworth von der prestigeträchtigen Harvard-Universität, die allerdings auf einen Zeitraum vor der Trump-Präsidentschaft beruht. "Patterns of Implicit and Explicit Attitudes: Long-Term Change and Stability From 2007 to 2016" wurde Anfang des Jahres im Fachmagazin "Psychological Science" veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten mehr als vier Millionen in den letzten gut zehn Jahren durchgeführte Online-Befragungen, in denen Probanden nach ihren "impliziten" und "expliziten" Vorurteilen befragt wurden. Der Unterschied zwischen den beiden Begriffen: Über explizite Vorurteile ist man sich bewusst und kann sie klar benennen, etwa wenn eine Befragter Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe als minderwertig bezeichnet. Implizite Vorurteile sind dagegen auf einer unterbewussten Ebene angesiedelt, beispielsweise wenn man sich unwohl fühlt, wenn man eine Personen mit dieser Hautfarbe sieht. In der aktuellen Studie wurden neben dem Merkmal sexuelle Orientierung auch Rasse, Hautfarbe, Alter, Behinderung und Körpergewicht berücksichtigt.

Mehr Vorurteile gegenüber Übergewichtigen

Das Ergebnis: Am schnellsten reduzierten sich laut der Studie die Vorurteile gegenüber Homosexuellen. Charlesworth berichtet, dass derartige explizite (bewusste) Vorurteile binnen eines Jahrzehnts um 49 Prozent zurückgegangen seien. Die schwieriger zu ändernden impliziten (unbewussten) Vorurteile gegen Homosexuelle hätten sich um 33 Prozent reduziert. Auch gegenüber anderen Gruppen habe es weniger explizite Vorurteile gegeben, allerdings sei der Rückgang moderater ausgefallen.

Implizite Vorurteile bauten sich langsamer ab – Vorurteile gegenüber dunkelhäutigen Menschen beispielsweise um 15 Prozent. Gegenüber Älteren und Übergewichtigen habe es sogar so gut wie keine Veränderung gegeben. Gegenüber Übergewichtigen seien die impliziten Vorurteile in diesem Zeitraum angestiegen.

Die Forscher wollen nun in einer neuen Studie nun herausfinden, warum die Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben so viel schneller zurückgegangen sind als beispielsweise gegenüber schwarzen Menschen. Informationen dazu könnten dabei helfen, Schritte in Richtung einer faireren Gesellschaft einzuleiten, so Charlesworth. (dk)



#1 Simon HAnonym
#2 feli491Anonym
  • 22.01.2019, 15:10h
  • Es wäre schön, wenn queer.de hier auch noch aufführen würde, wie es mit den Vorurteilen gegenüber trans* Menschen aussieht, zumindest der Vollständigkeit halber... (vorausgesetzt, das wurde auch gefragt, und ich wüsste nicht, warum das nicht passiert sein sollte)
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#3 SarahEhemaliges Profil
  • 22.01.2019, 16:00h
  • Antwort auf #2 von feli491
  • "Es wäre schön, wenn queer.de hier auch noch aufführen würde, wie es mit den Vorurteilen gegenüber trans* Menschen aussieht..."

    Eine absolut berechtigte Anmerkung.

    www.ipsos.com/en-us/news-polls/global-attitudes-toward-trans
    gender-people


    "A strong majority of people around the world would like their country to do more to support and protect transgender people (60%), with those in Spain (70%) and Argentina (67%) most likely to agree. Poland (39%), Hungary, and Japan (both 41%) are least likely to agree. A slim majority of respondents in the United States (51%) and France (52%) would like to see their country do more to protect and support transgender individuals. People around the world are more likely to say they believe their government needs to protect transgender people from discrimination (70%), with a majority of every country in the nationally representative markets agreeing (Argentina (84%) is most likely to agree, Poland (51%) is least likely to agree)...

    ...Six in ten people interviewed around the world (59%) believe that their country is becoming more tolerant of transgender people. This perception is strongest in Argentina (78%), Canada (78%), and Great Britain (75%). People in Sweden (73%), Australia (71%), and the United States (71%) also believe their countries are becoming more tolerant of transgender people. People in Hungary (31%), Poland (41%), and Japan (43%) are least likely to report that their country is becoming more tolerant of transgender people. In addition to a growing tolerance, a majority of people (60%) in these countries believe that transgender people are brave. People in Spain (74%), Argentina (70%), and Great Britain (69%) are most likely to agree with the sentiment that transgender people are brave, while those in Japan (38%) and Hungary (48%) are least likely to agree with this statement. A majority of people in the United States also believe that transgender people are brave (57%)."

    Aber natürlich gibt es unter dem herrschenden backlash auch die andere Seite:

    eu.usatoday.com/story/news/nation/2018/01/25/tolerance-takes
    -hit-americans-less-accepting-lgbt-people-2017-survey-shows/
    1062188001/


    Die Mordrate an Transfrauen in den USA spricht immer noch eine eigene Sprache. Gleichzeitig gab letztens in einer Umfrage jeder 5. U.S-Amerikaner an, einen Transmenschen zu kennen.

    Beide Entwicklungen - sowohl die positiven als auch die negativen - sind einer grossen und selbstbewussten Sichtbarkeit unserer community geschuldet.

    Insgesamt ist zu sagen, dass die Akzeptanz dort am grössten ist, wo es trans-positive Gesetze gibt und starke staatliche Repression gegen Menschenrechtsverletzungen - siehe Argentinien und Kanada.

    Zu Deutschland fehlen Erhebungen, die einen differenzierteren Blick möglich machen würden.

    Vielleicht hilft Dir das weiter.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 23.01.2019, 05:56hBerlin
  • Das mag auf Großstädte zutreffen, aber nicht auf das ländliche Amerika, vor allem nicht aus dem "Bibelgürtel"! Da wird immer noch gegen Homosexuelle gehetzt, passieren Morde an Homosexuellen und Transsexuellen, und in vielen der Staaten ist die "Gay Panic"-Verteidigung immer noch erlaubt!
    Geh mal nach Virginia, Idaho, Utah, Kentucky oder Mississippi, oute dich als schwul oder trans, und du wirst sehen, wie schnell du diskrimminiert und angepöbelt wirst!
    Da würde ich meinen fetten Hintern drauf verwetten!
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