Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32812

Uni Genf

Studie: Gleichbehandlung der Geschlechter führt zu Homophobie

Die zunehmende Gleichstellung der Geschlechter führt laut schweizerischen Wissenschaftlern dazu, dass sich traditionell orientierte Männer in Homo-Hass flüchten.


Die gemeine Hete hat es ja wegen der Gleichberechtigung sooo schwer…. (Bild: WEBN-TV / flickr)

Viele Männer fühlen sich durch die fortschreitende Gleichbehandlung von Frauen verunsichert. Weil sie sich seit der Frauenbewegung der Sechzigerjahre immer weniger vom "typisch Weiblichen" abgrenzen könnten, grenzten sie sich auf aggressive Art von Schwulen ab. Das ist die These einer Studie der Universität Genf, die in der neuesten Ausgabe des amerikanischen Fachmagazins "Sex Roles" veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler unter Führung des Psychologieprofessors Juan Manuel Falomir-Pichastor wollten herausfinden, ob Männer auf die wahrgenommene "Verweiblichung" (Feminization) des "starken Geschlechts" mit Homophobie reagieren. Insgesamt 220 heterosexuelle Männer nahmen an der Studie teil. Die Forscher konfrontierten einen Teil der Probanden mit der Tatsache, dass Männer heutzutage noch nie so "weiblich" gewesen seien, etwa weil sie Gefühle zeigten und in der Familie vermehrt traditionell weibliche Aufgaben bei der Kindererziehung übernehmen würden. Daraufhin befragten sie die Probanden zu ihrer Einstellung gegenüber Homosexuellen.

Das Ergebnis: Die Gruppe, die mit der eigenen "Verweiblichung" konfrontiert worden war, reagierte im Fragebögen homofeindlicher und betonte die eigene Heterosexualität. Die machohafte Abgrenzung von Frauen – bzw. den Frauen zugeschriebenen Eigenschaften – bezeichneten die Forscher als "antifeminine Norm". Eine Vergleichsgruppe, mit denen die Forscher das Thema "Verweiblichung" von Männern nicht vor Ausfüllen des Fragebogens besprochen hatte, reagierte in den Antworten gelassener auf das Thema Homosexualität.

Laut Falomir-Pichastor fühlen sich traditionell orientierte heterosexuelle Männer insbesondere von schwulen Männern bedrängt, weil diese laut den geläufigen Klischee "die Geschlechtsidentität verletzen, indem sie die Weiblichkeit des Mannes" verkörperten, so Professor Falomir-Pichastor. In einer zunehmend gleichberechtigten Welt könnten diese Männer ihre gefühlte Überlegenheit gegenüber dem "Weiblichen" ausspielen, indem sie sich von Homosexualität absetzten.

"Traditionelle" versus "moderne" Hetero-Männer

Es gebe laut der Studie große Unterschiede zwischen "traditionellen" Männern, die mit der neuen geschlechtergerechten Welt nicht zurechtkämen und ihre Männlichkeit mit Konstrukten aus dem letzten Jahrhundert verteidigten, und "modernen" Männern. Diese kämen mit der "Verweiblichung" besser klar und hätten auch eine tolerante Einstellung gegenüber sexuellen Minderheiten.

Diese Ergebnisse zeigten, dass westlichen Gesellschaften noch immer "widerwillig" Homo-Rechte akzeptierten, und erklärten, warum viele Gesellschaften zwar die Gleichbehandlung von Frauen vorantreiben, aber noch immer an der Diskriminierung von Homosexuellen festhalten würden. "Je näher wir der Gleichbehandlung der Geschlechter kommen, je schwieriger wird wird es für 'traditionelle Männer', diese Gleichbehandlung zu bewältigen und gleichzeitig ihre Männlichkeit zu konstruieren", erklärte Professor Falomir-Pichastor. "Weil sie sich nicht mehr von Frauen absetzen können, sehen sie Homophobie als einen Weg, ihre Männlichkeit wiederherzustellen." (dk)



#1 SoSoAnonym
  • 23.01.2019, 13:37h
  • Vielleicht sollte Falomir besser von althergebracht erzogenen bzw mangelhaft aufgekärten Männern als von "traditionellen" vs "modernen" Männern sprechen.
    Denn diese Leute fallen ja nicht vom Himmel.
    Kein Wunder dass AfD und DfA solche Sorgen haben, frühkindliche Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie Geschlechtergerechtigkeit diesen "traditionellen Männern" das Wasser abgräbt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ith__Ehemaliges Profil
  • 23.01.2019, 13:57h
  • Bedauernswertes, gebeuteltes Subjekt. Nicht bloß, dass man von ihnen erwartet, einigermaßen saubere Unterwäsche für die Partnerin richtig herum zu tragen, jetzt sollen sie das Zeug sogar IN einer Beziehung noch selbst waschen.
    Geht halt gar nicht.

    Abgrenzung von schwulen Pärchen, in denen sich zwangsläufig mindestens ein Mann um die Wäsche kümmern muss (immer neu kaufen wird irgendwann doch zu teuer), ist von daher dringend notwendig. Da werden bloß nachteilige Präzedenzfälle geschaffen.
    Wahrlich eine Katastrophe.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SarahEhemaliges Profil
  • 23.01.2019, 14:41h
  • So was Dummes aber auch - sich SELBST über die Abgrenzung zu Anderen zu definieren, anstatt sich über SEIN SELBST zu definieren. In der eigenen Weltsicht und Wahrnehmung selbstverständlich dann eine Abgrenzung über etwas, das man als "Minderwertiges" definiert, man muss sich ja irgendwie aufwerten. So funktioniert "Privilege".

    Und wenn dieses "Minderwertige" (Frauen) nicht mehr mit macht und sich emanzipiert, muss man sich für die Abgrenzung halt was anderes "Minderwertiges" suchen.

    DAS haben sie jetzt nach immerhin fast 4 Generationen Feminismus in 70 Jahren gelernt-? Wow.

    Die müssen doch immer noch von anderen gefüttert werden, immer noch müssen andere sie dazu anhalten, die Kleidung mal zu wechseln oder sich zu waschen und immer noch müssen andere hinter ihnen aufräumen.

    Die Armen (sic)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 JaJaAnonym
  • 23.01.2019, 14:45h
  • Antwort auf #1 von SoSo
  • Vielleicht solltest du genauer hinsehen bzw. genauer hinhören, was die sogenannten "modernen" Männer so äußern oder wie sie sich verhalten.
    Das Muster, das im Artikel beschrieben wird, finde ich auch bei modernen Männern.

    Einer zum Beispiel: ca. vier Jahre älter als ich, also noch nicht zur "alten" Generation zählend, beklagte sich sage und schreibe 4 Stunden(!) lang über seine zerbrochene Ehe, und am Ende schlussfolgerte er, dass das eine Auswirkung aufgrund der Gleichheit sei, und die "neue Toleranz gegenüber Homosexuellen" würde Heterosexualität wertlos machen.

    Na, was ist das, wenn nicht ein Konkurrenzdenken und eine Art Minderwertigkeitsgefühl eines modernen Mannes?
    Bei Hetero-Männern findest du das andauernd und das ist ein Problem - für Hetero-Frauen.

    Möchtest du erfahren wie viele Frauen ich kennen lerne, die zwar hetero sind, aber trotzdem nach einer Frau suchen?
    Du möchtest das gar nicht wissen, weil du lieber in deinem Teller schwimmst anstatt mal über den Tellerrand zu schauen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SoSoAnonym
  • 23.01.2019, 15:30h
  • Antwort auf #4 von JaJa
  • Mir scheint Du hast meine Einlassung nicht verstanden und/oder die Aussage des queer Artikels.
    In welchem Teller ich schwimme lässt sich hier in keiner Weise abschätzen.
    Der Typ von dem Du da berichtest gehört unabhängig von seinem physischen Alter nicht zu den "modernen" Männern.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 schwulenaktivist
  • 23.01.2019, 15:37h
  • Schadenfreude hat in diesen Diskussionen von allen Seiten nichts beizutragen!
    Es geht nicht um die "Weiblichkeit des Mannes" sondern um diejenige "im Mann"! Erstere "kann abgelegt" werden, letztere "wächst im Mann heran..."
    (sh. E. Badinter. Sie wies schon auf die Opposition des Männlichen im Mutterbauch hin!)
    Nicht alle Frauen mögen dies, nach all den Mühen... ;)
    Peter Schellenbaum änderte sein Buch von 1980 "HS des Mannes" in "HS im Mann" 1991 um!
    Schon Freud bemerkte, dass auch die Heterosexualität der Erklärung bedürfe!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 DominikAnonym
  • 23.01.2019, 16:14h
  • Nicht die Gleichbehandlung ist das Problem, sondern die ideologische Überzeichnung dessen, nämlich aus Unterschieden einen verschwurbelten Einheitsbrei zu machen, womit sich am Ende nur niemand mehr identifizieren kann. Dafür brauche ich keine wissenschaftlichen Belege, der gesunde Menschenverstand reicht mir da schon, um das zu verstehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 KaiiAnonym
  • 23.01.2019, 16:25h
  • Der Titel so:
    "Gleichbehandlung der Geschlechter"

    Das Team an Wissenschaftler*innen (oder wurde hier bewusst nicht gegendert, weil nur Männer?) so: bla bla"... Tatsache, dass Männer heutzutage noch nie so "weiblich" gewesen seien, etwa weil sie Gefühle zeigten und in der Familie vermehrt traditionell weibliche Aufgaben bei der Kindererziehung übernehmen würden."

    Klar, ist genau das selbe und die "Konfrontation" ist überhaupt nicht überprovokant.

    Toller Artikel... NICHT!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 la_passanteAnonym
  • 23.01.2019, 16:26h
  • Es ist nur ein klener Schritt von solchem narzisstischen Lamento hin zur offenen Gewalt der "incels" und Schwulenhasser wie man sie in den USA sieht.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Homonklin44Profil
  • 23.01.2019, 16:26hTauroa Point
  • Vielleicht ist es dann auch endlich mal an der Zeit, mit dieser "Tradition"zu brechen, und auch mit Jener, die alle Weiblichkeit, sogar die Vermeintliche, als irgend etwas Zweitklassiges oder Bedrohliches hinstellt.

    Die Gleichbehandlung von Frau und Mann dafür verantwortlich zu zeichnen, dass festgefahren denkende Macho-Typen sich als nicht mehr Mann genug empfinden, ist fast etwas schnell daher geschlossen.
    Anstatt Homophobie müsste ja eher eine Art Feminaphobie entstehen. Hängt wohl stark vom jeweils vertretenen Schwulenbild ab.

    Da müsste man erst einmal fragen, was für ein Problem habt ihr eigentlich mit Frauen und Frauen zugeordneten Verhaltensweisen.
    Und was ist schlimm etwa an Fürsorglichkeit, Gefühlsamkeit, Liebe und Sinnlichkeit? Tendenzen, die Geschlechter übergreifend vorkommen.
    Vielleicht ist der "traditionelle" Mann bloß mit der Realität der Welt überfordert. Tja, Rübezahl, Macker im Hause und Keule schwingen ist halt auch schon ne Weile her.
  • Antworten » | Direktlink »