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USA

Offen schwuler US-Bürgermeister will gegen Trump antreten

Pete Buttigieg ist Bürgermeister einer Stadt der Größe Kaiserslauterns. Er gilt als Außenseiter im internen Rennen der Demokraten.


Pete Buttigieg würde gerne Anfang 2021 mit seinem Ehemann ins Weiße Haus einziehen (Bild: City of South Bend, Indiana)

Ein schwuler US-Bürgermeister will bei der Wahl 2020 gegen Präsident Donald Trump antreten. Der 37-jährige Pete Buttigieg, Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana, gab am Mittwoch seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bekannt. Er wäre der erste offen homosexuelle Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

"Unser Land braucht jetzt einen frischen Start", sagte Buttigieg in einem zweiminütigen Webvideo. Er nannte darin Trump nicht beim Namen, prangerte aber die Zustände in Washington an: "Die Korruption, die Kämpfe, das Lügen, die Krise. Das muss aufhören."

Buttigieg kämpft um queere Stimmen

In einem weiteren Video wandte er sich direkt an die queere Community. Er erklärte, er gehöre der ersten Generation von Politikern an, in der sich jemand "mit seinem Ehemann an seiner Seite" um die Präsidentschaft bewerben können.

Buttigieg ist überregional in den USA bislang wenig bekannt. Der Absolvent der Eliteuniversität Harvard steht der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend seit sieben Jahren vor. Von dem Amt nahm er eine siebenmonatige Auszeit, um als Soldat in Afghanistan zu dienen. Vereinzelt trat er in nationalen Fernsehen auf – etwa in der Late-Night-Show von Seth Meyers im Jahr 2017, in der er über sein Coming-out sprach.

Als Bürgermeister hat sich Buttigieg einen guten Ruf erworben. Ihm wird ein Anteil daran zugeschrieben, dass es in South Bend wirtschaftlich wieder aufwärts ging. In das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten steigt Buttigieg jedoch als Außenseiter ein. In den vergangenen Wochen hat bereits eine ganze Reihe von wesentlich bekannteren Demokraten ihre Bewerbung erklärt.

Dazu gehören die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris and Kirsten Gillibrand und der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro. Die Zahl der Bewerber um die Kandidatur gegen Trump dürfte in den kommenden Monaten weiter deutlich anwachsen.

So könnten etwa Ex-Vizepräsident Joe Biden, der im Ringen um die Kandidatur 2016 knapp unterlegene Senator Bernie Sanders, der durch die jüngsten Kongresswahlen zu landesweiter Berühmtheit gelangte texanische Ex-Abgeordnete Beto O'Rourke sowie der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg in das Rennen einsteigen.

Kontoverse um Ex-Homo-Hasserin

Kontrovers diskutiert wird die vor kurzem bekannt gegebene Kandidatur der demokratischen US-Abgeordneten Tulsi Gabbard aus Hawaii. Sie hatte Anfang der Nullerjahre als junge Frau für die homophobe Organisation ihres Vaters gearbeitet, die Homosexualität als "ungesundes, abnormes Verhalten" bezeichnet hatte. 2012 hatte sich die heute 37-Jährige für ihre homophoben Äußerungen und Aktivitäten aus der Vergangenheit entschuldigt und behauptet nun, ihre Meinung zum Thema um 180 Grad geändert zu haben.

Direktlink | CNN-Bericht über die früheren homophoben Äußerungen

Bei den Republikanern gab es bereits einen offen schwulen Präsidentschaftskandidaten: 2011/12 hatte sich der frühere Reagan-Wahlkampfmanager Fred Karger bei den republikanischen Vorwahlen um die Präsidentschaft beworben (queer.de berichtete). Am Ende schaffte er es aber nicht in die großen TV-Debatten – sein größter Erfolg war ein fünfter Platz bei den republikanischen Vorwahlen in Puerto Rico. (AFP/dk)