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"Bohemian Rhapsody"-Regisseur

Erneut Missbrauchsvorwürfe gegen Bryan Singer

Der offen bisexuelle Regisseur weist einen Bericht über Vorwürfe von vier jungen Männern als "homophoben Schmutzartikel" zurück.


Bryan Singer gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren in der Traumfabrik Hollywood. Zu seinen Werken gehören die "X-Men"-Reihe oder international erfolgreiche Filme wie "Superman Returns", "Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat" und "Die üblichen Verdächtigen". Zuletzt war er für "Bohmemian Rhapsody" verantwortlich (Bild: Gage Skidmore / flickr)

  • 24. Januar 2019, 11:16h, noch kein Kommentar

Der 53-jährige Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Bryan Singer wehrt sich gegen neue Missbrauchsvorwürfe, die vom Magazin "The Atlantic" veröffentlicht wurden. In dem Artikel werfen vier Männer dem offen bisexuellen Hollywood-Granden vor, sie in ihrer Jugend sexuell missbraucht zu haben, drei davon anonym. Insgesamt hätten die an dem Artikel beteiligten Journalisten zwölf Monate lang zu dem Thema recherchiert und mit 50 Informanten gesprochen, darunter die vier neuen Beschuldiger.

Zwei Männer, die anonym bleiben wollen, beschuldigen Singer in dem Artikel, mit ihnen 1997 Sex gehabt zu haben, als sie 15 bzw. 17 Jahre alt waren (Singer war damals Anfang 30). In Kalifornien liegt das Schutzalter für einvernehmlichen Sex bei 18 Jahren, alles darunter gilt als "statutory rape", also als eine "gesetzmäßige Vergewaltigung".

Ein Mann, Victor Valdovinos, wirft Singer vor, ihm 1998 in die Hose gegriffen zu haben – der Regisseur habe dann angefangen zu onanieren. Der Vorfall soll sich am Set von Singers Film "Der Musterschüler" zugetragen haben, bei den Valdovinos eine Statistenrolle übernommen hatte.

Ein weiterer junger Mann behauptet in dem Artikel, dass Singer regelmäßig seine Hand in die Hose von Jugendlichen stecken würde. Außerdem würde er diese mit Alkohol und Drogen gefügig machen, um sie zum Sex zu überreden.

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Singer: "Homophober Schmutzartikel"

Der Regisseur wies im Branchenmagazin "Deadline" alle Anschuldigungen empört zurück. Den "Atlantic"-Bericht bezeichnete er als einen "homophoben Schmutzartikel". Anlass sei schlicht, dass das Magazin den Erfolgs seines Films "Bohemian Rhapsody" ausnutzen wolle. Das Queen-Biopic ist für mehrere Oscars nominiert (queer.de berichtete). Singer wurde während der Produktion des Films wegen unentschuldigter Abwesenheit und Streitigkeiten mit dem Team durch einen anderen Regisseur ersetzt, wird aber im Abspann als einziger Regisseur genannt.

Singer verwies darauf, dass das Magazin "Esquire" bereits im Oktober letzten Jahres einen derartigen Artikel veröffentlichen wollte. Vor der Veröffentlichung wehrte sich der Regisseur mit scharfen Worten gegen jegliche Missbrauchsvorwürfe (queer.de berichtete). Daraufhin verzichtete "Esquire" auf die Veröffentlichung, laut Singer, weil die Beschuldiger einfach nicht glaubwürdig seien. Es sei schade, dass "The Atlantic" so schlecht recherchiert habe, sagte der Regisseur. Erneut müsse er sich damit gegen Vorwürfe wehren, die auf absurden Klagen beruhe.

Damit bezieht sich Singer auf Anschuldigungen von zwei jungen Männern aus dem Jahr 2014. Sie warfen dem Regisseur sexuellen Missbrauch vor – eines der angeblichen Opfer gab aber später zu, gelogen zu haben, und entschuldigte sich bei Singer. Der andere Mann zog seine Klage ebenfalls zurück (queer.de berichtete).

Ende 2017 reichte ein Mann im Rahmen der MeToo-Debatte eine Klage ein, der den Starregisseur beschuldigte, ihn im Jahr 2003 vergewaltigt zu haben, als er erst 17 Jahre alt gewesen sei. Singer ließ damals über einen Sprecher alle Anschuldigungen dementieren und kündigte eine Gegenklage wegen falscher Anschuldigungen an (queer.de berichtete). Einen Gerichtstermin gibt es in diesem Fall bislang noch nicht. (dk)