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Politiker fordern, Fördergelder zu streichen

Italien: Kritik an homophober Überschrift in konservativer Zeitung

Der "Libero" beklagte auf seiner Titelseite, dass die Wirtschaftsleistung abnehme, während die Zahl der Homosexuellen zunehme.


Die Zeitung "Libero" wird wegen dieser Überschrift scharf kritisiert

Die italienische Tageszeitung "Libero" hat am Mittwoch mit einer Überschrift auf der Titelseite für Empörung gesorgt. Einen Bericht über die schlechte Wirtschaftslage im Land betitelte die konservative Zeitung mit den Worten: "Es gibt wenig zu feiern: Staatseinnahmen und Bruttosozialprodukt nehmen ab, aber Homosexuelle nehmen zu".

In dem kurzen Artikel wird beklagt, mit welchen Widrigkeiten Unternehmer im Land zu kämpfen hätten. Dies wird gegenübergestellt mit der angeblich wachsenden Zahl von Homosexuellen: "Die einzigen, die die Krise nicht spüren, sind Homosexuelle: sie nehmen andauernd zu."

Die LGBTI-Organisation Arcigay kritisierte, mit dieser Überschrift stachele der "Libero" zum Hass gegen Schwule und Lesben auf. Die Wirtschaftslage habe nichts mit der wachsenden Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben zu tun, wie sie in einem seperaten Artikel im Innern der Zeitung korrekt wiedergegeben werde. Die vom Journalisten Vittorio Feltri, einem erklärten Fan von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, gegründete Zeitung wolle aus politischen Gründen Stimmung gegen bestimmte Gruppen machen – neben Homosexuellen seien auch Migranten, Muslime und Frauen Ziel des Blattes.

EDITORIA, ARCIGAY CONTRO TITOLO LIBERO: "INSINUAZIONE BECERA, NON INFORMAZIONE. COSì SI SOLLETICA L'ODIO TRA LE PERSONE"…

Gepostet von Arcigay am Mittwoch, 23. Januar 2019
Facebook / Arcigay

MdEP: "Libero" will "Angst und Verunsicherung" verbreiten

Auch Politiker übten Kritik an der Zeitung und riefen dazu auf, ihr öffentliche Fördergelder zu streichen (anders als in Deutschland erhalten Presseorgane direkte Fördergelder in Millionenhöhe vom Staat). Der sozialdemokratische Europaabgeordnete Daniele Viotti beklagte etwa, dass die Zeitung "falsche Botschaften" verbreitet, um "Angst und Verunsicherung" unter Italienern zu schüren. Das sei genau der Modus Operandi der rechtsextremen Regierungspartei Lega Nord.

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Gepostet von Monica Cirinnà am Mittwoch, 23. Januar 2019
Facebook / Monica Cirinnà | Die sozialdemokratische Senatorin Monica Cirinnà schlägt vor, den "Libero" künftig für andere Dinge zu verwenden

Doch selbst aus der nicht gerade LGBTI-freundlichen Regierung gab es Kritik am "Libero". Politiker der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung, die gemeinsam mit der Lega Nord über die Mehrheit im Parlament verfügt, kritisierten die Tageszeitung aus Mailand. Senator Vito Crimi erklärte etwa im "Corriere della Sera", dass die Aussage homophob sei. Parteichef und Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio kritisierte, dass die Zeitung "dumme Sachen" schreibe. Der stellvertretende Außenminister Manlio Di Stefano erklärte auf Twitter, derartige Berichterstattung stachele Diskriminierung und Hass an. Dazu nutzte er den Hashtag #NonLeggoLibero (Ich lese "Libero" nicht).

Twitter / ManlioDS

Pietro Senaldi, der Chefredakteur des "Libero", wehrte sich in einem Fernsehinterview am Mittwoch gegen die Homophobievorwürfe. Im Berlusconi-nahen Privatsender "La7" behauptete er, dass die Überschrift schlicht falsch verstanden worden sei – und man den Anstieg von Homosexuellen als etwas Positives darstellen wolle. Diese Aussage wurde aber von Kritikern als Schutzbehauptung aufgeführt – LGBTI-Aktivisten verwiesen darauf, dass der Beginn der Headline "Es gibt wenig zu feiern" kaum positiv zu bewerten sei. (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 24.01.2019, 14:14h
  • Schwule schädlich für die Wirtschaft? Klar, deswegen werden wir ja auch von solchen Wirtschaftswundern wie Uganda, dem Iran und Russland abgehängt.
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#2 Simon HAnonym
  • 24.01.2019, 14:33h
  • Da wird ein Bezug zwischen den beiden Aussagen hergestellt und deshalb ist das diffamierend und verleumderisch.
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#3 Ralph
  • 24.01.2019, 20:38h
  • Das ist doch genau die Stimmungsmache, wie auch Sigmar Gabriel und Sahra Wagenknecht sie betreiben: Schwule und Lesben kriegen immer mehr Rechte, und darüber wird vergessen, wie schlecht es den "normalen" Leuten geht, deren Interessen über all dieser Luxusminderheitenpolitik ins Hintertreffen geraten.
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