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USA

Früherer Homo-"Heiler" sucht einen Boyfriend

Einst war David Matheson einer der prominentesten Homo-"Heiler" der Mormonen-Sekte – jetzt hat er sich geoutet und sucht nach der großen Liebe.


David Matheson versuchte 20 Jahre lang, Männer vom schwulen Datingmarkt zu entfernen – jetzt sucht er selbst ein Date

David Matheson, einer der bekanntesten Homo-"Heiler" der USA, hat sich als schwul geoutet. Gleichzeitig hält der überzeugte Mormone aber an seinem Glauben fest und verteidigt Menschen, die sich von ihrer Homosexualität "heilen" lassen wollen. Die aus Utah stammende Ikone der Ex-Gay-Bewegung versuchte seit 1996, Homosexuelle zu "heilen". Der an einer mormonischen Universität ausgebildete Partnerschaftsberater ist Autor des Buches "Becoming a Whole Man", in dem er Schwulen vorwirft, keine richtigen Männer zu sein.

Die LGBTI-Organisation "Truth Wins Out" hatte am Sonntag erstmals über das Coming-out Mathesons berichtet. Auf der Website der Gruppe, die gegen die Ex-Gay-Bewegung kämpft, verteidigt der Neu-Schwule sowohl seine jahrelange Arbeit als Homo-"Heiler" als auch seine Ehe mit einer Frau: "Meine Zeit in einer heterosexuellen Ehe und in der 'Ex-Gay'-Welt war authentisch und ernst gemeint und ein großer Segen für mich", so Matheson. Er und viele andere hätten sich in dieser Welt positiv weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklung habe aber bei ihm nicht mehr funktioniert – und daher habe er einen anderen Weg gesucht. "Jetzt entscheide ich mich, das Leben eines schwulen Mannes zu leben."

Schwules Leben wurde "nicht-verhandelbares Bedürfnis"

Auf seiner Facebookseite bestätigte Matheson am Dienstagmorgen, dass er als schwuler Mann leben werde. "Ich habe gemerkt, dass ich es nicht mehr vermeiden will, in einer intimen Beziehung mit einem Mann zu sein. Das ist zu einem nicht-verhandelbaren Bedürfnis geworden." Gleichzeitig versicherte er, dass er nicht "aufgegeben" habe und "Ehen zwischen einer gleichgeschlechtlich orientierten Person und einer heterosexuellen Person" nicht verurteile.

In sozialen Netzwerken hagelt es Kritik an Matheson, weil er sich nicht für seine Arbeit als Homo-"Heiler" entschuldigt hat und weiterhin die Ex-Gay-Bewegung verteidigt. Dabei sind sich Wissenschaftler heutzutage praktisch einig sind, dass "Heilung" von Homosexualität nicht möglich ist und entsprechende "Therapien" Menschen in die Depression oder gar den Selbstmord treiben. Der Weltärztebund stellte bereits 2013 fest, dass Homo-"Heiler" Menschenrechte verletzten (queer.de berichtete).

Viele ehemalige Ex-Gay-Aktivisten haben sich inzwischen für ihre Tätigkeiten entschuldigt. Vor fünfeinhalb Jahren löste sich etwa Exodus International, die größte Homo-"Heiler"-Organisation der Welt, auf – und der Chef der Gruppe schrieb einen langen Entschuldigungstext mit der Überschrift "I Am Sorry". Darin bedauerte er, so vielen Menschen Schaden zugefügt zu haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 TomDarkProfil
  • 25.01.2019, 16:20hHamburg
  • Schon wieder so einer, der

    "Schwulen vorwirft, keine richtigen Männer zu sein."

    Und dazu noch einer, der sich nach einer Karriere als Homo-Heiler als schwul outet.

    Leute, wenn man mit sich selbst nicht klar kommt, dann kann man sich professionelle Hilfe holen!

    Aber seine Minderwertigkeitskomplexe damit zu kaschieren, dass man sie auf andere Menschen projiziert und sie damit diffamiert und diskreditiert, das bringt einfach nichts!
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#2 Alexander_FAnonym
  • 25.01.2019, 16:49h
  • Ein erster Schritt ist damit gemacht. Dafür kann man ihn schon mal beglückwünschen. Immerhin erfordert das auch einigen Mut.

    Hoffentlich bleibt der nächste Schritt aber nicht aus und Herr Matheson entschuldigt sich für seine langjährigen Aktivitäten. Das wäre etwas, was man durchaus erwarten könnte.

    Also komm schon, Dave: wer A sagt, muss auch B sagen. Soviel Arsch in der Hose wirst du wohl noch haben.
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#3 Patrick SAnonym
  • 25.01.2019, 17:04h
  • Nach dem er sich geoutet hat und danach jedem mit einem Mindestmaß an Verstand klar sein dürfte, dass seine "frühere Arbeit" völlig sinnbefreit und unwirksam war, sollte ihm jemand den Prozess machen, für hundertfach verursachtes Leid gegenüber Jugendlichen Homosexuellen, die nicht in der Lage waren, sich gegen die Zwangseinweisung in das Homoheilercamp zu wehren und psychischer und physischer Folter ausgesetzt wurden.
    Einfach nur widerlich solche Personen.
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#4 RapfeAnonym
  • 25.01.2019, 17:21h
  • Traurig für ihn dass er sich selber so lange verleugnet hat und ein Stück weit mag auch sein Umfeld dazu beigetragen haben dass er so wurde wie er ist/ war...ein verkorkster, unsicherer und sich selbst verleugnender angeblicher Heiler.
    Das entschuldigt aber nicht dass was er anderen schwulen Männern und Jungs angetan hat, er hat aktiv psychischen Missbrauch begangen.
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#5 Sukram712Anonym
  • 25.01.2019, 18:18h
  • Vermutlich hat er als "Homo-Heiler" immer versucht, den jungen Männern die böse Homosexualität auszusaugen... :D
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#6 queergayProfil
  • 25.01.2019, 22:18hNürnberg
  • An seinem mormonischen Glauben will er ja dennoch festhalten. Jeder kann sich ja sowieso den optimalen, zu ihm persönlich passenden Glauben zurechtlegen oder konstruieren.
    Der Mensch ist frei und sollte sich unbedingt von keinen anderen selbsternannten Religionsautoritäten, Gurus, Predigern, Imamen, Propheten, Klugrednern die Lebensgestaltung vorschreiben lassen.
    Von Gay Mormons gibt es viele religiöse Erotik-Videos im Netz.
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#7 Gerlinde24Profil
  • 26.01.2019, 09:11hBerlin
  • Als ehemaliges Mitglied des Mormonenkultes, weiß ich, warum er so denkt! Es ist das Schizophrenie an diesem Kult, dass Mormonen lernen, zwei Leben zu leben: Eines für Familie und Gemeinde, und ein geheimes, wirkliches Leben.
    Er hat Angst, alles zu verlieren dadurch, dass er sich geoutet hat. Eine Angst, die nicht unbegründet ist, wollen Mormonen doch eher Roboter als wirkliche Menschen.
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#8 Gerlinde24Profil
#9 Alexander_FAnonym
  • 26.01.2019, 10:39h
  • Antwort auf #8 von Gerlinde24
  • So viel steht nicht auf dem Spiel, jedenfalls nicht mehr. Seine Glaubwürdigkeit seinen Glaubensbrüdern und -schwestern gegenüber hat er ohnehin restlos verspielt, diejenige gegenüber dem Rest der Gesellschaft könnte er damit aber nur gewinnen.

    Aber nun gut, wir haben mit David Berger ja gesehen, dass manche halbherzige Abschiede von der religiösen Welt leicht wieder in einen Rückfall ins Reaktionäre münden können.

    Es wäre wünschenswert, wenn das bei ihm nicht geschähe.
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#10 TheDadProfil
  • 27.01.2019, 01:03hHannover
  • Antwort auf #7 von Gerlinde24
  • ""Er hat Angst, alles zu verlieren dadurch, dass er sich geoutet hat.""..

    Teil eines solchen ComingOutes müßte doch eigentlich sein die Versicherungsbeiträge für die vergangenen 20 Jahre an eine LGBTTIQ*-Organisation zu spenden, und auf die entsprechenden Rentenzahlungen zu verzichten ?

    ""Mormonenkultes""..

    Ich wußte gar nicht das die
    ""Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage""
    hier als "Kult" durchgeht ?

    Sekten bleiben Sekten..
    Das gilt für die RKK und sämtliche durch sie beeinflußte Ableger..
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