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Berlin

Premiere: Erzbischof Koch bei stillem Gedenken an homosexuelle NS-Opfer

Bei der traditionellen Gedenkveranstaltung am Homo-Mahnmal wird neben viel Polit-Prominenz erstmals ein katholischer Bischof teilnehmen.


Erzbischof Heiner Koch wird am Sonntag der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus gedenken (Bild: Martin Rulsch, Wikimedia Commons / wikipedia)

Anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz laden der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Sonntag wie in den Vorjahren zu einem stillen Gedenken am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein. Dieses Jahr haben laut LSVD mehr als 100 Engagierte aus Politik und Zivilgesellschaft ihre Teilnahme angekündigt, darunter auch erstmals der Berliner Erzbischof Heiner Koch.

Koch hatte sich in den letzten Jahren mit widersprüchlichen Äußerungen über Schwule und Lesben hervorgetan. So sagte er etwa vor rund vier Jahren, dass Homosexuelle nicht pauschal Sünder seien (queer.de berichtete). Im selben Jahr bezeichnete er Homosexualität aber auch als "beschränkt" und nicht "gelungen" (queer.de berichtete). Außerdem machte er Stimmung gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht (queer.de berichtete).

Seit seiner Amtseinführung in Berlin 2015 stand Koch allerdings in stetem Kontakt mit LGBTI-Aktivisten. Bei diesen Gesprächen zeigte sich der katholische Würdenträger entsetzt über das Schicksal von queeren Flüchtlingen (queer.de berichtete).

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Bundestags-Vize und Bundesminister kündigen sich an

Als weitere hochrangige Gäste haben sich unter anderem die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Die Linke), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Bürgermeisterin Ramona Popp (Grüne), Bürgermeister Klaus Lederer (Die Linke) sowie der Fraktionschef der Berliner FDP, Sebastian Czaja, angekündigt.

Sie wollen daran erinnern, dass die Nationalsozialisten Homosexualität für eine "widernatürliche Veranlagung" hielten, für eine den so genannten "Volkskörper" schädigende "Seuche", die "auszurotten" sei. Schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden im März 1933 die lesbischen und schwulen Lokale Berlins geschlossen. Die vollständige Infrastruktur der ersten deutschen Homosexuellenbewegung, Lokale, Vereine, Verlage sowie Zeitschriften wurden aufgelöst, verboten, zerschlagen und zerstört. Im Herbst 1934 setzte die systematische Verfolgung homosexueller Männer ein.

Alle Menschen sind herzlich eingeladen, sich an dem gemeinsamen stillen Gedenke zu beteiligen. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass gerne auch Blumen und Kerzen mitgebracht werden können. (pm/dk)



#1 Bonifatius49Anonym
  • 25.01.2019, 18:21h
  • Koch ist in der Tat "zwiespältig" zu bewerten. Gleiches gilt für Woelki in Köln.

    Reformbefürworter der Sexualmorallehre und Unterstützer eines Reformkurses im deutschen römisch-katholischen Episkopat sind Bischof Bode im Bistum Osnabrück, Bischof Feige im Bistum Magdeburg, Erzbischof Ackermann im Erzbistum Trier, Bischof Wilmer im Bistum Hildesheim, Bischof Neymeyr im Bistum Erfurt oder auch Erzbischof Marx im Erzbistum München.

    Aber es gibt auch das andere Lage um Bischof Oster im Bistum Passau, Bischof Voderholzer im Bistum Regensburg, Bischof Hanke im Bistum Eichstätt, Bischof Ipolt im Bistum Görlitz oder auch Bischof Zdsara im Bistum Augsburg.

    Ich gehe aber davon aus, das es wohl unter Papst Franziskus nicht zu einer Reform des Katechismus und der Sexualmorallehre "mehr" kommen wird.

    Es erfolgte schon die Reform bei den wiederverheirateten Katholiken nach Scheidung zu den Sakramenten und die Zulassung von evangelischen Ehepartnern von Katholiken zur Eucharistie mit Verabschiedung entsprechender Handreichungen. Auch das kirchliche Arbeitsrecht wurde dergestalt reformiert, das keine automatische arbeitsrechtliche Kündigung von verheirateten homosexuellen Mitarbeitern mehr erlaubt ist.

    Derzeit "kämpft" sich Papst Franziskus an der Kurienreform ab und der "Verschlankung" des "Wasserkopfes" in Rom.

    Und eventuell "kommt" noch die Zulassung von "viri probati" im Herbst und damit die Zulassung von verheirateten Priestern und die Lockerung des Zölibates.

    ABER eine Zulassung der Frauen zu den Weiheämtern und auch die Reform des Katechismus bei der Sexualmorallehre wird wohl unter Franziskus nicht "mehr" erfolgen. Es würde mich jedenfalls überraschen, wenn es doch erfolgen sollte.

    -----------
    Da lobe ich dann lieber viele andere christliche Kirchen unterschiedlicher Konfessionen, die mittlerweile kirchliche Trauungen verheirateter homosexueller Ehepaare erlaubt haben. Bekannte von mir haben mir berichtet, das diesen Sommer ein schwules Paar in Oldenburg kirchlich sich nunmehr in der lutherischen Landeskirche Oldenburg trauen will, so wie ich es als Gast bereits in der unierten EKD-Landeskirche Rheinland erlebt habe. DAVOn ist die römisch-katholische Kirche noch "weit" entfernt, das homosexuelle Ehepaare im Bistum Münster oder im Erzbistum Berlin reguläre kirchliche Trauungen erhalten.
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#2 EvaBrünnchenAnonym