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Politisches Comeback

Michael Kauch zieht es nach Straßburg

Der Ex-Bundestagsabgeordnete und Chef der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) will für das Europaparlament kandidieren. Er wolle dort "für Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte streiten".


Michael Kauch 2012 bei einer Rede im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Der FDP-Politiker Michael Kauch hat am Samstag auf Facebook angekündigt, sich für einen aussichtsreichen Platz auf der Liste seiner Partei für die Europawahl zu bewerben. Die Liberalen treffen sich am Sonntag in Berlin zu ihrem Europaparteitag, wählen ihre Kandidaten und beschließen ihr Wahlprogramm.

"Ich möchte ein Europa der Freiheit, ein Europa, in dem jeder leben kann, wie er möchte", sagte der 51-Jährige in einem Bewerbungsvideo. "Ich möchte ein Europa der Werte, in dem wir für Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte streiten." Sein Interesse an einem Sitz im EU-Parlament hatte Kauch erstmals im November 2016 angemeldet (queer.de berichtete).

Facebook / Michael Kauch | Kauchs Bewerbungsvideo

Anders als bei der Bundestagswahl stellen die Parteien bei der Europawahl bundesweite Listen auf. Bei der letzten Wahl im Mai 2014 konnte die FDP nur drei der 96 deutschen Sitze erobern. Allerdings erzielten die Liberalen mit 3,4 Prozent ihr schlechtesten Wahlergebnis seit 1999. In Deutschland findet die Europawahl am 26. Mai 2019 statt.

Kauch saß von 2003 bis 2013 im Bundestag

Michael Kauch war 2003 als Nachrücker von Jürgen Möllemann in den Bundestag eingezogen. 2005 und 2009 schaffte er den Wiedereinzug über die nordrhein-westfälische Landesliste. 2012 hatte sich Kauch bei der FDP-Landeswahlversammlung in einer Kampfabstimmung erneut einen eigentlich sicheren Listenplatz gesichert – da die FDP bundesweit knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, musste Kauch nach einem Jahrzehnt als Volksvertreter sein Bundestagsbüro räumen.

Seit 2013 ist der Dortmunder Politiker Chef der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL, queer.de berichtete). In dieser Funktion hat er wiederholt die LGBTI-Politik der schwarz-roten Bundesregierung angegriffen, aber auch homophobe Tendenzen in den eigenen Reihen kritisiert, etwa die Unterstützung der "Demo für alle" durch die baden-württembergische FDP-Fraktion (queer.de berichtete). Von 2016 bis 2018 war er Vorsitzender des Berufsverbandes Völklinger Kreis, in dem sich schwule Führungskräfte organisieren (queer.de berichtete).

Am 22. April 2013 gab Kauch per Facebook bekannt, Vater einer Tochter geworden zu sein (queer.de berichtete). Nach seinen Angaben handelt es sich bei der Mutter um eine ebenfalls homosexuelle Frau, die wie er in einer festen Partnerschaft lebe. (cw)



#1 HeckmeckAnonym
  • 26.01.2019, 14:53h
  • Ich bin zwar kein Mitglied der FDP, aber sicherlich ist es gut für uns, je mehr Schwule und Lesben im EU-Parlament sitzen - unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.

    Ich schätze mal, dass die FDP etwa sieben oder acht Prozent bei der Europawahl kriegen wird. Ein vorderer Listenplatz dürfte Kauch den Sprung ins Parlament ermöglichen. Ich wünsche ihm viel Glück!
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#2 Bonifatius49Anonym
  • 26.01.2019, 15:33h
  • Antwort auf #1 von Heckmeck
  • Das hätte Kauch mehr als nur verdient, wenn er Mitglied des Europaparlamentes werden würde.

    Im übrigen die FDP hat die Ehe für alle unterstützt und befürwortet.

    Und die FDP ist die erste Partei vor den Grünen und der Linkspartei, die eine Reform des Embryonenschutzgesetz sowie die Zulassung der Leihmutterschaft fordert .

    Und übrigens auch in der Slowakei sind es die Liberalen in der Opposition, die dort die Ehe für alle fordern, während die Sozialisten/Sozialdemokraten in der Slowakei sogar ein Lebenspartnerschaftsinstiitut dort letztes Jahr noch verhindert haben.

    Daher die FDP wählen ist eine gute Wahl.

    Wer das nicht will, kann dann meinetwegen auch Grüne, SPD, Linkspartei, Piratenpartei, Partei der Freien Wähler oder mittlerweile auch CDU/CSU ("siehe Kommentar von Söder zum neuen moderenen Familienrecht der CSU") wählen.

    ABER bitte auf KEINEN Fall die rechte Partei AfD wählen, denn diese Partei fordert als EINZIGE Partei im Bundestag die Rückabwicklung der Ehe für alle.

    Die AfD muss raus aus den Parlamenten ! Ich befürchte nur, das im Herbst bei den Landtagswahlen in Brandenburg, in Sachsen und in Thüringen das Gegenteil geschehen wird. Das wird noch echt "übel" dort bei den Wahlen.
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#3 TomDarkProfil
#4 Bonifatius49Anonym
  • 26.01.2019, 18:24h
  • Antwort auf #3 von TomDark
  • "Der FDP traue ich am ehesten zu, dass sie mit der AfD koalieren wird! "

    --> Frechheit und Unverschätmheit !

    Sicherlich wird das die FDP nie machen !

    ----
    Am Ehesten traue ich eine Koalition der AfD mit der Linkspartei zu, so wie in Griechenland oder in Italien, da koalieren doch auch bereits eifrig Linkspopulisten mit Rechtspopulisten gemeinsam in einer Regierung.

    Zwar glauben immer linke Aktivisten, das Sie "weit weit weg von den Rechtspopulisten poltisch sind, aber in Wahrheit haben sie politische "Schnittmengen" und sind doch auch gerne bereit, um die Macht zu ergreifen, gemeinsam zu koalieren.
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#5 AFD-WatchAnonym
  • 26.01.2019, 20:18h
  • Antwort auf #4 von Bonifatius49
  • "--> Frechheit und Unverschätmheit !"

    So wie DEINE Frechheiten und Unverschämtheiten anderen Parteien gegenüber?
    Warum so empfindlich? Da haben andere User von DIR als Meister in der Hinsicht gut gelernt.
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#6 AHMADAnonym
  • 26.01.2019, 22:20h
  • DER ist relativ unbekannt aber ich kenne ihn wie viele andere auch durch seinen Auftritt bei Anne Will oder maischberger dort trat er 2013 auf

    ein historischer Auftritt mit DAVID BERGER und Erika Steinbach, die heute beide AFD Anhänger und relativ menschenverachtend geworden sind

    dort hat sich Michael K drüber beklagt, dass er von radikalen evangelikern und anderen rechten auf Facebook belästigt wird !

    und nebenbei sprach er auch von der ALTERNATIVEN FÜR DEUTSCHLAND

    das war einer der ersten historischen Momente wo die Partei als das bezeichnet wurde, was sie ist, gefährlich und das war mai 2013 oder so
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#7 TheDadProfil
  • 27.01.2019, 01:10hHannover
  • Antwort auf #4 von Bonifatius49
  • ""--> Frechheit und Unverschätmheit !""..

    Wahrheit tut manchmal weh..

    ""Sicherlich wird das die FDP nie machen !""..

    Betrachtet man die Abstimmungen im Bundestag, wie zuletzt die zu den "sicheren Herkunftsländern", dann wurdest du schon vor dieser "hoffnungsvollen aussage" widerlegt..
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#8 Ralph
  • 27.01.2019, 10:38h
  • Ach ja, die FDP... Das ist die Partei, die sogar das völlig unzulängliche Lebenspartnerschaftsgesetz abgelehnt hat. Das ist die Partei, die jede noch so kleine rechtliche Verbesserung abgelehnt hat. Das ist die Partei, die eine Aufnahme der sexuellen Orientierung in Art. 3 GG abgelehnt hat. Und nicht zuzletzt - das ist die Partei, die meinem Mann und mir bei der Verpartnerung das Standesamt verboten und uns auf die Kreisverwaltung geschickt hat. Von dieser Partei ist nie etwas Gutes für uns gekommen. In der Opposition hat sie hin und wieder fortschrittliche Forderungen erhoben. In der Regierung hat sie eben die selben stets abgelehnt. Daran hat auch das Feigenblatt Michael Kauch nicht geändert und wird nichts ändern.
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#9 Patroklos
#10 Ralph
  • 30.01.2019, 00:59h
  • Antwort auf #9 von Patroklos
  • Ja, das Leben geht weiter. Das heißt aber nicht, dass wir vergessen sollen, was für eine Politik die FDP macht. Ich hab sie schon 1980 gewählt, bei meiner allerersten Bundestagswahl, als sie den § 175 abzuschaffen versprochen hatte. Nichts tat sie, und seither hat sie immer nur gelogen.
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