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Spanien

Barcelona: Queeres Zentrum Opfer von Vandalismus

Die Scheiben des erst vor einer Woche eröffneten "Centre LGTBI de Barcelona" wurden mit Drohungen beschmiert und eingeschlagen. In Italien wurde wenige Tage zuvor in ein queeres Zentrum eingebrochen.


Einer der Eingänge zum Zentrum am Sonntagmorgen (Bild: ObservatoriHomofòbia / twitter)

In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte das LGBTI-Zentrum in Barcelona beschädigt. Neben angedeuteten Keltenkreuzen, wie sie bei Neonazis populär sind, wurde an einer Glasfront in schwarzer Schrift die Bedrohung "Ich werdet sterben" angebracht. An diese und an eine andere Glastfront schrieben die Täter zudem "F(u)ck LGBT", auch wurden zwei Glasscheiben eingeschlagen.

Twitter / OCL_H

Das Zentrum war erst vor rund einer Woche eröffnet worden und bietet auf rund 1.250 Quadratmetern neben Gruppen- und Beratungsangeboten auch Platz für Ausstellungen und ein Auditorium für Veranstaltungen. Eine örtliche LGBTI-Organisation hat inzwischen zu einer Kundgebung am Montagabend vor dem Zentrum aufgerufen.

Twitter / FELGTB | Eindrücke von der Eröffnung

Das Zentrum wird von der Stadt gefördert und arbeitet eng mit kommunalen Stellen zusammen. Bürgermeisterin Ada Colau sprach am Sonntag von einem "feigen Angriff": Die Täter sollten wissen, "dass sie uns nicht verängstigen. Mehr denn je fühlen wir den Stolz darauf, eine vielfältige Stadt zu sein, und die Freude, zu lieben, wen wir wollen und wie wir es wollen." "Wir verurteilen LGBTI-Phobie", kommentierte der Barcelona Pride bei Facebook und betonte, man gehe "keinen Schritt zurück!".

Einbruch in italienisches Zentrum

Erst am Freitag hatte die queere Community Italiens einen ähnlichen Fall zu vermelden: In der Nacht waren Unbekannte in die Büros der Organisation "Gay Center" in Rom eingebrochen und hatten Gegenstände wie Laptops sowie Bargeld im Wert von insgesamt rund 10.000 Euro entwendet.

FURTO PRESSO LA SEDE DEL GAY CENTER: DANNEGGIATO IL LAVORO SVOLTO DA TANTI VOLONTARI. AIUTATECI Nella notte alcuni…

Gepostet von Gay Center am Freitag, 25. Januar 2019
Facebook / Gay Center

In einer Stellungnahme bei Facebook sprach das Zentrum von einem "Akt der Feigheit", der vor allem die tägliche Arbeit der Ehrenamtlichen betreffe und Gelder, die für HIV-Tests und eine Notunterkunft vorgesehen waren. "Der Schaden ist nicht nur finanziell", so Zentrums-Sprecher Fabrizio Marrazzo, es sei auch "empörend zu sehen, dass Räume verletzt wurden, in denen wir jeden Tag Menschen sehr persönliche Unterstützung bieten."

Der Polizei hat das Zentrum inzwischen Bilder und Videos von Überwachungskameras übergeben. Die Bewegungen der Täter ließen darauf schließen, dass sie den Ort kannten und den Einbruch länger planten, so Marrazzo. Ein Online-Spendenauf hat bisher rund 650 Euro eingebracht.

FURTO GAY CENTER. DEPOSITATA IN MATTINATA LA DENUNCIA "Le foto ed i video acquisiti dovrebbero condurre ai ladri che in…

Gepostet von Gay Center am Samstag, 26. Januar 2019
Facebook / Gay Center

Vor drei Jahren hatten zehn Aktivisten der rechtsextremen Partei "Forza Nuova" zwei Tage nach der Verabschiedung des Lebenspartnerschaftsgesetz spätabends das Zentrum gestürmt und mit Marrazzo den einzigen anwesenden Mitarbeiter beschimpft (queer.de berichtete). (nb)



#1 alter schwedeAnonym
  • 28.01.2019, 08:46h
  • Wes Geistes Kind die Täter sind dürfte ganz offensichtlich sein. Mehr als den Stinkefinger zu zeigen bleibt einem hier wohl nicht übrig. Die Ermittlungen laufen sicherlich schon mit Hochdruck ;-)

    Unverantwortlich ist es allerdings wenn in Büroräumen einfach so mal 10.000 EURO Hilfsgelder rumliegen. Am besten noch ins Fenster ein Schild mit der Aufschrift: Mittagspause von 12:00 bis 14:00 Uhr, wir sind alle bei daSilvio, Tür ist offen. Nur minimale Geldbeträge im Buchhaltungsschreibtisch gelagert.

    Noch schlimmer wären. Ungesicherte Datenbestände. (HIV-Beratung, Flüchtlingsunterbringung- unterstützung, Adressdaten). Da bleibt nur zu hoffen, daß entsprechende Datenbestände, Datenbanken etc. außerhalb der Büro-, Betriebszeiten, auf externe Datenträger ausgelagert und nicht im Haus befindlich sind. (Auch nicht im Netz: Ist in etwas das selbe wie das Schild mit der Aufschrift: Mittagspause von x x x)

    Noch besser. Für die Ruhezeiten: Fake-Datensätze mit den Daten von regional bekannten und ortsansässigen Nazi-Keulen sowie entsprechenden Rechtsbanditen einstellen. Kleiner Aufwand, im Ernstfall aber unbezahlbar, alles mit einem tollen Spaßfaktor .
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