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Berlin
Homo-Mahnmal an Gedenktag für NS-Opfer beschädigt
Wenige Stunden nach einem stillen Gedenken beschädigten Unbekannte das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Das Mahmal im Tiergarten wurde inzwischen mehrfach von mutmaßlichen Homo-Hassern beschädigt (Bild: Sabine Hauke)
- 28. Januar 2019, 14:37h 2 Min.
Am Sonntagmittag fand am Berliner Homo-Mahnmal anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz noch eine Gedenkveranstaltung für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes statt – mit dabei waren unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der katholische Erzbischof Heiner Koch (queer.de berichtete). Wenige Stunden später beschädigten Unbekannte den Gedenkort.
Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Angestellter eines Sicherheitsdienstes am Sonntagabend gegen 20.40 Uhr schwarze Farbe auf der Scheibe des Denkmals festgestellt. Mitarbeiter der Firma zeigten die Beschädigung des Denkmals in Tiergarten am Montagvormittag an.
Nun hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen. Der Staatsschutz ermittelt immer, wenn ein politisches Motiv hinter der Tat vermutet wird, in diesem Fall der Hass auf Homosexuelle.
Vandalismus wird zur Normalität
Im Laufe der letzten Jahre war das 2008 errichtete Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mehrfach beschädigt worden. Vor allem im ersten Jahr wurde die Scheibe zur Videoprojektion wiederholt zerschlagen oder zerkratzt. Zuletzt hatten Unbekannte das Denkmal Anfang Dezember und Mitte Oktober mit Farbe beschädigt (queer.de berichtete).
Auch an anderen Orten Berlins war es immer wieder zu Vandalismus an LGBTI-Gedenkorten gekommen, etwa an der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am U-Bahnhof Nollendorfplatz. Auch Infotafeln und eine Kunstinstallation, die am Magnus-Hirschfeld-Ufer in der Nähe des Bundeskanzleramts an die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung und ihren Vorkämpfer erinnern sollen, wurden mehrfach willentlich beschädigt. Ein Täter konnte bislang für keine der Taten ermittelt werden.
Damit diese Art von Kriminalität künftig besser bekämpft werden kann, sprach sich vergangenes Jahr eine Mehrheit der Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg dafür aus, LGBTI-Gedenkstätten und Krimialitätsschwerpunkte mit Kameras zu überwachen (queer.de berichtete). (dk/pm)












