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Berlin

Homo-Mahnmal an Gedenktag für NS-Opfer beschädigt

Wenige Stunden nach einem stillen Gedenken beschädigten Unbekannte das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.


Das Mahmal im Tiergarten wurde inzwischen mehrfach von mutmaßlichen Homo-Hassern beschädigt (Bild: Sabine Hauke)

Am Sonntagmittag fand am Berliner Homo-Mahnmal anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz noch eine Gedenkveranstaltung für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes statt – mit dabei waren unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der katholische Erzbischof Heiner Koch (queer.de berichtete). Wenige Stunden später beschädigten Unbekannte den Gedenkort.

Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Angestellter eines Sicherheitsdienstes am Sonntagabend gegen 20.40 Uhr schwarze Farbe auf der Scheibe des Denkmals festgestellt. Mitarbeiter der Firma zeigten die Beschädigung des Denkmals in Tiergarten am Montagvormittag an.

Nun hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen. Der Staatsschutz ermittelt immer, wenn ein politisches Motiv hinter der Tat vermutet wird, in diesem Fall der Hass auf Homosexuelle.

Vandalismus wird zur Normalität

Im Laufe der letzten Jahre war das 2008 errichtete Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mehrfach beschädigt worden. Vor allem im ersten Jahr wurde die Scheibe zur Videoprojektion wiederholt zerschlagen oder zerkratzt. Zuletzt hatten Unbekannte das Denkmal Anfang Dezember und Mitte Oktober mit Farbe beschädigt (queer.de berichtete).

Auch an anderen Orten Berlins war es immer wieder zu Vandalismus an LGBTI-Gedenkorten gekommen, etwa an der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am U-Bahnhof Nollendorfplatz. Auch Infotafeln und eine Kunstinstallation, die am Magnus-Hirschfeld-Ufer in der Nähe des Bundeskanzleramts an die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung und ihren Vorkämpfer erinnern sollen, wurden mehrfach willentlich beschädigt. Ein Täter konnte bislang für keine der Taten ermittelt werden.

Damit diese Art von Kriminalität künftig besser bekämpft werden kann, sprach sich vergangenes Jahr eine Mehrheit der Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg dafür aus, LGBTI-Gedenkstätten und Krimialitätsschwerpunkte mit Kameras zu überwachen (queer.de berichtete). (dk/pm)



#1 Bonifatius49Anonym
  • 28.01.2019, 15:53h
  • Videoüberwachung ist überfällig, damit die Straftäter ermittelt werden können. Aber ohne Tomitschnitt...
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#2 Ralph
  • 28.01.2019, 16:31h
  • Hoffentlich versteht mich niemand falsch - aber warum soll's uns besser gehen als den Juden.
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#3 TimonAnonym
  • 28.01.2019, 17:30h
  • Die Homohasser nehmen sich immer mehr raus. Wenn die nicht bald gestoppt werden, wird es immer schlimmer.

    Politik und Justiz dürfen nicht länger zusehen. Wir brauchen endlich volle rechtliche Gleichstellung - als deutliches Zeichen und als Vorbedingung für gesellschaftlichen Wandel. Und mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen - denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.
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#4 TheDadProfil
  • 28.01.2019, 23:20hHannover
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • ""Hoffentlich versteht mich niemand falsch - aber warum soll's uns besser gehen als den Juden.""..

    Eine sehr gute, und durchaus berechtigte Frage..

    Das gegenüberliegende Holocaust-Mahnmal ist allerdings Videoüberwacht..

    Schon bei der letzten Beschädigung, respektive dem Artikel darüber, habe ich moniert wie unterschiedlich damit umgegangen wird..

    Man könnte eine der Kameras auf das "Homosexuellen"-Mahnmal wenden..
    Oder eine Extra Kamera einrichten..

    Man könnte aber auch den Klotz einfach zwischen die anderen auf der anderen Seite stellen, denn die Opfer-Gruppen an unterschiedliche Orte zu "verbannen", setzt nur fort, was in den KZ's Gang&Gäbe war :
    Die Schwulen Männer waren die letzten in einer Hierarchie..

    Bei einer "umverlegung" des Beton-Klotzes kann man dann auch gleich noch Einen oder mehrere mehr aufstellen, einen für die Sinti&Roma, denn denen gedenkt man auch in Berlin nicht an einem solch prominentem Ort..
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  • Anm. d. Red.: www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3561926-3558930-sinti-und-
    roma-denkmal.html#slide1
#5 TheDadProfil
  • 28.01.2019, 23:45hHannover
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Danke für den Hinweis liebe Redaktion..

    Ich kenne das Mahnmal..
    Mir ging es um den Zusammenhang der Opfergruppen, denen man nicht
    "quer über die stadt verteilt"
    gedenken müßte, wenn man von "zentraler gedenkstätte" daherfabuliert, wie die Politiker es bei der Entscheidung für das Holocaust-Mahnmal über die Parteigrenzen hinweg getan haben..

    Denn :
    Holocaust-Mahnmal : eröffnet 12.Mai 2005
    "Homosexuellen"-Mahnmal : eröffnet 27.Mai 2008
    (mit einem durchaus gleichem beton-klotz wie gegenüber)
    Sinti und Roma Denkmal :
    ""Das Denkmal wurde nach rund 20 Jahren Planung im Oktober 2012 feierlich eingeweiht.""..

    Meiner Meinung nach zeigt das sehr viel über die "Erinnerungs-Kultur" dieses Staates auf..
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#6 Provinzler-WatchAnonym
#7 TheDadProfil
  • 29.01.2019, 10:31hHannover
  • Antwort auf #6 von Provinzler-Watch
  • ""Für einen Hannoveraner""..

    Ich wohne nur dort..

    Man stelle sich die Frage ob man von einer "zentralen Gedenkstätte" sprechen kann, wenn sie auf mehrere Standorte verteilt, nicht nur die Opfergruppen in einzelne Gruppen zerlegt..

    Es gab dann also unter den jüdischen Opfern, oder den Sinti&Roma keine "Homosexuellen" ?
    Unter den Opfern der russischen Soldaten ?

    Die "wenigen 100 Meter" befördern vielleicht noch den Tourismus, verhindern aber vielleicht auch die Wahrnehmung dieser Touristen, die dann das Holocaust-Mahnmal besuchen, die anderen Mahnmale aber schon nicht mehr, weil dann der Tour-Guide schon zum Foto-Shooting fürs Brandenburger Tor oder die US-Botschaft ruft, und schließlich muß man ja noch in den Shop mit den "DDR-Devotionalien" um dringend einen Aufkleber mit dem Ampelmännchen zu erstehen..
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#8 IstOkAnonym
  • 01.02.2019, 20:34h
  • Antwort auf #6 von Provinzler-Watch
  • Den Einwand von TheDad finde ich durchaus berechtigt, egal wo er wohnt.
    Es wäre tatsächlich besser, wenn diese Mahnmale etwas näher beieinander stehen würden. So völlig zusammenhanglos sind sie nämlich nicht.

    Das erinnert mich übrigens an das Karl Heinrich Ulrichs Mahnmal außerhalb Stuttgarts. Ebenso etwas missplatziert, weil das keine Stelle ist, wo die meisten Menschen vorbei kommen. In der Innenstadt wäre es ehrenvoller gewesen - zum Beispiel am Rathausplatz wie ich es im entsprechenden Artikel als Idee schrieb.

    Ist mir aber schon klar, dass es da gewisse Leute in den Stadtverwaltungen gibt, die sowas lieber weit, weit weg stehen haben wollen. "Wäre ja "furchtbar," wenn man täglich daran vorbei gehen müsste." Oh wei, oh wei.
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#9 IstOkAnonym
  • 01.02.2019, 21:06h
  • Das mit der Kameraüberwachung ist ne gute Idee. Irgendwann muss Homophobie auch mal überwunden werden. Danke, dass das umsetzt wird.
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