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Auch Valentin-Nachfahren entsetzt

Trotz Homophobie: Karl-Valentin-Orden für Andreas Gabalier

Schlagersänger Andreas Gabalier macht gerne Stimmung gegen Homosexuelle, angeblich aus Sorge um Kinder. Dass er trotz seiner homophoben Ausbrüche einen begehrten Münchner Faschingsorden erhalten soll, stößt auf Kritik.


Andreas Gabalier teilt gerne gegen Homosexuelle aus (Bild: Harald Bischoff / wikipedia)

Bereits im November letzten Jahres hatte die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla bekannt gegeben, den prestigeträchtigen Karl-Valentin-Orden an den österreichischen Musiker Andreas Gabalier zu verleihen. Nun regt sich Widerstand gegen die Auszeichnung des 34-Jährigen.

"Es ist nicht hinzunehmen, dass Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen wie dem nachgestellten Hakenkreuz auf dem CD-Cover, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird", erklärte laut "tz" Rechtsanwalt Gunter Fette, der im Auftrag der Familie Valentins seinen Nachlass verwaltet. Schon länger empfinde er die Entscheidungen der Faschingsgesellschaft als zunehmend unverständlich. "Als bekannt wurde, dass Gabalier den Orden bekommt, ist uns allen der Kragen geplatzt!"

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Andreas Gabalier wurde immer wieder für seine unterschwelligen rechten Botschaften kritisiert – etwa, dass er auf einem CD-Cover eine Pose einnahm, die an ein Hakenkreuz erinnerte

Auch Sabine Rinberger, die Direktorin des "Valentin-Karlstadt-Musäums", fand die Auszeichnung des Kärntner Sängers empörend: Sie kritisierte laut Bayerischem Rundfunk, dass "Gabaliers rechtspopulistische, homophobe, fremden- und frauenfeindliche Texte" nichts mit dem Freigeist Karl Valentins zu tun hätten.

Der Münchner Alt-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) lehnte die Auszeichnung ebenfalls ab: "Der Narrhalla ist mit Gabalier ein schockierender Fehlgriff gelungen!"

Der Faschingsorden wird seit 1973 jährlich an eine Persönlichkeit aus Politik, Kunst, Wissenschaft, Literatur oder Sport verliehen. Die Auszeichnung erfolgt laut der Faschingsgesellschaft für die "humorvollste bzw. hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin, für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde".

Narrhalla: Gabalier ist nicht homophob

Die Narrhalla verteidigte die Auszeichnung des rechtspopulistischen Künstlers: "Oberflächlich betrachtet entsteht für den ein oder anderen der Eindruck, Gabalier sei der rechten Ecke zugeneigt. Schaut man genau hin, ist das nicht haltbar. Auch dass er frauenfeindlich sein soll, ist Unsinn. 80.000 Mädels in einem Stadion irren sicher nicht!", so Narrhalla-Vize Günter Malescha gegenüber der "tz". Er bestritt laut BR auch, dass man Gabalier Homophobie vorwerfen könne.

In Wahrheit geriet der österreichische Sänger bereits mehrfach wegen gegen Homosexuelle gerichteter Äußerungen in die Kritik. So beklagte er sich etwa, dass er als Heterosexueller diskriminiert werde ("Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht"). Außerdem rief er Homosexuelle auf, sich "aus Respekt vor Kindern" in der Öffentlichkeit zurückzuhalten (queer.de berichtete). In einem Interview machte er außerdem die Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben dafür verantwortlich, dass sexuelle Minderheiten von Heterosexuellen gehasst werden ("Man muss doch nicht jeden Tag schmusende Männlein in der Zeitung oder auf Plakaten drucken. Das löst das Gegenteil aus. Abwehr, Überdruss, Antipathie, selbst bei Leuten, die es doch eigentlich tolerieren.")

Der Sänger nutzt für seine Attacken gerne rechtspopulistische Kampfworte wie "Gender-Wahnsinn". Davon sprach er etwa, um gegen die 2012 eingeführte Erwähnung von Frauen in der österreichischen Bundeshymne Stimmung zu machen.

Die festliche Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an Andreas Gabalier soll am 2. Februar im Deutschen Theater stattfinden. (dk)



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 28.01.2019, 16:45h
  • "Narrhalla: Gabalier ist nicht homophpob"

    Nee, klar, und Trump ist ein frauenfreundlicher Mensch, der nur versehendlich andere Frauen begrabscht.
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#2 TimonAnonym
  • 28.01.2019, 17:22h
  • Wenn Herr Gabalier sich Sorgen um die Kinder macht, sollte er lieber ein Auge auf die Kirche haben, statt gegen einvernehmlich liebende Erwachsene zu sticheln.
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 28.01.2019, 17:41h
  • Gut, dass Bernd Höcke nicht singt. Wer weiß, was der alles an Preisen abräumen würde.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 28.01.2019, 18:00h
  • Antwort auf #3 von qwertzuiopü
  • Zumal man bei einem Valentin-Orden ja an feinsinnigen bajuwarischen Humor denkt und nicht an einen krachledernen Kärtner Provinzmusikanten, der als Homophober Probleme damit hat, dass die Hälfte Österreichs aus Österreicherinnen besteht.

    Was logisch absurd, aber psycho-logisch schlüssig ist.

    Wobei auch bei Valentin Probleme bei der männlich-weiblichen Kommunikation auftreten können.

    www.youtube.com/watch?v=20QTi8y0baw
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#5 Leonard3Anonym
#6 ManuelAnonym
  • 28.01.2019, 18:15h
  • Auch konservative Künstler, die auffallend häufig gegen Homos wettern, haben mindestens einen schwulen Freund.
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#7 alter schwedeAnonym
  • 28.01.2019, 19:04h
  • München könnte es tatsächlich bald wieder zur Hauptstadt der Bewegung schaffen.

    Im Ballett Hakenkreuze auf dem Bauch von Polunin und seine Beleidigungen gegen Schwule, Schwache, und Übergewichtige. Hat nach Ansicht der Chefetage des Hauses aber natürlich nichts mit Faschismus oder Nationalsozialismus zu tun. (In einigen Teilen der BRD läuft dies allerdings unter dem Straftatbestand der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Noch nie davon gehört, Herr Bachler?).

    In der Faschingsgesellschaft findet man einen allseits bekannten homophoben Provokateur und drittklassigen Musiker, welcher sich ebenfalls mit einem Hakenkreuz auf einer seiner CDs brüstet, besonders lustig und verleiht ihm dafür den Karl-Valentin-Orden. Einen Straftatbestand erwähne ich wegen der Lustigkeit schon gar nicht mehr. Dazu nur noch: Dä dä, dä dä, dä dä und einen kräftigen Tusch.

    Und jetzt warte ich einfach nur noch darauf, daß im zünftigen Münchner Kultur-Schmierenstadl Adolf Hitler Joseph Goebbels und Heinrich Himmler als Vorkämpfer der modernen Schwulenbewegung propagiert werden und ihnen posthum der Bayrische Verdienstorden und die Ehrenbürgerschaft der Stadt München verliehen wird.

    Dä dä, dä dä, dä dä
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#8 MichaelTheDragonProfil
  • 28.01.2019, 19:53hBabenhausen
  • Trotz? WEGEN!
    Oder hat jemand behauptet, daß das schwulste nicht-schwule Event des Jahres der Karneval ist? Die einzige Möglichkeit, mal "Frauenkleider" anzuziehen, selbst für die lautstärksten Straight?
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#9 Sabelmann
  • 28.01.2019, 20:10h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • Möchte nur sagen dass er Steirer ist! Leider ist er auch KEIN Provinzmusiker sondern ganz dick im Geschäft! Was soll man denken wenn einer mit solch primitiven "Texten" riesigen Erfolg hat und viele andere Musikanten blass vor Neid werden lässt! Hauptthema seiner "Lieder"...Mäderl,Mäderl,Mäderl(Mädchen) und Hulapalu! Ich dreh immer den Ton weg wenn er im Radioi gespielt wird(was leider sehr oft vorkommt).
    Bei uns sorgt er ja schon längere Zeit für Aufregung mit seinen Aussagen! Frauen an den Herd.....Frauen sollen bei ihren Kindern zu Hause bleiben (seine Freundin...eine TV-Moderatorin....ist ganz seiner Meinung)....Schwule von Kindern fern halten usw.
    Der ist das komplette Gegenteil von seinem Bruder dem Tänzer Willi Gabalier!
    Mir kommt immer das Kotzen wenn ich was von dem höre oder lese!Was soll man auch davon halten dass er in Deutschland mit diesem renomierten Preis ausgezeichnet wird? Ein Hinweis?
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#10 fascho-watchAnonym
  • 28.01.2019, 21:02h
  • Antwort auf #6 von Manuel
  • 1. du musst dringend den unterschied zwischen "konservativ" und "faschistoid" nachschlagen.

    2. Gabalier ist nicht nur "konservativ".

    3. unbeweisbare, einfach mal nur so ins blaue geplapperte these, nichts als bla bla, das mit dem schwulen freund.
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