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Nach Missbrauchsvorwürfen

Anthony Rapp droht Schauspielern, die für Bryan Singer arbeiten

Schauspieler müssten "zur Rede gestellt werden", wenn sie auch nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe einen Film mit Star-Regisseur Bryan Singer drehen.


Anthony Rapp spielt Lieutenant Commander Paul Stamets in der Webserie "Star Trek: Discovery" (Bild: Netflix)

"Star Trek"-Schauspieler Anthony Rapp hat am Freitag via Twitter seine Kollegen vor Konsequenzen gewarnt, sollten sie in Zukunft mit Regisseur Bryan Singer zusammenarbeiten. Anlass für den Tweet war die Aussage des Produzenten Avi Lerner, dass Singer trotz Missbrauchsvorwürfen Regisseur der Neuverfilmung des Blockbusters "Red Sonja" wird – im Originalfilm hatten 1985 Brigitte Nielsen und Arnold Schwarzenegger die Hauptrollen ünernommen. Rapp betonte: "Jeder Schauspieler, der zustimmt, bei diesem Film mitzuarbeiten, trägt Mitschuld daran, dass ein Sexualverbrecher an der Macht bleibt. Sie werden zur Rede gestellt werden."

Twitter / albinokid

Rapp war Auslöser für den tiefen Fall von Kevin Spacey

Rapp hatte 2017 die Missbrauchsaffäre um Kevin Spacey ins Rollen gebracht, als er in einem Interview erzählte, wie er 1986 als 14-Jähriger auf einer Party in der Wohnung des damals 26 Jahre alten Schauspielers von diesem sexuell bedrängt worden sei (queer.de berichtete). Daraufhin brach ein wahrer Sturm von Vorwürfen über den zweifachen Oscar-Preisträger herein, der daraufhin in Hollywood zur Persona non grata wurde. Anfang Januar begann ein erster Prozess gegen Spacey im Bundesstaat Massachusetts (queer.de berichtete).

Die Zeitschrift "The Atlantic" beschuldigte Regisseur Bryan Singer in der vergangenen Woche, gegen vier junge Männer übergriffig geworden zu sein (queer.de berichtete). Singer, der sich 2014 als bisexuellen geoutet hatte, wies den Bericht als "homophoben Schmutzartikel" zurück.

Bereits vor fünf Jahren hatten zwei Männer Singer verklagt und warfen dem Regisseur sexuelle Übergriffe vor. Eines der angeblichen Opfer gab aber später zu, gelogen zu haben, und entschuldigte sich bei Singer. Der andere Mann zog seine Klage ebenfalls zurück (queer.de berichtete). Im Zuge der #MeToo-Kampagne reichte ein weiterer Mann 2017 eine Klage ein – Singer ließ damals über einen Sprecher alle Anschuldigungen dementieren und kündigte eine Gegenklage wegen falscher Anschuldigungen an (queer.de berichtete). Einen Gerichtstermin gibt es in diesem Fall bislang noch nicht. Anders als bei Kevin Spacey gab es bislang noch keine massenweisen Anschuldigungen gegen den Regisseur.

Vergangenen Freitag gab die LGBTI-Organisation GLAAD bekannt, dass sie den Singer-Film "Bohemian Rhapsody" wegen der Missbrauchsvorwürfe nicht für einen GLAAD-Award nominieren werde (queer.de berichtete). Als herausragende Filme mit nationalem Kinostart wurden statt dessen "Der Sex Pakt", "Crazy Rich", "Deadpool 2", "Verschwörung" und Love, Simon" nominiert (Gesamte Liste hier). (dk)



#1 Patroklos
  • 28.01.2019, 18:29h
  • Solange die Unschuldsvermutung für Kevin Spacey und Bryan Singer gilt, hat Herr Rapp hier gar nichts anderen Schauspielern zu befehlen! Sollten es sich herausstellen, daß Spacey und Singer unschuldig sind, dann hat Rapp schnell eine Anklage wegen übler Nachrede oder Verleumdung am Hals! Wenn er das riskieren will, dann soll er so weitermachen!
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#2 bicurse
  • 28.01.2019, 18:41h
  • Eines hat Rapp sicherlich geschafft: jedes Mal, wenn ich sein Gesicht sehe, dreht sich bei mir alles im Bauch um, weil ich sofort an Missbrauch und Belästigung denken muss, und an jene, die das nach wie vor abstreiten.
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#3 Gerlinde24Profil
  • 29.01.2019, 08:42hBerlin
  • Bei allem Verständnis für Rapps Geschichte im Hinblick auf Kevin Spacey, aber das geht zu weit! Jeder muss mit seinem Gewissen vereinbaren, ob er mit Singer arbeiten will oder nicht!
    Ich würde es nicht tun, und das nicht nur wegen den Missbrauchsvorwürfen.
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#4 GronkelAnonym
#5 daVinci6667
  • 29.01.2019, 14:09h
  • Ich muss meinen Vorkommentatoren widersprechen. Anthony Rapp hat recht.

    Ich kann verstehen wenn man nicht schon wieder über das ewige Thema und noch weitere Missbrauchsskandale debattieren will. Hunderttausende von Opfern der kath. Kirche allein in den USA ist in einer Zeitung lesen. Kaum einer schreit noch auf.

    Wir haben uns die letzten Jahre viel zu sehr an solche und ähnliche Schlagzeilen gewöhnt. Im Filmbusiness (und natürlich nicht nur dort) hängen Karrieren reihenweise davon ab, je nachdem ob eine/r beim Casting als Matratze hinhält oder seine/ihre mündlichen Qualitäten unter Beweis stellt.

    Es nützt nichts wenn man sich wegen diesen Realitäten einfach die Augen und Ohren zuhält. Denn genau dann ändert sich nie was.
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#6 GeorgB
  • 29.01.2019, 18:42h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • " Im Filmbusiness (und natürlich nicht nur dort) hängen Karrieren reihenweise davon ab, je nachdem ob eine/r beim Casting als Matratze hinhält oder seine/ihre mündlichen Qualitäten unter Beweis stellt. "

    oder ob irgendwelche Leute behaupten, derjenige sei irgendwann teilweise vor zig Jahren übergriffig geworden. Die reine Behauptung reicht zum Karrierezerstören. Bevor überhaupt auch nur ein Beweis erbracht wurde, wird zum vernichtenden Boykott aufgerufen, das Leben zerstört und hier schreibt man sofort

    "Anthony Rapp hat recht."
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#7 TomDarkProfil
  • 29.01.2019, 22:40hHamburg
  • Mit meinem gestrigen Kommentar, der hier NICHT veröffentlicht wurde, habe ich Brian Singer in Schutz genommen.
    Wahrscheinlich lag es daran.

    Ich versuche jedoch noch einmal meine Meinung hier darzustellen:

    Ich finde, dass Rapps Aktion eine Verleumdung übelster Sorte ist.

    Auch wenn jemand selbst einmal Opfer gewesen ist, hat dieser nicht das Recht, jemanden anderen aufgrund von Vorwürfen derart vorzuverurteilen und zu diskreditieren.

    Ich verstehe es nicht: Es kann doch genauso gut sein, dass hinter den Anschuldigungen einfach nur Homophobie und Intrigen stecken!

    "Eines der angeblichen Opfer gab aber später zu, gelogen zu haben, und entschuldigte sich bei Singer. Der andere Mann zog seine Klage ebenfalls zurück. "
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#8 TheDadProfil
  • 29.01.2019, 22:51hHannover
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • ""Ich muss meinen Vorkommentatoren widersprechen. Anthony Rapp hat recht.""..

    Ich bin dort sehr Zwiegespalten, denn die Vorwürfe Rapps gegenüber Spacey betreffen diese Besetzungscouch nicht, und ähnliches kann man auch für Brian Singer vermuten..

    Anders als bei Weinstein..

    Daher beteilige ich mich auch weiterhin nicht an Vorverurteilungen..

    Was Rapp hier dann macht halte ich schlicht für Unlauter bis es einen Prozess und ein Urteil dazu gab..
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