Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32856

Kinostart

Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben

Am Donnerstag läuft der mitreißende Spielfilm "Rafiki" regulär in deutschen Kinos an – in Kenia wurde die lesbische Liebesgeschichte von Wanuri Kahiu mit einem Aufführungsverbot belegt.


Szene aus "Rafiki". Kena and Ziki müssen sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Sicherheit entscheiden (Bild: Edition Salzgeber)
  • 29. Januar 2019, 10:43h, noch kein Kommentar

Kena und Ziki wohnen im selben Quartier von Kenias Hauptstadt Nairobi, laufen sich täglich über den Weg und sind wohl schon länger aufeinander aufmerksam geworden. Doch sie bewegen sich in verschiedenen Zirkeln und haben vordergründig wenig gemeinsam.

Kena ist zurückhaltend, hilft dem Papa im Laden aus und konzentriert sich darauf, gute Noten zu erzielen, damit es fürs Medizinstudium reicht. In ihrer Freizeit hängt sie vor allem mit den Jungs ab, von denen mindestens einer auch ein Auge auf sie geworfen hat: "Aus dir wird mal eine gute Ehefrau. Darum mag ich dich so." Daneben fungiert sie als Schlichterin zwischen ihren getrenntlebenden Eltern.

Ziki hingegen ist wild und extrovertiert, tanzt auf der Straße und fällt auf mit ihren bunten, langen Haaren und schrillem Lippenstift. Der Zufall will es, dass ausgerechnet die Väter der beiden Mädchen gegeneinander kandidieren, doch man ahnt es bald: Das wird nicht das größte Hindernis dieser jungen Liebe sein.

Die Regisseurin musste die Aufführung erkämpfen


Poster zum Film: "Rafiki"-Previews liefen bereits seit Anfang Januar in der Queerfilmnacht

Die erste große Liebe geht ja irgendwie immer mit einer großen Portion naiver Unschuld einher. Nicht so in "Rafiki": Die beiden Mädchen machen sich schuldig, als sie beginnen, ihren Gefühlen nachzugeben. Denn sie leben in einem Land, in welchem gleichgeschlechtliche Liebe (unter Männern) verboten ist, und zwar verboten in dem Sinne, dass bei Missachtung des Gesetzes eine Haftstrafe bis zu 14 Jahren verordnet werden kann – ein Vermächtnis der britischen Kolonialherrschaft im Land.

"Rafiki" – der Titel bedeutet auf Suaheli "Freund(in)" – ist der erste kenianische Film, der im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage von Regisseurin Wanuri Kahiu für sieben Tage gelockert wurde (queer.de berichtete).

"Eine Botschaft der Liebe und der Unterstützung"


"Rafiki" basiert auf der Kurzgeschichte "Jambula Tree" von Monica Arac de Nyeko (Foto: Edition Salzgeber)

"Ich hoffe, dass unser Film als eine Ode an die Liebe verstanden wird, deren Verlauf nie leichtgängig ist, und als eine Botschaft der Liebe und der Unterstützung an all jene, die sich zwischen Liebe und Sicherheit entscheiden müssen", erklärte Kahiu in einem Interview. "Dieser Film soll dort schreien, wo andere Stimmen zum Schweigen gebracht worden sind."

Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte "Jambula Tree" (2008) der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko, erzählt "Rafiki" von einer afrikanischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. Der mitreißende Film, der vor Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben leuchtet, wird untermalt von einem stimmigen Soundtrack mit wuchtigen Beats aus der aktuellen kenianischen Musikszene. (cw/pm)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Rafiki. Drama. Kenia 2018. Regie: Wanuri Kahiu. Darsteller: Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Jimmi Gathu: Laufzeit 83 Minuten. Sprache: Originalfassung in Englisch und Suaheli mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 31. Januar 2019