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Polizeibericht

Mord an Schwulem im Volkspark Friedrichshain aufgeklärt

Stefan U. wurde im Mai 2017 offenbar Opfer eines Mannes, der ein Jahr später im Wahn seine eigene Mutter tötete.


Die Mordkommission fand den Verdächtigen mit DNA-Spuren (Bild: Polizei Berlin / Youtube)

Ein schwuler 34-Jähriger, der in der Nacht zum 14. Mai 2017 im Volkspark Friedrichshain mit mehreren Messerstichen getötet wurde, ist offenbar Opfer eines psychisch kranken Mannes geworden. Wie die Berliner Polizei am Dienstag bekannt gab, sei ein heute 34-jähriger Mann aus Cloppenburg der Tat verdächtig und habe diese gestanden.

Der Mann wurde im vergangenen Jahr durch Urteil des Landgerichts Oldenburg in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Grund hierfür war die Tötung seiner 58-jährigen Mutter in Cloppenburg im April 2018. Er handelte dabei nach Überzeugung des Gerichts im Zustand der Schuldunfähigkeit – der Tatverdächtige leidet unter einer psychischen Erkrankung einhergehend mit massiven Wahnvorstellungen.

Laut Berliner Polizei habe nun eine DNA-Spur am Opfer zur Identifizierung des Tatverdächtigen geführt, der in seiner Vernehmung die Tötung von Stefan U. eingeräumt unt Täterwissen geschildert habe. Nach jetzigem Ermittlungsstand hätten sich Opfer und Täter nicht gekannt und dürften sich am Tatort zufällig begegnet sein. "Die Motivation zur Tötung konnte noch nicht abschließend geklärt werden", so die Polizei. "Es kann angenommen werden, dass auch hier die psychische Erkrankung des Tatverdächtigen eine Rolle gespielt hat."

Der Verdächtige habe sich in der Vergangenheit wiederholt in Berlin aufgehalten, so auch im Jahr 2017 für mehrere Monate. Durch weitere Straftaten sei er nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Erscheinung getreten.

Familie des Opfers erleichtert

Das Opfer der Berliner Tat, der Informatiker Stefan U. aus Bozen in Südtirol, hatte seit mehreren Jahren in der Hauptstadt gelebt. Da ihm weder Geldbörse noch Smartphone entwendet wurden, ging die Polizei nicht von einem Raub aus, sondern wies in Zeugenaufrufen auch auf die Homosexualität des Mannes hin – der Fundort rund um den "kleinen Bunkerberg" im Volkspark Friedrichshain gilt auch als Cruising-Gebiet.

U. hatte am Vorabend mit seinem Lebenspartner den Eurovision Song Contest gesehen und dann die gemeinsame Wohnung für einen Spaziergang verlassen. Ein Passant hatte den schwer verletzten Mann gegen fünf Uhr gefunden und Polizei und Sanitäter gerufen, die ihm aber nicht mehr helfen konnten.

"Mit großer Erleichterung haben wir in Erfahrung gebracht, dass der angebliche Täter gefunden worden ist. Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass Stefan nicht mehr bei uns ist, aber es erspart vielleicht einer anderen Familie einen ähnlich leidvollen Verlust", heißt es in einer Stellungnahme der Familie von U., die in italienischen Medien verbreitet wurde. "Der angebliche Täter hat uns unseren Sohn, Bruder, Lebenspartner und Freund genommen, damit müssen wir jeden Tag aufs Neue lernen zu leben. Wir müssen es annehmen und akzeptieren. Sich jedoch hat er ebenfalls um sein Leben gebracht, denn er muss mit dem Wissen zurechtkommen, ein Menschenleben ausgelöscht zu haben." Nun könne sich die Familie "darauf konzentrieren, diesen Verlust zu verarbeiten." (cw)



#1 Patroklos
  • 29.01.2019, 20:33h
  • Endlich einmal eine Erfolgsmeldung für Berlin und hoffentlich folgen noch weitere.
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#2 Robert SchmidtAnonym
  • 30.01.2019, 02:58h
  • Wenn die Stellungnahme der Familie in Italien veröffentlicht worden ist, wird sie unter Umständen in italienischer Sprache verfasst worden sein (evt. aber auch auf deutsch, Bozen ist die Landeshauptstadt von Südtirol.)
    Vielleicht solltet ihr darauf hinweisen, dass eher "mutmaßlich" als "angeblich" gemeint sein dürfte.
    "Angeblich" hat einen anderen Bedeutungsgehalt als "mutmaßlich" (siehe auch "scheinbar" -><- "anscheinend"), der in dem obigen Zusammenhang zu Verwirrungen beim Leseverständnis führt.

    Davon abgesehen möchte man den Angehörigen sein Beileid aussprechen.
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