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Weichmacher, Phenol, Nickel
Stiftung Warentest findet Schadstoffe in Sexspielzeug
Fünf von 18 getesteten Dildos, Liebeskugeln und Penisringen bekommen Note "mangelhaft". Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte bereits 2011 gesetzliche Schadstoffgrenzen für Sextoys.

Analschlangen können nicht nur Spaß bereiten (Bild: Hosed)
- 30. Januar 2019, 06:37h 2 Min.
Die Stiftung Warentest hat in diversen Sexspielzeugen Schadstoffe gefunden. Fünf von 18 getesteten Vibratoren, Liebeskugeln und Penisringen seien stark belastet, wie die Stiftung in der Februarausgabe ihrer Fachzeitschrift "test" schreibt. Sie bekamen deshalb die Note "mangelhaft". Vier der geprüften Modelle fanden die Tester hingegen "sehr gut".
Die Spielzeuge kosteten zwischen 6,80 und 165 Euro. Viele davon bestehen aus Silikon und anderen Kunststoffen. In den "mangelhaften" Produkten fanden die Tester zum Beispiel den Weichmacher DEHP, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Außerdem entdeckten sie Phenol, das im Verdacht steht, genetische Defekte zu verursachen sowie Nickel, das Allergien auslösen kann. Ebenso konnten sie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe nachweisen. Einige Vertreter dieser Schadstoffgruppe gelten als krebserregend.
Besonders kritisch ist, dass Sexspielzeug oft Kontakt mit Schleimhäuten hat. "Diese Gewebe sind meist gut durchblutet und können empfindlich sein", erklärte Projektleiterin Sara Wagner-Leifhelm. "Schadstoffe haben deshalb in Sextoys nichts zu suchen." Bislang gebe es allerdings keine Schadstoffgrenzen speziell für Sexspielzeug.
Verbraucherschutzministerium zum Handeln aufgefordert
Der ehemalige Grünen-Abgeordnete Volker Beck hatte sich bereits 2011 über ungesunde Plugs und Dongs Sorgen gemacht und eine Kleine Anfrage zum Thema "Sexuelle Gesundheit als Thema des Verbraucherschutzes" gestellt (queer.de berichtete).
"Weichmacher sind gefährlich, auch bei Vibratoren oder Dildos. Verbraucherschutz muss auch da ansetzen, wo es um sexuelle Gesundheit geht", forderte Beck konkrete Maßnahmen von der Bundesregierung, um den Anteil von Weichmachern in Sexspielzeugen zu verringern. "Falsche Scham oder vermeintliche Tabus dürfen Verbraucherinformation und Kontrolle nicht behindern." In seiner Antwort schloss der damalige Staatssekretär Gerd Müller (CSU) Alleingänge der Bundesregierung jedoch aus (queer.de berichtete).
Das dänische Umweltministerium hatte 2010 eine Warnung vor ungesundem Sexspielzeug herausgegeben. Benutzer von Dildos, Masturbatoren und ähnlichen Gegenständen wurden aufgefordert, vor der Nutzung Kondome überzuziehen und keine Modelle aus PVC zu kaufen. (cw/AFP)
Links zum Thema:
» Der Sextoytest auf test.de (kostenpflichtig)
» Kleine Anfrage von Volker Beck und Antwort der Bundesregierung (PDF)
Mehr zum Thema:
» Wenn Dildos krankmachen (26.12.2010)














