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Homophober Sänger fordert "Respekt"

Andreas Gabalier: Kritik "juckt mich nicht"

Den "Volks-Rock'n'Roller", der gerne weniger Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit sehen würde, lässt Kritik an seiner Auszeichnung durch einen Münchner Faschingsverein kalt.


Andreas Gabalier fordert Respekt ein, obwohl er selbst keinen Respekt gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zeigt (Bild: Manfred Werner - Tsui / wikipedia)

Der homophobe Schlagersänger Andreas Gabalier hat gegenüber "Bild" mehr "Respekt" von all jenen Personen eingefordert, die ihn wegen homophober und frauenfeindlicher Aussagen kritisiert hatten. Hintergrund ist seine für Samstag geplante Auszeichnung mit dem Karl-Valentin-Orden, der ihm bei einer Veranstaltung im Deutschen Theater von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla verliehen werden soll (queer.de berichtete).

"Wenn sich ein paar Einzelne aufregen, die mich persönlich überhaupt nicht kennen, dann juckt mich das nicht. Man hat mir gesagt, dass es bei allen meinen Ordens-Vorgängern Wirbel gegeben hätte, weil manche Kritiker meinten, gewisse Preisträger verdienten diesen Orden nicht", so Gabalier. Er sei wohl "einigen zu bodenständig", werde sich aber nicht für "diese Leute" ändern. "Von ein paar Neidern lasse ich mir meine Erfolgsgeschichte nicht kaputt reden", so der 34-Jährige. "Man muss mich wirklich nicht mögen, aber ich würde mir von einigen Leuten etwas mehr Wertschätzung wünschen. Gegenseitiger Respekt geht in unserer Gesellschaft immer mehr den Bach runter."

Die geplante Auszeichnung hatte bereits in den letzten Tagen zu viel Kritik geführt – etwa vom Münchner Alt-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) oder aus dem Kreise der Familie des 1948 verstorbenen Karl Valentin.

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Gabalier: Zu viele "schmusende Männlein"

Immer wieder hatte der österreichische Sänger wegen homosexuellenfeindlicher Aussagen in der Kritik gestanden. So beklagte er sich etwa, dass er als Heterosexueller angeblich diskriminiert werde ("Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht"). Außerdem rief er Homosexuelle auf, sich "aus Respekt vor Kindern" in der Öffentlichkeit zurückzuhalten (queer.de berichtete). In einem Interview machte er außerdem die Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben dafür verantwortlich, dass sexuelle Minderheiten von Heterosexuellen gehasst werden ("Man muss doch nicht jeden Tag schmusende Männlein in der Zeitung oder auf Plakaten drucken. Das löst das Gegenteil aus. Abwehr, Überdruss, Antipathie, selbst bei Leuten, die es doch eigentlich tolerieren.")

Die Jecken von Narrhalla halten aber weiterhin an der Auszeichnung fest. Übergeben wird der Preis vom 79-jährigen Sänger Peter Kraus, der Gabalier in Schutz nimmt: "Ich kenne Andreas als einen netten, höflichen und respektvollen Kollegen."

Homophober Vizekanzler beklagt "pathologischen Hass" auf Gabalier

Ein großer Unterstützer Gabaliers ist der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache, der Chef der rechtspopulistischen FPÖ, der in der Vergangenheit Homosexualität als "Krankheit" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Auf seiner Facebookseite schrieb der Politiker:" Allmählich zweifelt man am Verstand, aber nicht an dem von Herrn Gabalier. Das ist schon pathologischer Hass gegenüber andersdenkenden Kunstschaffenden…. Der Kunst ihre Freiheit. Freiheit der Kunst!" (dk)



#1 AndreasKAProfil
  • 30.01.2019, 10:47hKarlsruhe
  • Leute, alle wissen, Gabalier ist nicht "unser" Freund.

    Wir wissen/lesen nun auch: Er macht Kohle mit seiner Musik - und zwar so viel, dass ihn Kritik nicht juckt.

    Und wer sich für den Orden interessiert, findet im Netz, dass die vorangegangenen Ordensträger von sehr unterschiedlicher Couleur sind. Ob es nun Papstinrente Ratzinger ist, Jürgen Möllemann, Sir Peter Ustinov, Senta Berger, Franz-Josef Strauß, Alfred Biolek, Loriot, Iris Berben, HaPe Kerkeling oder Heino. Die Kriterien der Ordensverleihung sind also alles andere als eindeutig. Und ich bin sicher, dass die Auswahl jeweils derzeit kommerziell oder medial erfolgreiche Leute bevorzugt. In einem Gruppenbild mit allen Ordensträgern würde sicher nicht jeder neben jedem abgebildet sein wollen.

    Für mich ist die Ordensnominierung für Gabalier eine der schwächeren (der Tiefpunkt war der Papst) und nicht nachvollziehbar.

    Aber - hey - das ist ein Papp-Preis einer Karnevalsgesellschaft. Es liegt an uns, ihm mehr Bedeutung zuzumessen als einer Pappnase. Offen gestanden habe ich diesen Preis vor der Pressemeldung letzte Tage und die Aufregung darum gar nicht gekannt. Und jetzt, nach diesem Kommentar interessiert er mich auch schon gar nicht mehr.
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#2 KetzerEhemaliges Profil
  • 30.01.2019, 11:04h
  • Respekt bekommt Herr G. von mir mit Sicherheit nicht. Und nein, einen solchen "Erfolg" neidet man ihm auch nicht. Im Gegenteil, ich würde mich schämen, wenn ich meinen Erfolg auf solchen Grundsätzen aufbauen würde.

    Der Mann ist ein billiger rechtsradikaler Populist mit extrem überaufgeblasenem Ego, sonst nichts.
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#3 Simon HAnonym
#4 kuesschen11Profil
  • 30.01.2019, 11:05hFrankfurt
  • Ja, die Kunstfreiheit zu Singen darf er ja haben. Nur seine Ausstrahlung geht an mir vorbei, mein Musikgeschmack liegt woanders.

    Gabalier's homophobe Botschaften stacheln allerdings die Gesellschaft auf, weiter LGBT's öffentlich diskriminieren zu dürfen.

    Und genau an diesem Punkt wird der Sänger gefährlich.
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#5 Ith__Ehemaliges Profil
  • 30.01.2019, 11:31h
  • Wieso soll's ihn jucken. Er ist ein heterosexueller weißer Cis-Mann, der auf seinem Recht besteht, seine Privilegien zu verteidigen, beispielsweise das Privileg, sich ggf. mit einer PartnerIN in der Öffentlichkeit unbehelligt zu zeigen, das er anderen aktiv abspricht.
    Er dürfte das sehr wohl als Kampf um Werte begreifen, und bei dieser Einstellung ist Kritik schon von vornherein nichts, womit man sich konstruktiv auseinandersetzt. Sondern bloß Kompliment und Beleg dafür, dass es allerhöchste Zeit werde, ehe zu viele, und vor allem die aus deren Perspektive falschen Leute, zu viele Rechte bekommen.
    Streiter für das christliche Abendland eben. Voll im Trend des Rechtsrucks.

    Wobei man andererseits sagen muss, dass ein Verein nicht den Sänger kritisieren sollte. Sondern schleunigst die Leute einem Gesinnungscheck unterziehen und ggf. loswerden sollten, die solche Menschen auszeichnen.

    Das Problem sind ja nicht zunehmend hetzende und offen menschenhassend agierende Individuen allein - die meisten von denen sind heute wie damals Mitläufer, wenig kritisch denkende Herdentiere, die man mit entsprechender Werbung, Stimmung, Medien und Propaganda schon wieder auf den Kurs bekommen könnte, ihr Gewissen einzuschalten. Das Problem sind vor allem auch die Leute, die sich als Zuschauer und Jury von deren Hetze nicht stören lassen. Und wahrscheinlich wenig Zeit darauf verwenden, zu reflektieren, wie sehr sie sich unterdessen an das selbstverständliche Recht auf gruppenbezogenen Menschenhass gewöhnen. Und wie sehr sie damit auch die übrige Publikums Masse in diese Richtung schieben, ganz aktiv.

    Also, ein paar von denen werden das schon gezielt tun, das in Frage stellen eben. Aber es reicht dann nicht, ein Statement abzugeben und entgegen des aggressiver werdenden Widerstands mit dem kritischen Fragen nicht aufzuhören (die nächste Stufe nach der Schmeichelei ist als Verteidigungsreaktion zur Not Einschüchterung, und wenn die Kritikermasse zu gering ist, kann das schon reichen - da gehen dann nämlich nicht die Leute, die den moralisch fragwürdigen Umgang betreiben, sondern die, die zu Kritik bereit waren).
    Reden hilft nicht bei Menschen, die derart von ihren Vorrechten und ihrem Recht auf deren ggf. auch aggressive Verteidigung überzeugt sind. Da muss man dann den Leuten auch mal die Befugnisse aus der Hand nehmen, so jemanden zu fördern.
    Alles andere bedeutet eine Mit-Schuld an der zunehmend hasserfüllten Bewegung der Gesellschaft.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 30.01.2019, 11:36h
  • Interessant ist ja, dass Gabalier prompt Unterstützung von Nazi-Vizekanzler Strache erhält, der Kriegsdienstverweigerer im 2. Weltkrieg übel beleidigt hat.

    Soll Strache doch dem 'Künstler' Gabalier das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst zuschanzen.
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#7 GewissenAnonym
  • 30.01.2019, 11:51h
  • Kritik juckt ihn nicht?
    Dann ist er ein Mensch mit mangelhaftem Gewissen. Und das ist keine Kleinigkeit.

    Einfache sozialpädagogische Rechnung.
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#8 alter schwedeAnonym
  • 30.01.2019, 11:56h
  • Deutsches Theater, Bayrische Staatsoper, - Die Bühnen in der Hauptstadt der Bewegung scheinen sich ja mittlerweile für nichts mehr Schade zu sein. Hauptsache man kann endlich wieder ein lange, heimlich im Herzen bewahrtes, braunes Weltbild als Weihefestspiel zelebrieren und ein biserl Teil der neuen, schicken, völkischen Gemeinschaft der Gauweidel-Deutschen sein.

    Dazu neue Kunstdefinitionen vom österreichischen Alpenland-Kunstexperten der FPÖ Heinz-Christian Strache. Von andersdenkenden Kunstschaffenden ist da die Rede und der Freiheit der Kunst. (Wobei mir absolut schleierhaft ist, weshalb das Pseudo RocknRoll-Geschrummel der andersdenkenden Gabalier-Sequenzermusikanten Kunst sein soll. Sowas läuft doch sonst eigentlich nur in den großen Kaufhäusern Münchens als Hintergrundmusik in den Umkleidekabinen). Und die Krönung: Die Übergabe des Preises durch den 79-jährigen RocknRoll-Experten Heinrich Kraus. Nee der heißt glaube ich Peter. (Haben sie den in Kunstharz gegossen und fahren ihn dann mit einer quietschenden Schiebkarre als Zerrbild dessen, was man früher mal in der Sendung Musik ist Trumpf als RockRoll verkauft hat, auf die Bühne?)

    Der absolute Höhepunkt ist allerdings diese bumsfidele lustige Faschingsgesellschaft: - Do hot ers denen Schwuchtln ober wieder zeigt. Ahna Pfundskörl der Andreas. Dös san noch rechte Manndersleut. Mei Fraa und ich hobns uns weggworfa vor Lacha bei den Witz mit den küssenden Männers. Dös is noch echter bayrischer Volkshumor. Dös spitzfindige und dös hintersinnige. -
    Ich hoffe mal, daß mit dem hintersinnigen nicht eine Ortschaft gemeint war, welche sich einige Kilometer vor der Hauptstadt der Bewegung befindet.

    Ist das jetzt Deutschland 2019 oder doch nur ein hinterwäldlerisches Kuhdorf am Rande der Bayrischen Alpen? Ich hab da so gewisse Befürchtungen. Warten wir mal ab. Grund zum Kotzen haben wir jetzt schon.

    In den Dreißiger Jahren war sowas wohl auch der Punkt wo die Ersten vorausschauenden Menschen angefangen haben ihre Koffer zu packen.
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#9 München ist gefragtAnonym
  • 30.01.2019, 12:28h
  • Spätestens jetzt, wo Gabalier Rückendeckung und Applaus vom rechtsextremen Strache bekommt, müssten die Münchner Spießergesellen aufwachen und entsprechende Konsequenzen ziehen. Tun sie das nicht, wird deutlich, wie weit rechtsaußen sie zu verorten sind.
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#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 30.01.2019, 12:37h
  • Da spricht jemand mit einer Arroganz, die ihresgleichen sucht. Herr Gabalier sollte einmal darüber nachdenken, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat? Den Menschen, die seine CDs kaufen, Den Menschen, die in seine Konzerte gehen. Darunter auch Frauen und Homosexuelle. Wenn die weg blieben, wäre er nicht mehr so erfolgreich!
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