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"Versuchter Lynchmord"

Hass-Attacke auf schwulen Schauspieler erschüttert die USA

Der "Empire"-Star Jussie Smollett ist offenbar aus Homophobie und Rassismus auf offener Straße angegriffen und mit einer "chemischen Substanz" übergossen worden.


Jussie Smollett wurde offenbar wegen seiner Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung attackiert (Bild: Fox)

  • 30. Januar 2019, 11:26h 6 3 Min.

Der amerikanische Schauspieler und Sänger Jussie Smollett ist in der Nacht zum Dienstag in Chicago von zwei unbekannten Personen attackiert und verletzt worden. Die Polizei ermittelt jetzt wegen eines Hassverbrechens nach dem Angriff auf den schwarzen Star aus der Serie "Empire", der sich 2015 als schwul geoutet hatte (queer.de berichtete).

Laut dem Portal TMZ soll der 35-Jährige homophob und rassistisch beleidigt worden sein. Die Täter sollen demnach auch den Trump-Spruch "Make America Great Again" gebrüllt haben. Smollett gilt als erklärte Gegner des US-Präsidenten und zeigt sich auf Instagram mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Fuck Donald". Laut Polizei schütteten die beiden Angreifer eine "chemische Substanz" über den Schauspieler und wickelten ein Seil um seinen Hals. Schließlich ließen sie von ihm ab – Smollett wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert und befinde sich laut den Behörden "in guter Verfassung". Unbestätigten Berichten zufolge soll er die Klinik bereits verlassen haben.

"Das muss aufhören!"

Kollegen aus der TV-Branche, Menschenrechtsaktivisten und Politiker der demokratischen Partei zeigten sich bestürzt über den Angriff und forderten eine schnelle Aufklärung. "Du hast das nicht verdient, niemand verdient es, einen Strick um den Hals zu bekommen", sagte der Autor und Produzent von "Empire", Lee Daniels, in einem Instagram-Video. "Empire"-Co-Star Vivica A. Fox schrieb auf Twitter in Großbuchstaben: "Ich bin sauer und verletzt deswegen. Das muss aufhören! Verbreitet Liebe, nicht Hass."

Twitter / MsVivicaFox
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"Dieser schockierende Angriff auf unseren Freund und den großen Aktivisten Jussie Smollett ist leider kein Einzelfall", erklärte Chad Griffin, der Chef der LGBTI-Organisation Human Rights Campaign. "Es gibt eine alarmierende Epidemie von Hassgewalt in unserem Land. Besonders schwarze Menschen, LGBTQ und religiöse Minderheiten werden attackiert." Diejenigen, die mehr als einer dieser Gruppen angehörten, würde es am schlimmsten treffen.

Die beiden demokratischen US-Senatoren Cory Booker und Kamala Harris sprachen von einem "versuchten Lynchmord" und forderten politische Konsequenzen. "Niemand sollte um sein Leben fürchten wegen seiner Sexualität oder seiner Hautfarbe. Wir müssen etwas gegen diesen Hass tun", so Harris, die Tochter einer indischen Mutter und einen jamaikanischen Vaters. Die 54-Jährige ist laut Wettbüros derzeit Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2020.

Twitter / CoryBooker

Twitter / KamalaHarris

Auch der frühere Vizepräsident Joe Biden erklärte, dass eine Tat wie die gegen Smullett "in diesem Land nie toleriert werden" dürfe. Homophobie und Rassismus habe "keinen Platz auf unseren Straßen oder unseren Herzen". "Wir sind bei dir, Jussie!", so der 76-Jährige, der vor wenigen Monaten eine Kampagne für queere Jugendliche gestartet hatte (queer.de berichtete).

Twitter / JoeBiden
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Entsetzen äußerten in sozialen Netzwerken auch die Anti-Defamation League und das American Jewish Committee. Jüdische und israelische Medien bezeichnen Smollett als "schwarzen schwulen und jüdischen Schauspieler" – sein verstorbener jüdischer Vater hat russisch-polnische Wurzeln, während seine Mutter Afroamerikanerin ist. (dk)

#1 AnonymousAnonym
  • 30.01.2019, 12:27h
  • Ich bin schockiert. Als ich davon zuerst gelesen habe (auf einem anderen Medienportal) dachte ich erst an schlechte Satire...

    Ich schreibe hier eigentlich nie mit, aber diesmal steht mit dir Erschütterung ins Gesicht geschrieben. Gerade auch weil ich ein großer Fan von Empire wie auch von Jussie Smollett bin.

    Ich hätte nie gedacht, dass ihm sowas passiert in den USA...
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#2 Simon HAnonym
  • 30.01.2019, 16:56h
  • Hoffentlich bleiben keine Schäden und hoffentlich kann er das auch seelisch verarbeiten.

    Das beweist wieder mal, wie sehr Populisten das Klima vergiften und dass die Hetze mit Worten ganz konkrete physische Auswirkungen hat.
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#3 IngoAnonym
  • 30.01.2019, 18:48h
  • Ich empfehle die Rede von Meryl Streep bei der Golden Globe Verleihung 2017. Unnachahmlich beschreibt sie, wie Trump durch seine Sprache und seinen Habitus ein Klima schafft, das Hasskriminalität fördert.
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