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Schuldeingeständnis

Toronto: "Gay Village Killer" gibt acht Morde zu

Bruce McArthur brachte innerhalb von sieben Jahren acht Männer brutal um. Alle Morde hätten eine sexuelle Komponente gehabt, so die Staatsanwaltschaft.


Bruce McArthur wird wohl die nächsten Jahrzehnte hinter Gittern verbringen (Bild: privat)

  • 30. Januar 2019, 12:15h, noch kein Kommentar

Der 67-jährige Landschaftsgärtner Bruce McArthur hat sich am Dienstag vor einem Gericht im kanadischen Toronto des achtfachen Mordes schuldig bekannt. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe – das bedeutet, dass er nach frühestens 25 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen kann. Der Prozessbeginn ist für den 6. Januar 2020 angesetzt – insgesamt soll das Verfahren dann drei bis vier Monate dauern.

Im Laufe mehrerer Jahre waren im Gay Village der Millionenstadt Toronto mehrfach schwule Männer verschwunden und von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Im Januar 2018 verhaftete die Polizei McArthur und klagte ihn wegen zwei Morden an, konnte ihm aber im Laufe der Ermittlungen weitere Morde nachweisen (queer.de berichtete).

Leichenteile in Pflanzenkübeln entdeckt

Leichenteile der meisten Opfer wurden in großen Pflanzenkübeln bei Kunden des Landschaftsgärtners gefunden. Einen getöteten Mann soll McArthur laut Medienberichten in eine nahe gelegene Schlucht geworfen haben. Der Angeklagte hatte seine Opfer zwischen 2010 und 2017 umgebracht – sie waren zum Tatzeitpunkt zwischen zwischen 37 und 58 Jahre alt. Die meisten von ihnen waren Einwanderer aus Südasien und dem Nahen Osten. Die Polizei hatte in McArthurs Schlafzimmer Hilfsmittel gefunden, die auf eine gewaltsame Entführung der Männer hindeuteten, darunter Klebeband, Seile, einen Plastikhandschuh, Kabelbinder und Spritzen.

Staatsanwalt Michael Cantlon erklärte am Dienstag vor Gericht, dass jeder der Morde eine sexuelle Komponente gehabt habe. McArthur habe alle Tötungen akribisch geplant und alle Opfer vor der Tötung misshandelt. Er habe dann "Andenken" seiner Opfer behalten, etwa Schmuck.

Mordserie führte zu Spannungen zwischen Community und Polizei

Der Fall McArthur hatte einen Keil zwischen die Polizei und die LGBTI-Szene getrieben. Aktivisten warfen den Behörden vor, jahrelang das Verschwinden der Opfer nicht verfolgt zu haben, mutmaßlich weil diese "nur" schwul und keine Weißen waren. Die Stadt weist diese Anschuldigungen zurück.

Trotzdem beschlossen die CSD-Organisatoren in Toronto im vergangenen Jahr, dass uniformierte Polizisten bei der Pride-Parade unerwünscht seien (queer.de berichtete). Erst vor einer Woche erneuerte der CSD das Cop-Verbot, wenn auch äußerst knapp: Bei einem Treffen des CSD-Vereins stimmten 163 Mitglieder für den Ausschluss der Polizei, 161 dagegen. Ein Polizeisprecher erklärte daraufhin, man akzeptiere das Verbot, wolle aber weiterhin "mit Pride Toronto und der LGBTQS-Community in Dialog bleiben" (das S in der Abkürzung steht für "Straight Ally", also heterosexuelle Verbündete). (dk)