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Romantische Komödie

Flirten, Daten, Kuscheln, Knutschen

Der niederländische Spielfilm "Just Friends", in dem es zwischen zwei Mittzwanzigern ordentlich knistert, macht Lust auf den Sommer und die Liebe – im Februar ist er in der Queerfilmnacht zu sehen.


Yad (Majd Mardo) und Jaris (Josha Stradowski) können nicht aufhören, sich tief in die Augen zu blicken (Bild: Edition Salzgeber)
  • Von Fabian Schäfer
    1. Februar 2019, 04:22h, 1 Kommentar

4.210, nur um sicherzugehen, ist die Nummer von Joris' Vater. Beziehungsweise davon, was von ihm nach seiner Einäscherung übriggeblieben ist. Da steht sie nun, die silberne Urne. Joris macht einen Witz, seine Schwester beweist, dass sie auf Kommando heulen kann wie ein Schlosshund, und die Mutter Simone kann gar nicht schnell genug abhauen.

Weil keiner die Urne haben will, wird es zum familieneigenen Sport, sie sich gegenseitig unterzujubeln. Eine ziemlich eigenartige Familie, und die Konstellation ist noch nicht vollendet. Weil Yad sein Medizinstudium in Amsterdam schmeißt, fängt er an, bei Joris' Oma Ans zu putzen. Dort begegnen sich die beiden Mittzwanziger auch zum ersten Mal. Irgendetwas liegt sofort in der Luft. Joris lässt sich nicht zweimal bitten, die Hecke zu stutzen. Oberkörperfrei, im Nebel des Rasensprengers kann er seinen gestählten Körper präsentieren – nie war Gartenarbeit so sexy.

Hoffen und Bangen im Wechsel


Poster zum Film: "Just Friends" lst im Februar 2019 in mehreren deutschen Städten im Rahmen der Queerfilmnacht zu sehen

Yad und Joris flirten, sie daten und küssen und streiten sich, fahren gemeinsam Motorrad, taumeln verliebt am Strand und kuscheln im Kornfeld. Yad (Majd Mardo) und Jaris (Josha Stradowski) sind zwei vielversprechende Nachwuchsschauspieler. Die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut lassen sich als Zuschauer fast selbst spüren, und so macht "Just Friends" auch dank der beiden Darsteller Lust auf den Sommer, auf Verliebtsein, auf das Gefühl, jemandem ganz tief in die Augen zu blicken.

Natürlich dürfen in dieser Romantic Comedy der niederländischen Regisseurin Ellen Smit auch die Konflikte nicht fehlen: Die anspruchsvolle, syrischstämmige Familie von Yad, die unbewältigte Trauer von Joris, Zukunftspläne, kulturelle Vorurteile. Sie sorgen für genug Auf und Ab, Hoffen und Bangen wechseln sich gekonnt ab, auch wenn manche der Konflikte doch zu lehrbuchhaft und oberflächlich daherkommen. Auch kinematographisch bleibt "Just Friends" eher formelhaft, was dem Film aber nicht schadet.

Klischeefrei und herzerwärmend


Auf der Wiese wird geknutscht… (Bild: Edition Salzgeber)

Dazu kommen Nebenfiguren, die zwar teilweise zu Stichwortgebern der immer gleichen Stichwörter verkommen, andererseits aber auch herrlich überzeichnet sind: die durchgeknallte, botoxsüchtige Mutter von Joris, seine liebenswerte, weise Oma ("Du steuerst nicht die Liebe, die Liebe steuert dich!"), Yads überbesorgte Mutter, sein kritischer und doch tröstender Vater.

Zusammen mit diesen Charakteren und den richtigen Zufällen zur richtigen Zeit wird "Just Friends" zu einer generationenübergreifend herzerwärmenden Romantic Comedy, die einmal quer durch alle Emotionen führt. Ohne Klischees, einfach zum Wohlfühlen.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Just Friends. Romantic Comedy. Niederlande 2018. Regie: Ellen Smit. Darsteller: Majd Mardo, Josha Stradowski, Jenny Arean, Tanja Jess, Nazmiye Oral, Melody Klaver. Laufzeit: 78 Minuten. Sprache: niederländische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: der Edition Salzgeber. Im Februar 2019 in der Queerfilmnacht.