Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32884

Summerjam-Festival

Hasssänger Buju Banton kommt parallel zum CSD nach Köln

Der jamaikanische Reggae-Star wirbt in seiner Musik für die Ermordung von schwulen Männern. Trotzdem wurde er als Headliner zum parallel zum Kölner CSD stattfindenden Summerjam-Festival eingeladen.


Buju Banton soll nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auch in Köln seinen Hass verbreiten dürfen

Buju Banton soll Anfang Juli beim jährlichen Summerjam-Festival am Fühlinger See am nördlichen Stadtrand von Köln auftreten. Der 45-Jährige Künstler aus Jamaika startet derzeit nach einer mehrjährigen Haftstrafe in den USA wegen Drogenhandels ein Comeback. "Er wird Samstagabend als Headliner mit einer großen Bandbesetzung spielen. Wir freuen uns sehr diesen Künstler auf seinem 'Long Way To Freedom' begleiten zu können", schrieben die Veranstalter. "Buju Banton genießt das Ansehen von den größten Künstlern und Musikern dieser Welt", heißt es weiter. Das Summerjam-Festival findet traditionell am ersten Juli-Wochenende und damit parallel zum Cologne Pride statt.

Was die Summerjam-Veranstalter verschweigen: Der Reggae- und Dancehallsänger steht schon seit Beginn seiner Karriere wegen Gewaltfantasien gegen Homosexuelle in der Kritik. Speziell sein Neunzigerjahre-Lied "Boom Bye Bye" gilt als Inbegriff von Hassmusik. In dem Song ruft er dazu auf, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Banton hat sich bislang nicht von diesem Lied aus seiner Anfangszeit distanziert und spielte es vor seiner Verhaftung immer wieder bei Auftritten, ebenso wie weitere Songs mit homophoben Texten.

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

Jahrelange Proteste

Bereits in den Nullerjahren hatte es mehrfach Proteste gegen Banton (bürgerlich: Mark Anthony Myrie) gegeben. 2004 wurde etwa nach Protestaktionen des Lesben- und Schwulenverbandes ein Auftritt in Berlin abgesagt (queer.de berichtete). 2007 gab es Berichte, wonach Banton den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben haben soll, mit dem sich Künstler verpflichten, keine Mordaufrufe gegen Homosexuelle mehr zu verbreiten und auf homophobe Texte zu verzichten.

Banton spielte dennoch weiterhin Lieder wie "Boom Bye Bye" auf Konzerten in seinem Heimatland, während er in Europa und Nordamerika offenbar darauf verzichtete. Immer wieder zeigte er seine Abneigung gegenüber Homosexuellen auch in Interviews. Kurz vor seiner Verhaftung sagte er im Herbst 2009 etwa abfällig, es gebe "kein Ende im Krieg zwischen mir und Schwuchteln" (queer.de berichtete).

In Europa und Nordamerika wurden in dieser Zeit viele Konzerte nach Protesten abgesagt. Die Summerjam-Veranstalter störten sich aber nicht an der Homophobie – so durfte er zuletzt 2009 trotz Kritik beim Open-Air-Event auftreten (queer.de berichtete). Damals machte auch der öffentlich-rechtliche Sender WDR Werbung für den Homo-Hasser.

In den letzten Jahren konnte Banton nicht mehr öffentlich auftreten, da er Ende 2009 in Miami wegen Drogenhandels festgenommen und 2011 zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde (queer.de berichtete). Er wurde schließlich im Dezember 2018 aus der Haft entlassen.

Beim Summerjam werden über 30 Künstler und Bands auftreten. Darunter sind etwa auch Die Orsons, deren Song "Horst und Monika" 2011 als transphob kritisiert wurde (queer.de berichtete). Die Band verteidigte aber ihr Lied und sagte, man setze sich für Gleichberechtigung ein (queer.de berichtete). Auch die Bonner Brasspop-Band Querbeat, die in der Vergangenheit bereits beim Kölner CSD aufgetreten ist, wird beim Summerjam-Festival ihre Lieder vortragen.

Neue Künstlerbestätigungen: Buju Official + Wizkid + Popcaan + 257ers + Richie Spice + Iriepathie + LGoony + Klub…

Gepostet von Summerjam Festival am Dienstag, 29. Januar 2019
Facebook / Summerjam Festival

Im letzten Jahr hatte es in Deutschland und der Schweiz bereits Proteste gegen Auftritte des jamaikanischen Hasssängers Bounty Killer gegeben, der wie Buju Banton in seinen Songs zur Ermordung Homosexueller aufruft (queer.de berichtete). (dk)

Folgeartikel: Summerjam verteidigt Auftritt von Buju Banton (01.02.2019)



#1 TimonAnonym
  • 01.02.2019, 12:04h
  • Es kann doch wohl nicht sein, dass jemand, der zum Mord an Menschen aufruft (egal um welche Gruppe es geht) weiterhin nach Deutschland kommen darf, um hier aufzutreten.

    Mordaufrufe haben nichts mit freier Rede oder Freiheit der Kunst zu tun.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Andy2Anonym
#3 LotiAnonym
  • 01.02.2019, 14:19h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Verzeihung. Schon mal von Gangsta Rap gehört? Da gehts ebenso ab und die Erfolgsquoten geben schon sehr zu denken. So schön Reggae auch ist, bei fast jedem Lied muß ich heute an Jamaika denken. An die Bevölkerung mit ihren homophoben Ansichten und Taten. Nicht in Bob Marleys Sinn oder eines Linton Kwesi Johnson. Ob Gangsta Rap oder diese Form des Reggae, beide verunglimpfen Minderheiten und bauen auf den zweifelhaften Erfolg.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KetzerEhemaliges Profil
  • 01.02.2019, 14:28h
  • Ich kann daraus leider nur eines ablesen:
    Der breiten Masse sind wir nach wie vor scheißegal. Von wegen "heute sind wir doch voll akzeptiert"... Pustekuchen!

    Solange öffentliche Mordaufrufe keine politische und strafrechtliche Relevanz haben, können wir uns unsere Menschenrechte an die Backe schmieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 alkiberndAnonym
  • 01.02.2019, 15:01h
  • Jedes Jahr dasselbe, und die Veranstalter könnten, wenn sie sich bloß bemühten, auch Acts einladen, die nicht so problematisch sind. Aber das wollen sie offenbar nicht.

    Dann werden sie sehen, was sie davon haben und ich will, dass es im nächsten Jahr damit Schluss ist und das Gelände nicht mehr vermietet wird. Dafür werde ich mich hier vor Ort einsetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 kaymahuProfil
  • 01.02.2019, 15:28hFrankfurt
  • Donnerwetter.

    Ist bestimmt ein großartiger gesellschaftlicher Aufstieg, wehrlose und friedfertige Menschen anzugreifen, die sowieso ihren Schaff in der Gesellschaft haben. Wirklich mutig. Muss ein tolles Gefühl für Dich sein, mal aus der zweiten Reihe hervorzutreten und sich der Welt zugehörig zu wähnen, von der Du als Kind wahrscheinlich nicht einmal träumen durftest. Aber keine Angst Buju - irgendwann stehst Du mit mit Deinen von Dir angeschleimten Fake-Freunden gelangweilt zusammen und mangels Drogen, oder anderem Spielzeug, werden sie Dich lange und intensiv mustern, ihre alten Feindbilder hochholen und zur Tat schreiten. Du kennst das Gefühl. Dann weißt Du auch, jetzt wird es eng.

    Ich werde mich dann an Deine Texte erinnern und trotz meiner Wut wohl entscheiden, mich menschlicher zu verhalten als Du.

    Geht natürlich nur, wenn mich bis dahin keiner erschossen hat, den Du dazu aufgefordert hattest.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TatsächlichAnonym
  • 02.02.2019, 13:42h
  • Antwort auf #4 von Ketzer
  • "Der breiten Masse sind wir nach wie vor scheißegal."

    Aber natürlich sind wir das!
    Die breite Masse fühlt sich ( ob zurecht ist fraglich ) einfach nicht betroffen.
    Aus den Augen aus dem Sinn.
    Aber das gibt es leider auch zur Genüge in unserer eigenen "Community"
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Matilda93Anonym
  • 07.02.2019, 16:55h
  • Nicht im Ernst???
    Dass es so Menschen gibt ey. Da krieg ich zu viel. Wie kann man denn so grenzdebil sein... Gibts n link zu dem Artikel? Wo er sagt der Krieg zwischen ihm und den homosexuellen sei nie vorbei? Habe schon ganz Google durchforstet aber finde nichts
    Dieses Lied ist einfach nur krank
  • Antworten » | Direktlink »