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Doku über Influencer

Schweizer Fernsehen outet Instagram-Star als schwul

Younes Saggara wirft dem Schweizer Fernsehen vor, ihn trotz seines Vetos geoutet zu haben. Die Autorin des Films dementiert den Vorwurf.


Younes Saggara fühlte sich vom Schweizer Fernsehen hintergangen (Bild: Screenshot SRF)

  • 1. Februar 2019, 12:20h 12 2 Min.

Der 18-jährige Berner Influencer Younes Saggara beschuldigt den deutschschweizerischen Sender SRF 1, ihn in der am Donnerstag zur Hauptsenderzeit ausgestrahlten Sendung "Generation Selfie" gegen seinen Willen als schwul geoutet zu haben. Der Teenager, dessen Instagram-Kanal mehr als 14.000 Abonnenten hat und der in der Social-Media-App TikTok auf fast 270.000 Follower kommt, erklärte, dass er die Filmemacher gebeten habe, einen entsprechenden Hinweis auf seine sexuelle Orientierung nicht zu senden. Die Autorin der Dokumentation widerspricht dem Social-Media-Star jedoch energisch.

In der Doku, die mehrere in sozialen Netzwerken aktive junge Menschen verfolgt, wurde er von der Reporterin gefragt: "Wissen deine Fans, dass du schwul bist?" Daraufhin antwortete Saggara: "Über dieses Thema möchte ich nicht sprechen, das ist mein Privatleben." Eine neben ihm stehende Kollegin sagte dann: "Ich finde, man sollte zu dem, was man ist stehen." Daraufhin Saggara: "Ich stehe ja dazu, aber ich will nicht darüber reden."

"Es ist frech, dass sie das im TV gezeigt haben"

Im Nachrichtenportal "Nau" beschwerte sich Saggara: "Es ist frech, dass sie das im TV gezeigt haben". Er habe sich "bisher nie öffentlich als schwul bezeichnet". Er habe auch das Filmteam gebeten, die Frage nach seiner sexuellen Orientierung und seine Antwort nicht zu senden. "Ich hatte klar gesagt, das sollte im TV nicht gezeigt werden." Er glaube aber trotzdem, dass ihn seine Fans nach dem Outing nicht im Stich ließen.

SRF-Filmautorin Vanessa Nikisch widersprach dem "Schweizer Justin Bieber" ("Nau") und erklärte: "Nachdem diese Szene gefilmt wurde, habe ich Younes gefragt, ob ich sie für den Dok-Film verwenden darf, und er war damit einverstanden." Sie habe die Frage, die sich aus der Situation heraus ergeben habe, für relevant gehalten: "Es geht ja in diesem Film um Sein und Schein, und darum, wie man sich in der Onlinewelt präsentiert. Wenn einer ein Mädchenschwarm ist und sich so gibt, scheint mir eine solche Frage angebracht, mehr sogar: unabdingbar." (dk)

#1 hugoAnonym
  • 01.02.2019, 14:58h
  • Ein Zwangsouting ist ein grober Verstoss gegen das Selbstbestimmungsrecht einer Person. Wer sich wann, wo, ob überhaupt outet ist dessen Privatsache, solange er sich gegenüber seiner Neigung neutral verhält.
    Anders sieht es aus, wenn er z.B. gegen Schwule hetzt.
    Würde ihm raten, den Sender zu verklagen!
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#2 Kopernikus
  • 01.02.2019, 16:04hFrankfurt
  • Antwort auf #1 von hugo
  • Und was, wenn der Sender tatsächlich gefragt hat, so wie es dargestellt wird. Ich finde solch unreflektierte Aussagen hinsichtlich einer Seite kommen immer häufiger, ohne dass dabei beide Seiten betrachtet werden oder näheres bekannt ist. Aber Hauptsache erst einmal loswettern.
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#3 Elfolf
  • 01.02.2019, 16:41hHamburg
  • Zwangsouting, so wie es hier beschrieben wurde, dient wohl eher dem Renomee der Reporterin, die damit ihre investigativen Fähigkeiten demonstrieren will. Da ist so ein junger Mann ein leichtes Opfer. Mir erscheint seine Erklärung schlüssig. Wäre er tatsächlich mit dem Outing einverstanden gewesen, dann hätte ein nachträglicher Rückzieher doch keinen Sinn.
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