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Doku über Influencer

Schweizer Fernsehen outet Instagram-Star als schwul

Younes Saggara wirft dem Schweizer Fernsehen vor, ihn trotz seines Vetos geoutet zu haben. Die Autorin des Films dementiert den Vorwurf.


Younes Saggara fühlte sich vom Schweizer Fernsehen hintergangen (Bild: Screenshot SRF)

Der 18-jährige Berner Influencer Younes Saggara beschuldigt den deutschschweizerischen Sender SRF 1, ihn in der am Donnerstag zur Hauptsenderzeit ausgestrahlten Sendung "Generation Selfie" gegen seinen Willen als schwul geoutet zu haben. Der Teenager, dessen Instagram-Kanal mehr als 14.000 Abonnenten hat und der in der Social-Media-App TikTok auf fast 270.000 Follower kommt, erklärte, dass er die Filmemacher gebeten habe, einen entsprechenden Hinweis auf seine sexuelle Orientierung nicht zu senden. Die Autorin der Dokumentation widerspricht dem Social-Media-Star jedoch energisch.

In der Doku, die mehrere in sozialen Netzwerken aktive junge Menschen verfolgt, wurde er von der Reporterin gefragt: "Wissen deine Fans, dass du schwul bist?" Daraufhin antwortete Saggara: "Über dieses Thema möchte ich nicht sprechen, das ist mein Privatleben." Eine neben ihm stehende Kollegin sagte dann: "Ich finde, man sollte zu dem, was man ist stehen." Daraufhin Saggara: "Ich stehe ja dazu, aber ich will nicht darüber reden."

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"Es ist frech, dass sie das im TV gezeigt haben"

Im Nachrichtenportal "Nau" beschwerte sich Saggara: "Es ist frech, dass sie das im TV gezeigt haben". Er habe sich "bisher nie öffentlich als schwul bezeichnet". Er habe auch das Filmteam gebeten, die Frage nach seiner sexuellen Orientierung und seine Antwort nicht zu senden. "Ich hatte klar gesagt, das sollte im TV nicht gezeigt werden." Er glaube aber trotzdem, dass ihn seine Fans nach dem Outing nicht im Stich ließen.

SRF-Filmautorin Vanessa Nikisch widersprach dem "Schweizer Justin Bieber" ("Nau") und erklärte: "Nachdem diese Szene gefilmt wurde, habe ich Younes gefragt, ob ich sie für den Dok-Film verwenden darf, und er war damit einverstanden." Sie habe die Frage, die sich aus der Situation heraus ergeben habe, für relevant gehalten: "Es geht ja in diesem Film um Sein und Schein, und darum, wie man sich in der Onlinewelt präsentiert. Wenn einer ein Mädchenschwarm ist und sich so gibt, scheint mir eine solche Frage angebracht, mehr sogar: unabdingbar." (dk)



#1 hugoAnonym
  • 01.02.2019, 14:58h
  • Ein Zwangsouting ist ein grober Verstoss gegen das Selbstbestimmungsrecht einer Person. Wer sich wann, wo, ob überhaupt outet ist dessen Privatsache, solange er sich gegenüber seiner Neigung neutral verhält.
    Anders sieht es aus, wenn er z.B. gegen Schwule hetzt.
    Würde ihm raten, den Sender zu verklagen!
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#2 KopernikusProfil
  • 01.02.2019, 16:04hFrankfurt
  • Antwort auf #1 von hugo
  • Und was, wenn der Sender tatsächlich gefragt hat, so wie es dargestellt wird. Ich finde solch unreflektierte Aussagen hinsichtlich einer Seite kommen immer häufiger, ohne dass dabei beide Seiten betrachtet werden oder näheres bekannt ist. Aber Hauptsache erst einmal loswettern.
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#3 ElfolfProfil
  • 01.02.2019, 16:41hHamburg
  • Zwangsouting, so wie es hier beschrieben wurde, dient wohl eher dem Renomee der Reporterin, die damit ihre investigativen Fähigkeiten demonstrieren will. Da ist so ein junger Mann ein leichtes Opfer. Mir erscheint seine Erklärung schlüssig. Wäre er tatsächlich mit dem Outing einverstanden gewesen, dann hätte ein nachträglicher Rückzieher doch keinen Sinn.
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#4 tychiProfil
  • 01.02.2019, 16:56hIrgendwo im Nirgendwo
  • Nur nicht vorschnell aufregen und schön auf dem Boden bleiben. Ich habe die Sendung gesehen. Sie war übrigens sehr gut gemacht. So wie ich das Schweizer Staatsfernsehen SRF kenne, wird die Reporterin nachgefragt haben. Die erwähnte und zitierte Filmszene wirkt im Original (Berner Mundart) nicht so eindeutig, wie das schriftdeutsche Transkript vermuten lässt.

    Logischer scheint, dass sich Younes beim Nachfragen der Reporterin nicht bewusst war, was seine Zustimmung bedeutet; wie der so mit sich selbst und seinem Hunger nach Likes und Aufmerksamkeit beschäftigt ist...

    P.S.
    Younes versucht nicht das erstemal einen Skandal zu fingieren für ein paar Happen Aufmerksamkeit. Vor ca. 1 Jahr gaukelte er eine "Sex-Szene" vor; in einem Live-Stream, den er angeblich aus Versehen
    abzuschalten vergessen hätte.
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#5 KetzerEhemaliges Profil
  • 01.02.2019, 21:21h
  • Das Grundproblem ist doch, dass Homosexualität immer noch als Makel betrachtet wird. Wenn das nicht so wäre, wäre weder ein Coming-Out noch ein Outing ein Problem.

    Wenn ein "Influencer" sich natürlich als Mädchenschwarm inszeniert, geht ihm da ein Stück weit seine "Geschäftsgrundlage" verloren, wenn herauskommt, was wirklich Sache ist. Mist aber auch. Mir fällt dazu nur ein: Lügen haben kurze Beine. Zumal wenn man sich öffentlich inszeniert. Da sollte man dann also schon im Eigeninteresse weitgehend realistisch bleiben, um nicht eines Tages voll auf die Fresse zu fallen.

    Wir leben in einer schizophrenen Zeit. Einerseits sind wir ja angeblich spätestens seit der Ehe für Alle voll akzeptiert (ja, ich weiß, dass die Schweiz da noch hinterherhinkt) - andererseits ist es nach wie vor ein unfassbarer Skandal, wenn jemand geoutet wird.

    Ja was denn nun? Entweder es IST in Ordnung, queer zu sein, oder es ist NICHT in Ordnung.
    WENN es in Ordnung ist, sollten wir uns langsam mal von dem aufgebauschten Theater verabschieden, das in der Öffentlichkeit stehende Leute machen, wenn ihr kleines Lügenkartenhaus zusammenbricht und sie dastehen, als was sie SIND, statt als was sie zu sein scheinen wollen.
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#6 Patroklos
  • 01.02.2019, 21:53h
  • Er sollte sich lieber bedanken, denn sonst hätte er weiterhin ein Leben als Schrankschwuler geführt!
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#7 ErwachseberAnonym
  • 01.02.2019, 22:11h
  • Die Reporterin Vanessa Nikisch hat grobfahrlässig gehandelt. Als erwachsene Person einem Teenager gegenüber ist das mehr als respektlos, es ist absolut daneben. Younes sexuelle Orientierung tat und tut nichts zur Sache, der Junge wollte nicht darüber reden, die Szene war mir als Zuschauer unangenehm . Als Ehefrau eines ehemaligen Realityshow Moderatoren und Mutter einer 4 jährigen müsste Frau Nikisch es besser wissen. Ihre Reaktion ist einer erwachsenen Frau, einer Reporterin und Mutter unwürdig.
    Ein Sorry wäre angebracht.
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#8 KetzerEhemaliges Profil
  • 01.02.2019, 22:36h
  • Antwort auf #7 von Erwachseber
  • Der "Teenager" und "Junge" ist 18, was auch in der Schweiz Volljährigkeit bedeutet. Ab wann ist man dann erst erwachsen? Welches Alter gilt dafür als festgelegt?

    Die sexuelle Orientierung eines jeden Menschen tut etwas zur Sache, insbesondere, wenn es in einer Sendung um Sein und Schein geht, und sich ein Schwuler öffentlich als Mädchenschwarm inszeniert und damit Geld verdient.

    Was die Tatsache, dass die Reporterin eine 4jährige Tochter zu haben scheint, damit zu tun haben soll, dass sie einen Erwachsenen als solchen behandelt und kritisch nachfragt (was nun mal Aufgabe von Reporter_innen ist), verstehe ich jetzt nicht so wirklich. Haben Mütter von 4jährigen Mädchen gefälligst keinen Job auszuüben (Kinder, Küche, Kirche)? Oder wenn schon, haben sie dann mit jedem so umzugehen, als wäre er_sie 4 Jahre alt? Ich verstehe es schlicht nicht.
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#9 BobAachenProfil
  • 02.02.2019, 02:55hAachen
  • Antwort auf #5 von Ketzer
  • "Wenn ein "Influencer" sich natürlich als Mädchenschwarm inszeniert, geht ihm da ein Stück weit seine "Geschäftsgrundlage" verloren, wenn herauskommt, was wirklich Sache ist." - Unsinn. Das kreischen die Mädels nur lauter!
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#10 KetzerEhemaliges Profil
  • 02.02.2019, 03:47h
  • Antwort auf #9 von BobAachen
  • Hast Du die Doku gesehen? Da ist eine junge weiblich gelesene Person fast vor Glück zusammengebrochen, nachdem er sie kurz geküsst hatte. Offenbar war sie von ihrem allergrößten Idol geküsst worden.

    Im Allgemeinen ist ein Mädchenschwarm ja nun schon eher eine männlich gelesene Person, die theoretisch zur Verfügung steht, die man als halbwegs realistisches Fernziel anschmachten kann, weil es ja theoretisch sein könnte, dass er sich "für sie entscheidet". Letzteres fällt bei einem Schwulen dann doch eher weg.

    Sicher, manche weibliche Menschen himmeln auch Schwule an. Aber sicher nicht aus den gleichen Gründen und mit den gleichen Motiven. Und sowas wie anfangs genannt kommt dann wohl eher nicht dabei heraus. Denn es fehlt schlicht der Faktor der sexuellen Anziehung und theoretischen sexuellen Verfügbarkeit.
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