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Einreise verweigert

Dubai schikaniert trans­sexuelle Österreicherin

Ein lesbisches Paar durfte nicht nach Dubai einreisen, weil eine der beiden Frauen transsexuell ist. Zollbeamte zwangen die Frau, sich vor den Augen von drei Sicherheitsleuten auszuziehen.


Wer nach Dubai reist, sollte möglichst seine sexuelle Orientierung oder Geschlechts­identität verstecken (Bild: Ole Bendik Kvisberg / flickr)

  • 1. Februar 2019, 13:10h 13 3 Min.

Das verpartnerte Paar Madlen und Bernadette König-Halbritter aus Wiener Neustadt (Niederösterreich) plante zu Weihnachten und zum Jahreswechsel eine Traumreise nach Südafrika und Dubai. Doch dann wurde der Trip laut "Kurier" für die beiden Hotelbetreiberinnen zum Albtraum: An Silvester kamen die Frauen von Johannesburg am Flughafen in Dubai, der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, an – und wurden dort "plötzlich von Sicherheitsleuten in einem Raum gebracht", wie Madlen schilderte.

Die Beamten seien besonders an der Beziehung der beiden Frauen und dem Geschlecht von Bernadette König-Halbritter interessiert gewesen. Der Grund: "Ich wurde als Mann geboren und habe seit Juli 2017 den Status Frau und auch einen solchen Pass", so König-Halbritter zum "Kurier". Sie habe Brüste, sei aber "unten nicht operiert". Das führte zu diskriminierenden Aussagen der Beamten bei der Leibesvisitation: Sie sollen "Everything cut off? (zu Deutsch: "Alles abgeschnitten?") gefragt haben.

Paar musste am selben Abend zurück nach Wien

Daraufhin durfte das Paar nicht einreisen und wurde Stunden später vor die Wahl gestellt, entweder nach Johannesburg zurückzufliegen oder einen Flug nach Wien zu nehmen. Auch ein Gespräch mit dem österreichischen Konsulat konnte nichts an der Sache ändern – die lesbische Partnerin musste den Flug auf eigene Kosten umbuchen. Noch am selben Abend ging es für das Paar damit zurück nach Europa. Immerhin: "Die Fluglinie Emirates hat sich aber sehr korrekt verhalten und war freundlich zu uns – das Problem dürfte tatsächlich in der persönlichen Befindlichkeit der Flughafen-Angestellten gelegen sein", so das Paar gegenüber "Heute". Die Zurückweisung kam insbesondere überraschend, da Bernadette König-Halbritter 2017 und 2018 bereits zwei Mal mit dem selben Pass nach Dubai eingereist war – damals ohne jegliche Probleme.

Für das Paar war die Reaktion der Dubaier Beamten teuer: Die Frauen mussten Stornokosten für das Hotel und die gebuchten Ausflüge zahlen – insgesamt 2.500 Euro. Weil keine Krankheit oder ähnliches vorlag, übernahm die Reiseversicherung keinen Cent der Kosten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als extrem homo- und transphobes Land. Homosexualität kann im Extremfall mit der Todesstrafe geahndet werden. Auch Ausländer wurden wiederholt wegen angeblicher homosexueller Aktivitäten verfolgt. 2017 sorgte etwa die Verhaftung eines damals 27-jährigen Schotten für Aufregung, der in einer Bar aus Versehen einen anderen Mann an der Hüfte berührt hatte und dafür drei Monate Haft erhielt. Kurz nach seiner Verurteilung wurde er abgeschoben (queer.de berichtete).

Bereits 2016 sorgte Dubai für Schlagzeilen, als dem transsexuellen Model Gigi Gorgeous die Einreise verweigert worden war (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 AnonAnonym
  • 01.02.2019, 14:47h
  • Na ganz ehrlich wenn man als trans-lesbisches Pärchen dorthin fliegt is man selbst schuld. Damit is doch zu rechnen. Natürlich absolut inakzeptabel und unentschuldbar was dort abläuft, aber provozieren muss man es nun auch nicht.
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#2 NeindankeAnonym
  • 01.02.2019, 14:48h
  • Aufwachen!
    Homophobie, Transphobie, Todesstrafe für Homosexualität, Mann vergewaltigt Frau - Frau landet im Knast...Frauenrechte Fehlanzeige usw.usw...
    das Ganze gepaart mit Willkür...
    Zweimal ging es gut...lag am Beamten der nicht gut drauf war...
    Wer da hinfährt und Urlaub machen will, sollte vorher gut überlegen, ob er eventuell nach deren Weltanschauung und Strafrecht angreifbar ist und da hört es bei mir schon als FRAU auf, wenn ich das Risiko habe, sollte ich vergewaltigt werden und sollte ich das anzeigen wollen, dann unter Umständen selbst im Knast lande, weil ich außerehelichen Sex hatte, weil Frauen dort generell weniger Rechte haben...

    Dubai ist und bleibt ein no go Land.
    Aber anscheinend vernebeln schön gemachte Prospekte den gesunden Menscherverstand.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 01.02.2019, 15:04h
  • Antwort auf #2 von Neindanke
  • "Dubai ist und bleibt ein no go Land."

    Das sollte jedem zivilisierten Menschen klar sein.

    Ist mir sowieso ein Rätsel, was man sich in dieser Beton- und Sandwüste überhaupt ansehen soll.
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