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Hasssänger in Köln

Summerjam verteidigt Auftritt von Buju Banton

Das Summerjam-Festival behauptet, der jamaikanische Sänger Buju Banton habe sich "im Laufe der Jahre auch verändert" – und sei heute nicht mehr homophob.


Das Summerjam-Festival findet dieses Jahr bereits zum 34. Mal statt

Zu Update springen: CSD-Veranstalter fordern Ausladung Bantons (17.45 Uhr)

Das Kölner Summerjam-Festival hält am Auftritt des jamaikanischen Sängers Buju Bunton Anfang Juli in Köln fest. Der 45-Jährige soll als Headliner bei dem Reggae-Festival auftreten, obwohl er in seinen Liedern zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen hatte (queer.de berichtete).

"Wir haben die Entwicklung des Künstlers Buju Banton über lange Jahre beobachtet. Er ist ein Künstler, den man aufgrund seiner Äußerungen von vor über zwei Jahrzehnten kritisch betrachten kann und muss", heißt es in der Stellungnahme gegenüber queer.de. "Der zu recht umstrittene Song 'Boom Boom Bye' erschien 1992, also vor 27 Jahren, da war Buju 19 Jahre alt. Mittlerweile distanziert sich der Künstler nicht nur in Deutschland sondern weltweit von seinen früheren Aussagen zum Thema Homophobie."

Allerdings sind bislang keine öffentlichen Distanzierungen des im Dezember 2018 nach mehrjähriger Haftstrafe wegen Drogenhandels aus einem US-Gefängnis entlassenen Sängers von früheren Äußerungen bekannt. Kurz vor seiner Verhaftung hatte er im Herbst 2009 noch abfällig erklärt, es gebe "kein Ende im Krieg zwischen mir und Schwuchteln". Damals sagte er auch, dass er wegen seiner "Kultur und Erziehung" Homosexualität "nicht in tausend Jahren" gutheißen könne (queer.de berichtete).

Das Summerjam-Festival verwies in seiner Antwort auf eine queer.de-Anfrage auch auf eine LGBTI-Organisation in Barbados, die Kritik an den Mordaufrufen als "westliches Narrativ" bezeichnete. Banton sei eine Stimme der armen schwarzen Bevölkerung der Karibik. Die jamaikanische LGBTI-Organisation J-FLAG hatte allerdings jahrelang die Musik Bantons kritisiert und erklärt, dass seine Musik möglicherweise einen Beitrag zu Lynchmorden an Homosexuellen geleistet habe.

Veranstalter sichern sich vertraglich gegen Homophobie ab

Nach Ansicht des Kölner Festivals habe sich Bantons "Sicht auf die Dinge im Laufe der Jahre auch verändert" – bereits bei seinem letzten Summerjam-Auftritt vor zehn Jahren habe er "weder homophobe Songs gespielt noch sich entsprechend geäußert".

Für die jetzige Veranstaltung habe man sich vertraglich versichern lassen, dass der Interpret während seines Auftritts keinen Hass auf Homosexuelle verbreite. Im Vertrag heiße es, dass der Künstler zustimme, "keine Statements gegen Homosexualität" abzugeben, und dass der Künstler nicht zu "Rassismus oder Gewalt gegen Homosexuelle" aufrufen dürfe. "Und wir garantieren, dass er das in diesem Jahr auch nicht tun wird!", so Summerjam. (dk)

 Update  17.45 Uhr: CSD Köln verurteilt Auftritt

Der Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST), der den Cologne Pride veranstaltet, forderte die Summerjam-Organisatoren auf Facebook auf, Buju Banton wegen seiner homosexuellenfeindlichen Haltung auszuladen.

"Auf eurer Homepage steht es wäre ein Fest mit 'toleranten und friedliebenden Gleichgesinnten'. Da passt Euer Headliner Buju Banton mit seinem Haterhymes von 'Boom Bye Bye' gar nicht zu", so die CSD-Organisatoren in dem offenen Brief an Summerjam. Künstler wie Banton seien an der Gewalt gegen Homo- und Transsexuelle in Jamaika "mitverantwortlich". "Er spielt diesen Hasssong nach wie vor überall auf der Welt, hat sich davon in keinster Weise distanziert und sorgt gerade bei jungen Menschen dafür, dass sich Homo-, Trans*,- und Biphobie noch mehr ausbreitet."

Die Festival-Veranstalter sollten Banton deshalb nicht auftreten lassen. "Die Erklärung, die ihr der queer.de gerade gegeben habt, ist ein Offenbarungseid und peinlich hoch 10", so der KLuST. Der CSD und das Summerjam-Festival finden beide traditionell am ersten Juli-Wochenende statt.

Liebe Kollegen_innen des Summerjam Festivals: Auf eurer Homepage steht es wäre ein Fest mit "toleranten und…

Gepostet von Cologne Pride am Freitag, 1. Februar 2019
Facebook / Cologne Pride

Kritik kam auch vom schwulen Politiker Sven Lehmann: "Homofeindliche Hasssänger sind in #Köln nicht willkommen! Und zwar nicht nur am CSD-Wochenende nicht. Sondern gar nicht", schrieb der grüne Bundestagsabgeordnete aus Köln bei Twitter.



#1 Patrick SAnonym
  • 01.02.2019, 16:56h
  • Wenn man sich schon vertraglich absichern muss, dass der Künstler nicht zu Gewalt und Hass aufruft und kein Trans- und Homofeindlichen Parolen und Statements von sich gibt, müsste dass doch eigentlich Beweis genug sein, dass der selbige völlig unggeignet ist, für eine solche Veranstaltung, zumal sie in der deutschen Schwulenhauptstadt stattfindet. Wie blind kann man eigtl. sein?

    Und dass er nicht ausfällig geworden ist, die letzten Jahre, liegt ja nicht an seinem Gesinnungswandel, sondern daran, dass man für gewöhnlich keine Konzerte und Pressekonferenzen im Knast gibt...

    Da schämt man sich ja fast fremd!
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#2 Andy2Anonym
  • 01.02.2019, 17:40h
  • "Für die jetzige Veranstaltung habe man sich vertraglich versichern lassen, dass der Interpret während seines Auftritts keinen Hass auf Homosexuelle verbreite."

    Ähm, Frage: Wenn er sich doch so verändert hat, wieso muss man solch eine Passage dann in seinem Vertrag aufnehmen? Ich frage mich, ob Veranstalter, die Barbra Streisand buchen, so etwas auch in ihren Vertrag schreiben.

    Gern würde ich auch sehen, wann, wo und wie er sich von seinen früheren Aussagen (die nun wirklich zumindest laut Bericht HEFTIG sind) distanziert. Hat SummerJam da Links zu entsprechenden Quellen?

    2009 hat er sich zumindest laut Queer.de noch NICHT von seiner homophoben Gesinnung gelöst gehabt.

    Ich finde es UNFASSBAR, dass ein deutscher Veranstalter solch einem Künstler eine Plattform bietet.
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#3 Alice
  • 01.02.2019, 23:31h
  • Hey ich habe mir den "Song" gerade mal angehört (mit Lyrics sonst hätte ich den Sänger nicht verstanden)
    Er ist eindeutig als Aufruf gemeint "uns" zu erschießen, einfach so, weil :
    "Peter is not for Janet, Peter is for John
    Suzette is not for Paul, Suzette is for Ann
    Where the bumbaclaat dem get dat from?"
    und zu tun ist was?
    "Me say boom bye bye inna batty bwoy head
    Rude bwoy nah promote no batty man, dem haffi dead
    Boom bye bye inna batty guy head
    Rude bwoy nah promote no batty man-
    Hear what now!"
    ach ja und auch noch
    "Guy come near we then his skin must peel
    Burn him up bad like ah old tire wheel
    Gwaan buju banton yu tough"

    Ist klar, so ein "Mann" muss spielen in Köln, denn er macht Geld, und Meinungsfreiheit ist es auch! *urgh*
    Kann man für ihn nicht, wenn er in anderen Ländern nachweislich immer noch diesen "Song" ablässt, einen Haftbefehl für die EU ausstellen lassen?
    Was nutzt es, wenn er versichert hier keine solch üble Hetze abzulassen, es ggf auch nicht tu, aber sich sonst scheinbar nicht daran hält und einige seiner Fans genau das auch wissen?
    Was will er hier singen in einem Land dass seiner Meinung nach unmoralisch ist - ach wenn man doch nicht so gut in diesen verderbten Ländern daran verdienen könnte!!

    Es gibt nur eine Sache, wie er das aus der Welt schaffen kann (jeder kann sich entwickeln):
    * sich ausdrücklich von dem Hass-Song distanzieren und (damit man es auch ernst nehmen kann)
    * sich in seinem Heimatland gegen die dortige Diskriminierung von LGBT+ einsetzen, denn er hat dort einiges wieder gut zu machen !!
    * Um den Song nicht bei gewissen Hatern zum "Kult" zu machen, sollte er jede Einahme durch den Song zu 100% in seine Wiedergutmachung stecken und dies auch öffentlich bekannt machen.
    Menschen die (auch) wegen dieses Songs z.B. getötet oder misshandelt wurden, das kann er nicht mehr rückgängig machen, diese Schuld hat er zu tragen!! Aber er kann dafür sorgen dass es deutlich besser wird.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 02.02.2019, 06:29hBerlin
  • Ich bin dafür, ihn singen zu lassen, bei dem Konzert durch Pfeifkonzerte und Rufe ihm aber deutlich zu machen, dass ein homophober Mensch nicht willkommen ist.
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#5 Gerlinde24Profil
#6 LotiAnonym
  • 02.02.2019, 06:57h
  • Antwort auf #3 von Alice
  • Klare und sehr deutliche Worte. Danke.
    Mir ist auch vollkommen unverständlich weshalb dieser Idiot überhaupt auftreten darf.
    Vermutlich weil es bestimmten Personengruppen aus dem Publikum gibt, die sich einen Dreck um andere schären und solch Liedtexte auch noch geil finden.
    Eigentlich sollte Jimmy Cliff, der ja auch auftreten tut, einige klare Worte an das Publikum richten. Wird aber wohl nicht passieren. Schade.
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#7 LotiAnonym
  • 02.02.2019, 07:13h
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • Ja, das wäre mal was. Dieser Knastbruder singt und das Publikum pfeift und buht, zeigt ihm die Regenbogenfahne hoch. Das wäre ein sehr deutliches Signal.
    Aber wie es nun einmal so ist, wollen die Leute ihren Spaß haben und sich mit Ganja zudröhnen. Da sind dann Liedtexte zweitrangig.
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#8 alter schwedeAnonym
  • 02.02.2019, 10:26h
  • Hmmmh? Allmählich überlege ich mir doch, ob ich mich nicht lieber in die sicheren Herkunftsländer wie Algerien, Tunesien oder Marokko aufmache.
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#9 Patrick SAnonym
#10 TatsächlichAnonym