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"Ich bin ok"

Jussie Smollett äußert sich erstmals zum Angriff auf ihn

Der schwule Schauspieler war Anfang der Woche offenbar aus Homophobie und Rassismus auf offener Straße angegriffen worden. Der Polizei fehlt weiter eine heiße Spur.


Smollett im Herbst 2018 bei Instagram (Bild: jussiesmollett / instagram)

Der amerikanische Schauspieler und Sänger Jussie Smollett hat sich rund vier Tage nach einem Angriff auf ihn erstmals öffentlich geäußert. "Mir geht es gut", teilte er am Freitag in einem Statement gegenüber dem US-Magazin "Essence" mit. "Mein Körper ist stark und meine Seele ist stärker."

Der schwarze, schwule und jüdische Star aus der Serie "Empire" und dem Film "Alien: Covenant" war in der Nacht zum Dienstag in Chicago von zwei Männern überfallen worden. Laut Medienberichten zu seinen Aussagen gegenüber der Polizei hatten die mit Masken vermummten Angreifer "Das hier ist MAGA-Land" gebrüllt – "Make America Great Again" war der Wahlwerbespruch von US-Präsident Donald Trump. Auch hätten sie ihn als "Schwuchtel" und "N****r" bezeichnet, ihn mit einer Flüssigkeit, offenbar Bleiche, überschüttet und ihm einen Strick um den Hals gelegt.

Die Polizei hatte schnell von einem mutmaßlichen Hassverbechen gesprochen. Unter anderem aufgrund von Diskrepanzen in den Schilderungen von Medien und einer späteren Mitteilung der Polizei, wonach man kein Videomaterial des Angriffes habe finden können, hatten einige rechte Medien und viele Nutzer in sozialen Netzwerken einen Hoax vermutet und einen Shitstorm gegen den Schauspieler gestartet, während dieser noch zur Behandlung im Krankenhaus lag.

Er arbeite mit den Behörden zusammen und sei zu jeder Zeit zu 100 Prozent konsistent in seinen Aussagen gewesen, so Smollett am Freitag. Der 36-Jährige bedankte sich für "die Liebe und Unterstützung", die er erhalten habe, und betonte: "Diese feigen Angriffe geschehen täglich gegenüber meinen Schwestern, Brüdern und nicht-binären Geschwistern. Ich bin nicht und sollte nicht als isolierter Vorfall betrachtet werden."

Schauspieler erhielt Drohbrief

Man habe keinen Grund, an Smolletts Angaben zu zweifeln, sagte ein Sprecher der Polizei von Chicago am Freitag. Der Schauspieler habe sich kooperativ verhalten, auch wenn er sein Telefon nicht aushändigen wollte, das ein Gespräch zwischen ihm und seinem Manager während des Angriffes bestätigen könnte. Es gebe Videomaterial, wie Smollett noch mit dem Strick am Hals ein Gebäude betrat, von dem aus er die Polizei rief.

Die inzwischen vom FBI unterstütze Polizei hatte Mitte der Woche Material einer Videokamera veröffentlicht, das zwei gesuchte Personen zeigt – es soll sich um mögliche Zeugen, nicht um die mutmaßlichen Täter handeln. Die Polizei bestätigte inzwischen auch, dass Smollett am Set von "Empire" am 22. Januar einen an ihn adressierten Brief erhielt, der weißes und – wie sich nach einer Untersuchung herausstellte – harmloses Pulver enthielt. Medienberichte zufolge enthielt der Brief die Drohung "Du wirst sterben, schwarze Schwuchtel".

Twitter / CoriC_FOX5DC

Nach der Tat zeigten sich viele Prominente schockiert, unter ihnen der frühere Vize-Präsident Joe Biden oder die Schauspielerin Ellen Page, die die Regierung Trump kritisierte. "Wenn Du in einer Machtposition bist, Menschen hasst und ihnen Leid zufügen willst, wenn Du so viel auf Dich nimmst und in Deiner ganzen Karriere anderen Leid zufügst – was glaubst Du, was dann passiert?", fragte sie am Donnerstagabend in der "Late Show" an die Adresse des US-Präsidenten und seines Vize Mike Pence.

Homofeindliche Politik und Rhetorik hätten Konsequenzen, so Page: "Kids werden schikaniert und sie nehmen sich das Leben und Menschen werden sie auf der Straße verprügeln. Das muss verdammt noch mal aufhören." Trump hatte den Angriff auf Smollett am Donnerstag auf Nachfrage kurz als "schrecklich" bezeichnet und gemeint: "Es geht kaum schlimmer." (cw/dpa).



#1 Patroklos
  • 02.02.2019, 09:57h
  • Hoffentlich werden anhand der Aufzeichnungen der Überwachungskameras die Täter so schnell wie möglich gefunden!
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#2 Gerlinde24Profil
  • 03.02.2019, 07:25hBerlin
  • Wer Hass predigt, erntet Hass. Trump hetzt gegen Minderheiten und manche fühlen sich dadurch angesprochen, loszuschlagen. Das ist in Putins Russland so, das ist in Mays Brexit-UK so, und das ist ganz sicher in Trumps Amerika so!
    Opfer zu Tätern zu machen, ist eine weitere perfide Strategie der Menschen, die an eine "weiße Vorherrschaft" glauben, und nicht merken, dass sie nur benutzt werden, damit einige noch reicher und mächtiger werden.
    Dummheit und Ignoranz sterben halt nie aus!
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