Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32895

ARD-Krimiserie

Seit 30 Jahren Lena Odenthal, seit 20 Jahren offen lesbisch

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts ermittelt seit 1989 im "Tatort" – und denkt auch als dienstälteste Kommissarin nicht ans Aufhören. Der Rolle als "Vorzeige-Lesbe" wurde sie hingegen überdrüssig.


Ulrike Folkerts stellt seit 1989 die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal im SWF-/SWR-"Tatort" dar (Bild: SWR)

Die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts denkt nicht ans Aufhören. "Warum sollte ich diese schöne Position aufgeben?", sagte die 57-jährige Schauspielerin am Freitag bei der Jahrespressekonferenz des Südwestrundfunks (SWR) in Stuttgart. "So lange ich rennen kann und schießen kann, werde ich diese Lena Odenthal gerne weiterspielen. Wenn die irgendwann in Rente geschickt wird, werde ich Privatdetektivin."

Zu Folkerts' 30. Dienstjubiläum in der ARD-Krimireihe dreht der SWR eine Fortsetzung des umstrittenen Odenthal-Falls "Tod im Häcksler" aus dem Jahr 1991. "Ich denke, ich werde mir ganz genau überlegen, wann ich aufhören möchte, und werde mir einen ganz besonderen Ausstiegs-"Tatort" schreiben lassen", sagte Folkerts. "Aber ich habe den Zeitpunkt da wirklich noch nicht festgelegt."

Nach Coming-out engagiert für die Community

Im Jahr 1999 hatte sich Ulrike Folkerts als lesbisch geoutet. Vor vier Jahren sagte sie im Gespräch mit der "Bild am Sonntag", dieser Schritt sei der "größte Einschnitt" ihres Lebens gewesen (queer.de berichtete).

Nach ihrem Coming-out engagierte sich Folkerts bei zahlreichen Community-Events: So nahm die Hobbysportlerin 2002 bei den Gay Games im australischen Sydney teil und holte mit der Schwimmstaffel des schwul-lesbischen Berliner Vereins "Vorspiel" eine Silber- und eine Bronzemedaille. Im Juli 2004 erschwamm sie eine Bronzemedaille bei den Eurogames in München.

In einem Fragebogen des Buchs "OUT" von Karen Susan Fessel und Axel Schock gab Folkerts 2004 zu Protokoll, wie sie gern in Erinnerung bleiben möchte: als "eine Schauspielerin, die uns in ihren Rollen neue Frauentypen beschert hat und die als bekennende Lesbe vielen Frauen Mut gemacht hat, zu ihrer Homosexualität ja zu sagen, sie zu leben". 2008 kündigte Folkerts jedoch im Magazin "Stern" an, den Kampf für LGBTI-Rechte lieber anderen zu überlassen. "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben. Das sollen jetzt mal jüngere machen."

Im "Tatort" durfte Lena Odenthal zwar einmal im Jahr 2001 in einer Folge eine Frau küssen, hat aber sonst nur Beziehungen mit Männern. Folkerts antwortete in einem Interview 2014, wann ihre Figur endlich ihr Coming-out hat: "Nie! Weil es viel zu nah an mir dran ist. Das hätte man von Anfang an machen können, aber vor 25 Jahren war es undenkbar. Jetzt mache ich es nicht mehr. Bin ich verrückt? Ich möchte nicht mich selbst spielen." (cw/dpa)



#1 Gerlinde24Profil
  • 03.02.2019, 07:29hBerlin
  • Sie ist eine Schauspielerin, die sowohl die lauten Töne der Komödie, als auch die leisen Töne des Dramas beherrscht, und sogar in einem Krimi oder Thriller eine gute Figur macht.
    Ich hoffe, sie bleibt uns noch lange erhalten, egal, ob als Lena Odenthal, oder in anderen Rollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LotiAnonym
  • 03.02.2019, 10:25h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Schon sind wir wieder anderer Meinung. Als großer Krimifan, schaue ich sehr gerne einige Tatortkrimis. Dazu zählt nicht die schauspielerische Leistung von Lena Odenthal. Immer gleiche Mimik und eine Grundhaltung, mit der ich sehr wenig anzufangen weiß. Ist aber nur meine pers. Meinung.
    Zudem lese ich lieber gute Kriminalromane. Eine meiner Lieblingsautorinnen ist u.a. Val McDermid.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ElfolfProfil
  • 03.02.2019, 16:52hHamburg
  • Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Ich erinnere mich noch, als meine beste Freundin eines Sonntagabend anrief. Ich sollte sofort den Fernseher einschalten. Die Frau da ist die selbe, mit der wir kurz vorher in einer Lesbendisco getanzt haben. Ich habe mich dann Jahre später gewundert, dass sie bis dahin noch nicht geoutet war. Leider haben wir sie später nicht mehr wieder getroffen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KomischAnonym
  • 03.02.2019, 17:13h
  • Ihre Äußerungen sind etwas komisch.
    Einerseits schreibt sie ein Buch mit dem Titel "Out" und andererseits sagt sie: "Bin ich verrückt" wenn es um eine Rolle als lesbische Frau geht.
    Wieso verrückt? Sie hat es halt nicht getan, weil sie wusste, dass ihre Karriere darunter leiden würde. Anstatt eine Pionierin zu sein wie Hella von Sinnen.
    Sie spielt im Tatort Jahre lang eine Hetero-Rolle und wenn es um den Einsatz für LSBTTIQ geht, sagt sie nach paar Aktivitäten: "Jetzt dürfen jüngere" und "ich bin der" Vorzeigelesbe" überdrüssig."

    Ist man eine Vorzeigelesbe, wenn man sich für seinesgleichen einsetzt? Ich empfinde das nicht so, sondern mir ist es wichtig, dass sich die Situation für uns alle verbessert und dafür tue ich gerne etwas, egal wie alt ich werde.
    Und ein Doppelleben führe ich nicht. Ich bin sowohl privat out als auch beruflich. Ich stehe dazu und zwar überall.

    Insofern kann ich ihr nun weder danken noch gefallen mir ihre Rollen. Sie passt sich der Heteronorm so dermaßen an, dass für mich keinen Einfluss hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 DrahthaarfoxAnonym
#6 KomischAnonym
#7 DrahthaarfoxAnonym
#8 TheDadProfil
  • 04.02.2019, 11:27hHannover
  • Antwort auf #6 von Komisch
  • ""Eine einzige Rolle - mit Ex-Mann - very ground-breaking :-P :-)""..

    Eine Lesbische Frau/Schauspielerin ist also nur dann "authentisch" wenn sie in ihrem ganzem Leben niemals Kontakt mit einem Mann hatte ?
    Egal ob im "richtigem Leben" oder als Rolle ?
    Kuck an..
  • Antworten » | Direktlink »