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Sexualmoral

Prominente Katholiken fordern "verständige und gerechte Bewertung von Homosexualität"

In einem offenen Brief an Kardinal Marx haben acht bekannte Katholiken die Deutsche Bischofskonferenz zu einem Neuanfang aufgerufen, darunter Angar Wucherpfennig und Klaus Mertes.


Reinhard Kardinal Marx ist seit 2007 Erzbischof von München und Freising sowie seit 2014 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Botulph / wikipedia)

Acht prominente Katholiken haben die Deutsche Bischofskonferenz zu einem Neuanfang in der Kirche aufgerufen. Die katholische Kirche solle ihre geistlichen Ämter für Frauen öffnen, Priestern die Wahl ihrer Lebensform freistellen und der Homosexualität mit Verständnis begegnen, heißt es in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, den Münchener Kardinal Reinhard Marx, der am Sonntag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" veröffentlicht wurde.

"Wenn Sie sich an die Spitze der Reformbewegung setzen, haben Sie uns entschlossen hinter sich", steht in dem Appell, der sich auch an alle anderen Bischöfe richtet. "Schlagen Sie eine neue Seite auf, schreiben Sie "2019" darüber, und fangen Sie an." Über die Akzeptanz von Lesben und Schwulen heißt es im offenen Brief: "Hören Sie auf das Zeugnis der Bibel und auf die Erfahrungen von Gläubigen, und machen Sie einen Neustart mit der Sexualmoral – eine verständige und gerechte Bewertung von Homosexualität inklusive."

Anlass des Briefes ist Marx' Reise zu einer Vatikan-Konferenz

Fünf der acht Unterzeichner kommen aus Hessen, unter ihnen der der Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, Ansgar Wucherpfennig, dem der Vatikan im November vergangenen Jahres erst nach öffentlichen Appellen von Theologen die Zustimmung zu einer dritten Amtszeit gewährt hatte. Auch der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz und die Frankfurter Caritas-Direktorin Gaby Hagmans schlossen sich dem Appell an, ebenso wie der Jesuitenpater Klaus Mertes, der 2010 Missbrauchsfälle in der Kirche öffentlich gemacht hatte und nun das Kolleg Sankt Blasien im Südschwarzwald leitet.

Die Verfasser beziehen sich auf eine bevorstehende Reise von Kardinal Marx zu einer Konferenz im Vatikan über die Missbrauchsskandale der vergangenen Jahre. Sie sprechen auch von einer bedrückten Stimmung in den Pfarrgemeinden: "Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch. Unter einem bleiernen Himmel verkümmert die Freude am Glauben." (cw/dpa)



#1 queergayProfil
  • 03.02.2019, 11:03hNürnberg
  • Einen ähnlichen offenen Brief an den Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. - von acht bekannten oder prominenten Muslimen oder Moslems unterzeichnet - mit Forderung einer "verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität" wünsche ich mir ebenfalls.

    Dieser öffentliche Aufruf sollte dann auch an den Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V., die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. und an den Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. gerichtet werden.

    Bei uns gibt es an Universitäten auch Lehrstühle für Islamisches Recht. Vielleicht könnte man auch dort vorstellig werden und mit einem wohlwollenden Brief um eine "verständige und gerechte Bewertung von Homosexualität" bitten.
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#2 kuesschen11Profil
  • 03.02.2019, 11:10hFrankfurt
  • "Hören Sie auf das Zeugnis der Bibel und auf die Erfahrungen von Gläubigen, und machen Sie einen Neustart mit der Sexualmoral eine verständige und gerechte Bewertung von Homosexualität inklusive."

    Wie soll das bitte verstanden werden? Seit langer Zeit wird Homosexualität von der katholischen Kirche bewertet. Das Zeugnis der Bibel im Alten Testament ruft unter Levitikus sogar zum Morden gegenüber gleichgeschlechtlich Liebenden aus, zumindest was die sexuelle Praxis angeht.

    Im Neuen Testament haben die Theologen erkannt, dass das Wort in der Bibel sich selbst in Sünde verstrickt hat. Was aber heute noch davon übrig bleibt, ist die Diskriminierung und in fundamental christlichen Kreisen die Hass-Sprache.

    Wie soll der Neuanfang also aussehen? Wahrscheinlich werden kleine Kompromisse geschlossen ohne Anerkennung der sexuellen Identität.
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#3 Ralph
  • 03.02.2019, 12:13h
  • Meiner Meinung nach ist die Zeit, in der noch Diskussions- und Überzeugungsversuche zu machen waren, vorbei. Die Einstellung der kath. Kirche zu Schwulen und Lesben ist ihr internes Problem. Sowohl Schwule und Lesben als auch die Gesamtgesellschaft sind aufgerufen, mit aller Kraft darauf hinzuwirken, dass diese Kirche ihres politischen Einflusses und ihrer Bereichung durch Steuergelder, die überwiegend von Nichtmitgliedern stammen, entkleidet wird. Anders als z.B. der LSVD halte ich fortdauernde Anbiederung und Bettelei um Toleranz für verfehlt, nicht zielführend und vor allem unwürdig. Es gibt keinen Grund, mit der kath. Kirche anders umzugehen als mit anderen Organisationen, die sich außerhalb unserer freiheitlichen Staatsordnung und unserer vielfältigen Gesellschaft stellen, z.B. AfD. Extremismus ist immer Extremismus, egal ob originär politisch oder religiös motiviert. Ungeachtet ihrer heuchlerischen Abgrenzungen vom ganz rechten politischen Spektrum vertritt die kath. Kirche Schwulen und Lesben gegenüber genau die selben menschenfeindlichen Positionen wie AfD, NPD usw. und übertrifft diese sogar manchmal noch durch die Gehässigkeit ihrer Sprache.
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#4 23t5wefsdgAnonym
  • 03.02.2019, 12:14h
  • Kirche ist was für Doofe, die alten "Geistlichen" Kirchensteuer in den Rachen werfen, die wiederum von diesen Kirchensteuergeldern ein ganz weltliches Luxusleben inkl. sündhaft teurer Weine und sündhaft teurer Luxus-Immobilien führen.

    www.kirchenaustritt.de
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#5 Sven100Anonym
  • 03.02.2019, 12:52h
  • Die römisch-katholische Kirche ist hierarchisch aufgebaut. Es wird deshalb nicht einige katholischen Länder (z.B Schweiz, Deutschland, Niederlande) geben, in denen Frauen Priesterinnen werden können und in anderen katholischen Ländern (z.B. Italien, Zimbabwe, Indien) nicht. Genauso wenig wird es unterschiedliche Anerkennung von Homosexualität geben.
    Eine solche Handhabung ist in den evangelischen Landeskirchen, die selbständig sind, möglich, nicht jedoch in der katholischen Kirche, wo alle Entscheidungen in Rom getroffen werden. Was in der katholischen Kirche möglich ist, ist eine menschliche Herangehensweise, aber das ist ja heute schon der Fall und bedarf keiner Genehmigung von Rom.
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#6 Pu244Anonym
  • 03.02.2019, 13:11h
  • Antwort auf #2 von kuesschen11
  • "Im Neuen Testament haben die Theologen erkannt, dass das Wort in der Bibel sich selbst in Sünde verstrickt hat."

    Tut mit leid, aber das ist extremer Quatsch, den die Hippiechristen (Gott hat doch alle so lieb) so gerne predigen, der aber vorne und hinten nicht stimmt.

    Mag sein, dass ich als Hetero, der sich die Bibel auch mal großteils durchgelesen hat, einen anderen Zugang habe.

    Zunächst einmal gibt es theologisch keinen Bruch zwischen dem alten und neuen Testament, der Begriff wurde auch erst später von den Substitutionstheologen bzw. Antijudaisten gebraucht, um das jüdische besser tilgen, bzw. klein reden zu können.

    In Mt 5:17 heißt es dazu "Denket nicht, daß ich gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; nicht aufzulösen bin ich gekommen, sondern zu erfüllen.", nur um das ganze nochmal im Anschluß klar zu stellen (Mt 5:18) "Denn wahrlich, ich sage euch, bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Häkchen vom Gesetze vergehen, bis alles wird geschehen sein."

    Sprich: das alte Testament ist noch nach wie vor gültig. Im neuen Testament wurde das Verbor der Homosexualität sogar nochmal verschärft (1. Kor 6,9-10), in dem nun auch noch "Lustknaben" der Zutritt zum Himmel verwehrt bleibt, nebenbei werden diese in einem Satz mit Vergewaltigern, Räubern.

    Wenn man schon an eine Jahrtausende altes Buch glaubt, dann sollte man das mMn auch bitteschön richtig machen oder seine Konsequenzen ziehen. Aber das Folklorechristentum ist ja seit jeher in Mode, auch wenn es sich gewandelt hat, an den Nationalismusgott glaubt heute, im Gegensatz zum 19. und Anfang 20. Jahrhundert kaum einer mehr. Nach dem 2. Weltkrieg ist es heute aus der Mode gekommen, sich darauf zu freuen, dass der Großteil der Menschheit ausgerottet werden soll, wie es in der Offenbarung doch so schön angekündigt wurde. Auch verstecken die Evangelischen heute, peinlich berührt, den klaren Auftrag von Luther, das Judentum, mit seinem 7 Punkte Plan, auszurotten. Ich wette in 50 Jahren wird man Toleranz gegenüber Leuten mit anderer Sexualität als etwas urchristliches und Teil "unserer christlich abendländischen Kultur" dargestellt. Gläubige Christen sehen darin ein Eintreten von Jesaja 5:20 und damit dem baldigem Weltuntergang, ich sehe darin Atheismus, der sich mit ein paar Fetzen Tradition schmückt.
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#7 easykeyProfil
#8 FredinbkkProfil
  • 03.02.2019, 13:52hBangkok
  • und machen Sie einen Neustart ..

    alles babalabab....

    Kitas ,Altenheime und Religionsgebundene Schulen sofort in staatliche Haende verbringen..der seit jahrhunderten verlogenen und zum grossen Teil kriminellen Sekte,alle Steuerzuwendungen streichen.
    Sie muessen ausschliesslich von Zuwendungen ihrer Anhaenger leben.Den Religionsunterricht egal welcher Organisation\Sekte in allen Schulen entfernen und durch Etik und Humanismus ersetzen.
    Sektengebundene Parteien kritisch beobachten und notfals intervenieren durch unabhaenige Gerichte.
    Keine andere Gerichtsbarkeit als die staatliche zulassen...
    Religion,Sektentum und jedlicher andre Humbug muss in dem privaten Bereich
    angesiedelt werden und nur dort!!

    Das waere ein "echter Schnitt"

    aber solange es genuegend "Schafe" gibt,welchen den guten Hirten zum Schlachthof folgen ..wird sich wohl kaum was aendern..
    darauf verlassen sich die sog. Kirchen fuersten .......Leider!
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#9 daVinci6667
  • 03.02.2019, 13:58h
  • Mir ist das viel zu brav formuliert.

    Was wir brauchen ist die VOLLSTÄNDIGE Gleichbehandlung mit Heterosexuellen auch in der Kirche, kein blödes Geschwafel mehr von wegen Verständnis.

    Wir brauchen offen schwule Priester die mit ihrem Mann verheiratet sein können und mit ihren Kindern zusammen leben dürfen. Weg mit dem Zölibat, ausnahmslose Gleichberechtigung von Frauen und unerbittliche Verfolgung von pädokriminellem Kirchenpersonal ohne Rücksicht von Alter und Autorität!

    Und vor allem eine Entschuldigung für Jahrtausende von Diskriminierung, Verfolgung, Folter und Tod.

    Nicht das wir diese Entschuldigung annehmen müssten. Es wäre jedoch ein Anfang.

    Dass dies je kommen wird wage ich zu bezweifeln. Eher werden immer mehr austreten und der Anteil der Bevölkerung die einer Kirche angehören bald nur noch im einstelligen Prozentbereich liegen. Auch gut. Geschieht denen recht.
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#10 TheDadProfil