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Antisemitismus-Vorwurf gegen Bilal Hassani
Französischer Politiker fordert Disqualifikation von schwulem ESC-Kandidaten
Ein konservativer Senator will den französischen ESC-Kandidaten aus dem Wettbewerb kicken, weil der 19-Jährige angeblich Israel attackiert und Terrorismus verharmlost haben soll.

Bilal Hassani soll Frankreich im Mai beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv vertreten (Bild: Serecki / wikipedia)
- 4. Februar 2019, 13:53h 3 Min.
Frankreichs Kandidat für den Eurovision Song Contest, Bilal Hassani, ist stark unter Druck geraten: Nicht nur wird der 19-Jährige wegen seiner Homosexualität offen angefeindet – nun fordert ein konservativer Politiker, den Franzosen mit marokkanischen Wurzeln vom Wettbewerb zu disqualifizieren, weil er in einem Video islamistische Attentate "verharmlost" habe. Auch ein gegen Israel gerichteter rund fünf Jahre alter Tweet macht Hassani zu schaffen. Israel richtet in diesem Jahr den ESC in Tel Aviv aus.
Unter dem Motto "Nein zur Verharmlosung des Terrorismus" rief der republikanische Senator Henri Leroy die französische ESC-Jury auf, Hassani vom Wettbewerb auszuschließen. Der 73-Jährige beruft sich auf ein Video, in dem der junge Mann auf der Straße tanzt und singt "Frankreich hat viel gelitten – Attentate hier, Attentate da".
/ hleroymandelieuNon à la banalisation du #terrorisme ! @iambilalhassani candidat pour représenter la #France à L'#Eurovision2019, doit être écarté d'urgence du concours. #video @andremanou @VITAA @Willem @eurovision2019 pic.twitter.com/ntODNHtKMi
Henri Leroy (@hleroymandelieu) February 2, 2019
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Hasani dementiert Verharmlosung von Terrorismus und Antisemitismus
Hassani sagte der Zeitung "Le Parisien" vom Montag, das Video sei in einem "verrückten Moment" nach dem Sieg Frankreichs bei der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Juli entstanden. Es drücke Erleichterung aus, nicht aber Unterstützung für die Islamisten, die seit 2015 in Frankreich mehr als 250 Menschen töteten. Entsprechende Videos hätten damals mehrere Personen aufgenommen.
/ chris52742145 |#amelbent … c'est ça votre petit chéri ? pic.twitter.com/Y0BgimkN9M
chris (@chris52742145) February 1, 2019
Dieses Video aus dem Jahr vergangenen Jahr hält Senator Henri Leroy für eine Verharmlosung von Terrorismus
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Zudem habe er den kritisierten israelkritischen Tweet aus dem Jahr 2014 nicht selbst verfasst, erklärte der Sänger weiter. Darin werden dem jüdischen Staat pauschal "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen. Dies sei nicht seine Meinung, betonte Hassani. Er sei zum fraglichen Zeitpunkt "jung und dumm" gewesen und habe das Passwort zu seinem Twitterkonto mit rund zehn anderen Menschen geteilt.
Der 19-Jährige sieht sich massiven Anfeindungen ausgesetzt, seit er mit seiner Toleranz-Hymne "Roi" (König) vor gut einer Woche den ESC-Vorentscheid gewonnen hatte (queer.de berichtete). Er hat Anzeige gegen Unbekannt wegen "Beleidigung, Aufruf zum Hass und zur Gewalt sowie wegen homophober Drohungen" erstattet, nachdem mehrere LGBTI-Organisationen bereits vor dem Show-Finale Anzeigen wegen Hass-Tweets gegenüber mehr als 200 Menschen gestellt hatten (queer.de berichtete).
In sozialen Netzwerken wird Senator Leroy vorgeworfen, dass bei seiner Attacke auf den marokkanischstämmigen schwulen ESC-Kandidaten auch Islamo- und Homophobie eine Rolle gespielt hätten. Leroy hatte immer wieder mit Initiativen, die sich speziell gegen Muslime richten, für Schlagzeilen gesorgt – etwa mit einem Burkini-Verbot für öffentlich badenden Frauen. Außerdem gilt er als erbitterter Gegner der LGBTI-Gleichbehandlung; der "Manif pour tous"-Unterstützer forderte etwa in einem Interview vor wenigen Wochen, das Gesetz zur Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht aus dem Jahr 2013 auf den Prüfstand zu stellen. (AFP/dk)













