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Kommentare zu:
Warum Hetero- und Homosexualität keine Gegensätze sind


#1 S ZachariasAnonym
  • 04.02.2019, 17:01h
  • Merkwürdiger Ansatz. Als Konstrukt sind Homo- und Heterosexualität natürlich Gegensätze, ebenso wie Liebe und Hass Gegensätze sind oder Macht und Unterwerfung.
    Aber in einem konkreten Menschen gibt es diese Konstrukte praktisch nie in Reinform. Vielleicht identifizieren sich Menschen mit einem Konstrukt, weil es weitgehend passt, aber es wird wohl kaum Menschen geben, in denen es nicht sowohl homo- wie heterosexuelle Anteile gibt. Das ist aber wiederum absolut nicht neu.
    Was ist dann neu an dem Ansatz? Dass man erst den Denkfehler macht, Identität und Persönlichkeit gleich zu setzen und anschliessend zeigt, dass es ein Denkfehler ist??
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#2 KetzerEhemaliges Profil
  • 04.02.2019, 17:24h
  • "So geißelt sie die "bürgerliche" Eheöffnungs-Politik der Bürgerrechtsverbände, die das treue homosexuelle Liebespaar zur Norm erklärten, um Homosexualität vom Verruchten, Dreckigen und Promisken zu trennen."

    Auch wenn ich den Ansatz des Buches für mich nicht wirklich ausreichend nachvollziehen kann, halte ich doch diese These für keinesfalls agitatorisch. Wir erleben dies vielmehr bereits seit Einführung der "Ehe für Alle". Ich bin auch schon gefragt worden, "wann ich denn nun endlich heiraten würde".

    Ich war und bin für gleiche Rechte. Aus gleichen Rechten dürfen aber nicht gleiche Erwartungen erwachsen. Nach wie vor ist kein Schwuler, keine Lesbe verpflichtet, nun plötzlich zu heiraten. Und dennoch wird es mehr und mehr erwartet - inclusive plötzlich explodierter Zahlen des Kinderwunsches. Zu Zeiten meines Coming-Out wollte niemand, den ich kennenlernte, Kinder. Heute sollen plötzlich alle heiraten wollen und Kinder kriegen wollen.

    Sich gegen diese neue Verspießerung zu stellen, finde ich also durchaus sowohl nachvollziehbar als auch legitim und schließlich auch notwendig.
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#3 lindener1966Profil
#4 unpaintedProfil
  • 04.02.2019, 21:25hDarmstadt
  • Auch schön, dass Bisexualität nicht einmal erwähnt wird in diesen Artikel + in der Beschreibung der Amazon Seite.
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#5 LarsAnonym
  • 05.02.2019, 00:17h
  • Ein interessanter und wichtiger Ansatz, der meines Erachtens viele Kommunikations- und Verständnisprobleme zwischen "Heteros" und "Homos" erklärt, insbesondere auch die Tendenz der Heteromänner (und der heteronormantven Denkschulen und Religionen) zur Homophobie.
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#6 Shinkaishi
  • 05.02.2019, 10:25h
  • ...könnten wir es uns in diesem Zusammenhang vielleicht endlich angewöhnen, Bisexualität und die Tatsache, dass sexuelle Orientierung ein Spektrum darstellt, anzuerkennen?

    Nein, der "heterosexuelle" Mann, der anonymen Sex mit anderen Männern sucht ist per Definition nicht rein heterosexuell und ob er sich selbst so identifiziert ist ungefähr so relevant für diese Tatsache selbst, wie das Identifizieren von Rachel Dolezal als Schwarz oder Elizabeth Warren als Native American.

    Es gibt zwar immer noch keine absolute Klarheit über alle Faktoren, die sexuelle Orientierung beeinflussen und wie sie gegeneinander gewichtet sind, aber allein aus der sehr unschönen Geschichte von Konvertierungstherapien - gerade unter jenen, die sie freiwillig eingehen - sollte uns zeigen, dass sexuelle Orientierung eines nicht ist, nämlich ein soziales Konstrukt.

    Das einzig sozial konstruierte bei der ganzen Sache ist das Tabu homosexueller Sexualität und welche "Ausnahmen" eventuell eingeräumt werden.
    Und dazu gehört eben auch, dass sich Menschen als heterosexuell definieren, obwohl sie vielleicht sogar stärkeres Interesse an sexueller Betätigung mit dem eigenen Geschlecht zeigen.

    Darüber hinaus ist es natürlich immer wieder interessant zu sehen, dass Homosexualität anscheinend für bestimmte Leute uninteressant wird, sobald sie ihr Potenzial subversiv und kontrovers zu sein verliert.
    ...ach wie schrecklich, dass viele homosexuelle inzwischen einfach mit einem geliebten Partner glücklich sein können und so zumindest von großen und wachsenden Teilen der Gesellschaft akzeptiert werden.

    Vielleicht schaffen wir es als nächstes, dass alle Männer, bei Frauen scheint dies nach vielen Beschreibungen ja bereits stärker verwirklicht zu sein, sexuell experimentieren können ohne dabei fürchten zu müssen, von der einen binären Kategorie als Heterosexueller gleich in die andere Kategorie als Homosexueller zu rutschen.

    Ich habe eher Zweifel, dass ein solches Buch dabei wirklich hilft.
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#7 KetzerEhemaliges Profil
  • 05.02.2019, 11:40h
  • Antwort auf #6 von Shinkaishi
  • "Darüber hinaus ist es natürlich immer wieder interessant zu sehen, dass Homosexualität anscheinend für bestimmte Leute uninteressant wird, sobald sie ihr Potenzial subversiv und kontrovers zu sein verliert."

    Entschuldigung, aber diese Aussage ist einfach nur Bullshit. Kein Mensch ist homosexuell oder "interessiert sich mehr für Homosexualität", um möglichst "subversiv und kontrovers" zu sein.

    "...ach wie schrecklich, dass viele homosexuelle inzwischen einfach mit einem geliebten Partner glücklich sein können und so zumindest von großen und wachsenden Teilen der Gesellschaft akzeptiert werden."

    Du verdrehst hier bewusst die Tatsachen. DAS ist NICHT "schrecklich" - wohl aber die Tatsache, dass dadurch verstärkt Menschen abgewertet werden, die ihr Leben weder Hetero- noch Homonormativität unterwerfen wollen und/oder können. Es ist NICHT im Sinne gleicher Bürger_innenrechte, wenn Menschen, die bestimmte Klischees nicht erfüllen können oder wollen, plötzlich gesellschaftlich noch schlechter dastehen als vorher, weil sie ja jetzt, wo sie heiraten KÖNNTEN, gefälligst auch heiraten SOLLEN oder gar MÜSSEN, um Akzeptanz nicht zu verlieren oder sie überhaupt erst zu erringen.

    Eine unverheiratete queere Person hat das ABSOLUT GLEICHE Recht auf vollste gesellschaftliche Akzeptanz wie verheiratete schwule oder lesbische Paare. Auch ein Kinderwunsch hat bezüglich gesellschaftlicher Akzeptanz KEINERLEI Rolle zu spielen.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 05.02.2019, 12:25h
  • Das Konzept kommt mir sehr us-amerikanisch vor.

    Sind jetzt Türken, Kurden oder Araber, die mit Männern Sex haben und natürlich [!] "nicht schwul" sind, in das Modell 'weißer Männlichkeit' einzuordnen?

    Dass die Diffamierung der Ehe für alle genauso homophob ist wie die Ablehnung von jüdisch-nichtjüdischen 'Mischehen' antisemitisch, sei dabei nur noch am Rande erwähnt.
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#9 cinnamonEhemaliges Profil
  • 06.02.2019, 12:46h
  • Das ganze kommt mir sehr an den Haaren herbeigezogen vor. der Klappenbesuch für einen Blow-Job von einigen heterosexuellen Männern in den Sechziger- und Siebzigerjahren ausgiebig genutzt wurde. Wie will man 50 Jahre später sagen, ob diese Männer tatsächlich heterosexuell waren oder nur auf diese Weise ihre ansonsten unterdrückte Homosexualität ausgelebt haben (was mir doch plausibler erscheint).

    Die Verschiebung des Diskurses zu einer biologischen Prägung erschwere es weißen heterosexuellen Männern, schwule sexuelle Ausflüge zu machen. Doch nichtsdestotrotz geschieht dies, wie Ward ausführt. Weiße Männer hätten die kulturelle Leistung vollbracht, "mannmännlichen Sex in einen heteronormativen Akt umzudeuten".

    Also ich weiß nicht. Klingt für mich wie vollkommener Unsinn. Aber ich hatürlich keine Ahnung.
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