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"Bohemian Rhapsody"

Rami Malek geht auf Distanz zu Bryan Singer

Mit Regisseur Bryan Singer zu arbeiten, war laut Rami Malek "nicht angenehm". Der Freddie-Mercury-Darsteller sagte auch Missbrauchsopfern seine Unterstützung zu.


Rami Malek wurde für seine Darstellung von Freddie Mercury hoch gelobt (Bild: 20th Century Fox)

  • 4. Februar 2019, 15:57h, noch kein Kommentar

US-Schauspieler Rami Malek hat sich erstmals zu seinem Verhältnis mit "Bohemian Rhapsody"-Regisseur Bryan Singer geäußert – und Opfern von sexuellem Missbrauch, die im Zuge der #MeToo-Debatte von ihrer Tortur berichteten, seine Unterstützung zugesichert. Der offen bisexuelle Singer war in den letzten Wochen wegen Missbrauchsvorwürfen von jungen Männern unter Druck geraten, beharrt aber auf seiner Unschuld (queer.de berichtete).

Malek, der für seine Darstellung des Queen-Sängers Freddie Mercury in dem Film eine Oscar-Nominierung erhielt, erklärte am Freitagabend auf einer Diskussionsveranstaltung auf dem Filmfestival im kalifornischen Santa Barbara: "Meine Situation mit Bryan war nicht angenehm. Mehr kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen."


Regisseur Bryan Singer steht derzeit wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck (Foto: Gage Skidmore / flickr)

Laut dem Branchenmagazin "Hollywood Reporter" zeigte sich der 37-jährige Schauspieler bei diesem Thema emotional und fuhr fort: "Für all diejenigen, die Trost in dieser Sache suchen: Bryan Singer wurde gefeuert. Ich denke nicht, dass irgendjemand damit gerechnet hatte. Aber ich denke auch: Das musste passieren. Und so kam es dann auch." Bereits zuvor war durchgesickert, dass Singer wenige Wochen vor Drehschluss Ende 2017 entlassen wurde, weil er immer zu spät gekommen sei. Als Grund wurde von einem Produzenten unlängst genannt, dass sich der Regisseur um seine schwer kranke Mutter Sorgen gemacht habe. Bislang gab es noch keine Hinweise darauf, dass Missbrauchsvorwürfe der Grund für die Entlassung waren.

Malek: Hört #MeToo-Berichten zu

Malek erklärte weiter, dass Opfer von mutmaßlichen sexuellen Übergriffen ein Recht darauf hätten, gehört zu werden. "Jeder, der darüber reden möchte, was mit Bryan passiert ist, verdient, dass ihm zugehört wird", so der amerikanische Schauspieler. "Ich bin im Herzen bei all jenen, die sowas durchmachen mussten, all das, was vorgefallen sein soll." Er sei "schrecklich", dass es sexuelle Übergriffe im Filmgeschäft gebe.

Die Zeitschrift "The Atlantic" hatte Regisseur Bryan Singer Ende Januar beschuldigt, gegen vier junge Männer übergriffig geworden zu sein (queer.de berichtete). Singer, der sich 2014 als bisexuell geoutet hatte, wies den Bericht als "homophoben Schmutzartikel" zurück.

Singer war bereits vor fünf Jahren ein Übergriff auf junge Männer vorgeworfen worden: Damals verklagten zwei Männer den Regisseur; eines der angeblichen Opfer gab aber später zu, gelogen zu haben, und entschuldigte sich bei Singer. Der andere Mann zog seine Klage ebenfalls zurück (queer.de berichtete). Im Zuge der #MeToo-Debatte reichte ein weiterer Mann 2017 eine Klage ein – Singer ließ damals über einen Sprecher alle Anschuldigungen dementieren und kündigte eine Gegenklage wegen falscher Anschuldigungen an (queer.de berichtete). Einen Gerichtstermin gibt es in diesem Fall bislang noch nicht. Anders als bei Kevin Spacey gab es bislang noch keine explosionsartigen neuen Vorwürfe gegen den Regisseur. Er wurde sogar kürzlich offiziell als Regisseur der millionenschweren geplanten Neuverfilmung von "Red Sonja" benannt.

Es gibt aber auch Widerstand gegen "business as usual" mit Singer: "Star Trek"-Schauspieler Anthony Rapp, der die Kevin-Spacey-Affäre ins Rollen gebracht hatte, warnte Schauspieler vor Konsequenzen, wenn sie mit Singer arbeiten (queer.de berichtete). Außerdem verlor "Bohemian Rhapsody" wegen der Missbrauchsvorwürfe seine Nominierung für einen GLAAD Media Award (queer.de berichtete). (dk)