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Berlin

Väter zwangen minderjährige Jungs zur Prostitution

Vier Männer sind festgenommen worden, weil sie männliche Kinder und Jugendliche in Berlin auf den Strich geschickt haben sollen – sogar ihre eigenen Söhne.


Die Kinder sollen im Berliner Tiergarten auf den Strich gegangen sein (Bild: Oh-Berlin.com / flickr)

Vier rumänische Männer im Alter von 23, 26, 39 und 55 Jahren befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, weil sie Jungen im Kindesalter und Jugendliche in Berlin zur Prostitution gezwungen haben sollen. Das teilten die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Bei den Jungs soll es sich teilweise um die eigenen Kinder der Täter gehandelt haben. Diese sollen nach Berlin gebracht und gezwungen worden sein, sich im Großen Tiergarten und im Schöneberger Regenbogenkiez für den Unterhalt der Väter zu prostituieren.

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Verdächtige in Rumänien festgenommen

Intensive Ermittlungen des Fachkommissariats beim Landeskriminalamt und der Abteilung für organisierte Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Berlin hätten letztlich auf die Spur der Beschuldigten geführt. So sei es im Dezember 2018 in Zusammenarbeit mit den rumänischen Strafverfolgungsbehörden den dortigen Zielfahndern gelungen, zeitgleich vier Haftbefehle in einer Kleinstadt nahe Craiova in der historischen Region Kleine Walachei zu vollstrecken.

Die Beteiligten seien nach Angaben der Behörden häufig familiär verbunden und netzwerkartig organisiert. Im Zuge der Ermittlungen sei es auch gelungen, einzelne betroffene Kinder und Jugendliche in die Obhut der hiesigen Jugendämter zu geben und dem Einfluss ihrer Familien zu entziehen.

Aus Berlin gibt es immer wieder Berichte, dass die Notlage ausländischer Jungs oder Männer ausgenutzt wird und diese in die Prostitution gezwungen werden würden. 2017 berichtete die ZDF-Sendung "Frontal 21" etwa von einem Flüchtlingsstrich im Tiergarten (queer.de berichtete). Im selben Jahr hatte auch der RBB berichtet, dass es Flüchtlinge gebe, die bei Kunden eingezogen seien, die für freie Kost und Logis Sex als Gegenleistung verlangten (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 Ith_Anonym
  • 06.02.2019, 17:45h
  • "Im selben Jahr hatte auch der RBB berichtet, dass es Flüchtlinge gebe, die bei Kunden eingezogen seien, die für freie Kost und Logis Sex als Gegenleistung verlangten."

    Ich find das gerade irgendwie lustig, auf eine bittere Weise, wenn man bedenkt, dass wir im Parlament immer noch Männer sitzen haben, die gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hatten.
    Kleiner Tipp: Einer davon hat neulich mit für den CDU-Vorsitz kandidiert.

    Dass Sex das gute Recht der geldverdienenden männlichen Person ist, in deren Wänden man sich aufhält und mit der man zusammenlebt, war insofern bis 1997 in Deutschland zumindest im Falle einer weiblichen Mitbewohnerin/Partnerin offiziell nichtmal strafbar, insbesondere nicht bei Vorliegen einer Besitzurkunde/eines Ehevertrags.
    Solche Überzeugungen vom gefühlt gottgegebenen Recht des Wohnungsbesitzers als Grundeinstellung ändern sich halt nur langsam.
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#2 Patroklos
#3 LotiAnonym
  • 07.02.2019, 11:12h
  • Seine eigenen Kinder zu Sexsklaven anzustiften ist wiederwärtig und abstoßend.
    Ebenso perfide finde ich all die Freier, die sich besonders gerne mit eben diesen Minderjährigen abgeben.
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#4 KlarstellungAnonym
  • 07.02.2019, 13:48h
  • "gibt es immer wieder Berichte, dass die Notlage ausländischer Jungs oder Männer ausgenutzt wird und diese in die Prostitution gezwungen werden würden"

    Die Notlage dieser Jungs wurde allerdings durch ihre Väter mutwillig herbeigeführt.
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#5 Ith__Ehemaliges Profil
  • 07.02.2019, 22:51h
  • Antwort auf #4 von Klarstellung
  • Halte ich für zu kurz gedacht. Ist nicht wirklich etwas Neues, dass es Staaten gibt, in denen die vorherrschenden Einkommensverhältnisse, bzw. deren Mangel, ganze Dorfgemeinschaften hervorbringt, in denen die Generation der jungen Erwachsenen systematisch in anderen Staaten Geld her-anschafft.

    Wundert mich insofern auch gar nicht, dass die Betreffenden in Rumänien festgenommen wurden... das Hin- und Hertransportieren mit nur gelegentlichem Urlaub, um Geld vorbeizubringen und die Familie mal zu sehen, ist doch Teil des Systems.
    Sind halt fließende Übergänge zu Bettelmafia und sonstigen Vorgängen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob das direkt unter Menschenhandel fällt, solange die Leute "freiwillig" mitspielen. .. und naja, wer hübsch genug ist oder was Vorzeigbares in der Hose hat, beschränkt sich halt nicht aufs reine Schnorren, sondern nutzt die mitgebrachten 'Talente'.
    Dass da mal Leute auf die Idee kommen, sich das Strichen nicht selbst anzutun, sondern das andere erledigen zu lassen, die in irgendeiner Weise von ihnen abhängig sind, überrascht bei dem Gesamtkontext vom Mensch als Ware doch eher wenig.

    Und naja, wo kommt das her, nicht bloß bei den Minderjährigen, wie hier, sondern überhaupt... Ich habe nun wirklich nichts gegen Prostitution, solange die Person, die das Geld für den Sex bekommt, ehrlich betrachtet in der Situation ist, einem Kunden bei Nichtgefallen ein "Nein" vor die Nase zu setzen. Aber mal ehrlich, bei dem kapitalistischen Ansatz von Angebot und Nachfrage, was zahlt man wohl auf diesem Strich, wie realistisch ist es, dass jemand unter diesen Bedingungen mitspielen würde, wenn er* sich das Nein leisten könnte, und muss man sich da wundern, wenn die Grenzen dessen ausgereizt werden, wofür Leute in dem Klima vielleicht doch mal mehr hinzublättern bereit sind? Indem man vielleicht für ein Angebot sorgt, das gewissermaßen außerhalb oder mit nur wenig Konkurrenz läuft?

    Es ist schon eine Sauerei, um das mal ganz klar zu sagen. Und klar, es gehört schon was dazu, die eigenen Kinder dazu zu zwingen.
    Andererseits ist es aber halt, wie es ist... prekäre Lage bedeutet ggf. eingeschränkte Selbstbestimmung, in mehrfacher Hinsicht, und eine gewisse Machtposition gegenüber den Leuten, die die Füße unter den eigenen Tisch stellen, wird auch in Deutschland sprichwörtlich verteidigt.
    So erfreulich es ist, dass Leute in dem Fall dafür verhaftet werden, weil's nicht bloß die Grenzen des Geschmacks, sondern auch des Erlaubten sprengt.
    Man muss wohl ein Charakterschwein sein, um sowas dem eigenen sozialen Umfeld gewaltsam aufzuzwingen. Aber die reine und alleinige Schuld bei den Leuten zu suchen, die in dem System drinstecken, und es in dem Fall einfach auf die Spitze getrieben haben, das ist halt schon.. ein klein wenig knapp kalkuliert. Einen gewissen Anteil darf man mEn durchaus auch denjenigen zugestehen, die zum entsprechend niedrigen, ich nenn es mal, Gehaltsniveau, und Niveau überhaupt, im betreffenden Gesamtumfeld beitragen.

    Wenn man vom Leben im Schrank oder auch dem Bodyshaming und der Diskriminierung innerhalb der Szene so mitgenommen ist, dass man sich den Sex lieber kauft als sich die Abwertung als nicht kerlig, heterolike, dünn, muskulös o.ä. genug anzutun, wieso dann nicht wenigstens mit einem Ticken Würde, wozu nunmal auch ordentliche Bezahlung gehört?
    So ein absoluter Verlust von zwischenmenschlichem Anstand, wie hier beschrieben, entsteht ja nicht aus dem Nichts. Die Dinge hängen durchaus miteinander zusammen.

    Wie oben schon angesprochen. Patriarchat und Kolonialismus. Und dann noch Kapitalismus dazu. Machste nix gegen. Kriegste so leicht aus den Menschen nicht raus.
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 08.02.2019, 13:31h
  • Antwort auf #5 von Ith__
  • Finde ich bisschen krass, deinen Kommentar.

    Als ob man von Vätern nicht erwarten könnte, dass sie ihre Kinder nicht auf den Strich schicken, auch wenns ihnen mies geht. Es gibt mit Sicherheit eine Mehrheit von Eltern in der Region, die das nicht so machen.
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#7 NichtFalschAnonym
  • 08.02.2019, 20:16h
  • Antwort auf #6 von qwertzuiopü
  • So ganz aus der Luft gegriffen ist das aber nicht, was Ith_ schreibt.
    Es gibt einen rumänischen Menschenhändlerring, der ganz gezielt Männer nach Deutschland lockte und in die Falle der sexuellen Ausbeutung brachte. Dasselbe gibt es auch mit Frauen.
    Einer des Rings wurde verhaftet.

    Die Armut in Thailand ist übrigens auch ein großes Problem, weswegen dort die Prostitution leider oft ein Ausweg mit Folgen ist.

    Damit wird nicht gesagt, dass alle Rumänen so seien oder dass das alle in Thailand machen.
    Es geht darum, das zu beleuchten, was in diesen Ländern stattfindet und was laut des Artikels in Berlin stattfand/oder immer noch stattfindet.
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#8 TheDadProfil
  • 09.02.2019, 13:44hHannover
  • Antwort auf #7 von NichtFalsch
  • ""Damit wird nicht gesagt, dass alle Rumänen so seien oder dass das alle in Thailand machen.
    Es geht darum, das zu beleuchten, was in diesen Ländern stattfindet und was laut des Artikels in Berlin stattfand/oder immer noch stattfindet.""..

    Dabei wird Grundsätzliches außer Acht gelassen :

    Nicht alle Stricher oder Sexarbeiter stammen aus solchen Verhältnissen, werden von eigenen Vätern oder Menschenhändlern in die Prostitution gezwungen, oder wären Rumänen, oder andere Menschen aus den ärmeren Ländern der EU oder Europas, die sich auf diese Weise ihren Lebensunterhalt im "reichem Deutschland" verdienten..

    Stricher-Szenen existieren in allen Ländern..
    Auch über Menschenhändler und andere Kriminelle Organisationen werden Menschen zur Prostitution in allen Ländern gezwungen..

    Hier kommt aber der Umstand zum Tragen das "Väter" "denken", sie könnten ihre prekären Lebensverhältnisse dadurch überwinden ihre eigene Söhne in anderen Ländern "in Arbeit" zu bringen..
    Wer weiß denn ob dieses Schicksal nur den Söhnen Zuteil wurde, oder ob nicht in anderen Strukturen auch die Töchter in ähnliche "Verdienst-Möglichkeiten" gebracht worden sind ?

    Was "Iht" hier beschrieben hat ist die Tatsache daß es überall Menschen gibt, die bereit sind für ihre eigenes "Wohlergehen" andere Menschen u versklaven, und wenn es sich anbietet, dann eben auch die eigenen Söhne..

    Ob das Resümee
    "da machste nix, das kriegste aus den menschen nicht raus"
    hier dann allerdings stimmt, ist eine völlig andere Frage..

    Und auch der Vorwurf an die Freier ist hier bislang nur aus einer Perspektive heraus betrachtet, nämlich der des "davon profitierenden"..

    Kann man aber von Freiern wirklich "erwarten" sich vorher zu vergewissern, ob denn der Stricher "auf eigene Rechnung" arbeitet, und sich in keinem Zwangsverhältnis befindet ?

    Dort gibt es bislang nur "moralische Bewertungen", aber keine wirkliche Antwort..
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