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New Jersey

Zweiter US-Staat macht LGBT-Geschichte zur Pflicht an Schulen

Der Gouverneur von New Jersey hat ein wegweisendes Gesetz unterzeichnet, wonach die Leistungen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten an Schulen gelehrt werden müssen.


Schüler in New Jersey müssen sich ab kommendem Schuljahr im Geschichtsunterricht mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten auseinandersetzen (Bild: flickr / jglsongs / by 2.0)

Öffentliche Schulen im US-Bundesstaat New Jersey müssen vom Schuljahr 2020/21 an ab der 5. Klasse die politischen, ökonomischen und sozialen Errungenschaften von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Personen sowie von behinderten Menschen im Geschichtsunterricht behandeln. Das entsprechende Gesetz SB 1569 (PDF) wurde vor wenigen Tagen von Gouverneur Phil Murphy, einem Mitglied der Demokratischen Partei, unterzeichnet.

New Jersey ist erst der zweite von 50 US-Bundesstaaten, die ein entsprechendes Gesetz beschlossen haben. Vorreiter war Kalifornien: Der Westküstenstaat hatte bereits 2011 entschieden, dass Lehrer sexuelle und geschlechtliche Minderheiten im Unterricht erwähnen müssen (queer.de berichtete). 2015 beschloss der Bundesstaat dann einen Lehrplan, in dem die LGBT-Geschichte ausführlich berücksichtigt wurde (queer.de berichtete). Zwei Jahre später machte der Gesetzgeber die Erwähnung von queeren Menschen in Schulbüchern des Faches Geschichte zur Pflicht (queer.de berichtete).

Gouverneur: SB 1569 fördert Toleranz

"Der Gouverneur glaubt, dass es toleranzfördernd ist und zu besseren Bildungsergebnissen führt, wenn Schüler im Geschichtsunterricht mit Vielfalt konfrontiert werden", erklärte das Amt des Gouverneurs von New Jersey nach der Unterzeichnung.


Phil Murphy ist seit Januar 2018 Regierungschef von New Jersey (Bild: Phil Murphy / flickr)

Auch LGBTI-Aktivisten begrüßten die Neuregelung: "Unsere Jugendlichen verdienen es zu sehen, wie vielfältig amerikanische Geschichte wirklich ist – und wie sie eines Tages ein Teil von ihr sein können", erklärte Christian Fuscarino von der regionalen queeren Organisation Garden State Equality. Das nationale Gay Lesbian and Straight Education Network (GLSEN) ergänzte, dass die Gesetzesänderung dazu führen könne, dass homo- und transphobes Mobbing aufgrund besserer Bildung möglicherweise zurückgehen könnte.

New Jersey ist mit rund neun Millionen Einwohnern der elftbevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. Bereits 2013 hatte der Staat die "Heilung" von queeren Jugendlichen verboten (queer.de berichtete). (dk)



#1 AmurPrideProfil
  • 07.02.2019, 13:47hKöln
  • ""..Öffentliche Schulen im US-Bundesstaat New Jersey müssen vom Schuljahr 2020/21 an ab der 5. Klasse die politischen, ökonomischen und sozialen Errungenschaften von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Personen sowie von behinderten Menschen im Geschichtsunterricht behandeln..""

    ""..Der Gouverneur glaubt, dass es toleranzfördernd ist und zu besseren Bildungsergebnissen führt, wenn Schüler im Geschichtsunterricht mit Vielfalt konfrontiert werden", erklärte das Amt des Gouverneurs von New Jersey nach der Unterzeichnung..""

    Und für mich, der die Schule selber gerade mal ein halbes Jahr hinter sich hat und immer wieder die Auswirkungen des Deutschen Schulalltages hautnah miterleben "darf" ganz besonders wichtig:
    ""..Das nationale Gay Lesbian and Straight Education Network (GLSEN) ergänzte, dass die Gesetzesänderung dazu führen könne, dass homo- und transphobes Mobbing aufgrund besserer Bildung möglicherweise zurückgehen könnte..""

    Wie gut würde uns auch in Deutschland ein solcher Bildungsplan tun... *seufz*
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#2 Ralph
  • 07.02.2019, 15:25h
  • In meiner Schulzeit (die zwar schon 36 Jahre zurückliegt) habe ich nie davon gehört, dass Schwule und Lesben überhaupt existieren. Lediglich ein einziges Mal wurde im evangelischen Religionsunterricht das Thema Homosexualität angesprochen, wobei der Pfarrer einer Schülerin widersprach, die Homosexualität für pervers erklärt hatte. Im Geschichtsunterricht der Oberstufe (immerhin Leistungskurs mit Abiturprüfung) blieb bei intensivster Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus die Schwulenverfolgung der Nazis, erst recht ihre Fortsetzung in der Bundesrepublik, unerwähnt. - Übrigens hat sich dieses Totschweigen in der Öffentlichkeit kaum geändert, wenn wir uns mal anschauen, dass die in einer Endlosschleife auf phoenix und zfd info laufenden Serien, in denen jeder noch so abseitige Aspekt des Nationalsozialismus ausführlich beleuchtet wird, die Schwulenverfolgung ein weißer Fleck bleibt. Und der Bundestag will sich (dazu gibt es hier ja auch einen Artikel) mit dem Thema ebenfalls nicht beschäftigen. So lange schulische Aufklärung hierzu ganz den Ehrenamtlern von SchLAu überlassen ist und der Entscheidung einzelner Schulen, sie einzuladen, kommt das deutsche Schulwesen seinem Bildungsauftrag nicht vollständig nach. Bei dem unablässigen Geschrei der politischen Kaste nach Bildung!Bildung!Bildung! wird geflissentlich übersehen, dass auch dieses Thema unbedingt zur Bildung gehört.
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#3 YannickAnonym
  • 08.02.2019, 09:33h
  • Das sollte auch an deutschen Schulen so sein.

    Es braucht gar nicht mal ein separates Fach LGBTI-Geschichte. Es würde schon genügen, wenn LGBTI-Themen im Geschichtsunterricht nicht kategorisch ausgeschlossen würden.

    So gehört z.B. die Verfolgung in der Nazi-Diktatur genauso in den Geschichtsunterricht wie die jüngsten Gleichstellungsbewegungen vom zweiten Weltkrieg bis heute. Wobei die Zeit nach der NS-Diktatur eh in den Schulen viel zu kurz kommt, obwohl die letzten 50-60 Jahre so wichtig sind, um das HIer und Jetzt zu verstehen. Z.B. auch Themen wie EU, etc. kommen viel zu kurz.
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