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Köln

Raubmord an Rentner: Polizei nimmt 22-Jährigen fest

Fahndungserfolg in Köln: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen, der vergangenes Wochenende einen vermögenden Rentner getötet haben soll. Der Getötete soll sich laut Behörden im "Homosexuellen-Milieu" aufgehalten haben.


Drei Tage nach dem Mord an einem 79-Jährigen nimmt die Polizei einen Tatverdächtigen fest (Bild: René Mentschke / flickr)

Die Kölner Polizei hat am Mittwochnachmittag einen 22-Jährigen festgenommen, der im dringenden Tatverdacht steht, einen 79-jährigen Schwulen umgebracht zu haben. Der vermögende Mann war am vergangenen Sonntag in seiner eigenen Wohnung in der Neuhöffer Straße im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz getötet worden, wie eine Obduktion der Leiche ergab (queer.de berichtete). Die Ermittler gingen offenbar sofort von einem Raubmord aus, da die Wohnung des Seniors durchsucht worden war.

Der 22-Jährige, der keinen festen Wohnsitz hat, wurde laut Polizei in der Wohnung von Angehörigen im linksrheinischen Stadtteil Bocklemünd festgenommen. Ermittler fanden nach der Festnahme des jungen Mannes in der Wohnung Teile der Tatbeute, darunter einen Laptop sowie einen Tablet-PC des Ermordeten.

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Tatverdächtiger schweigt zu Vorwürfen

Der Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft und schweige zu den Vorwürfen, so die Polizei. Die Mordkommission sei dem Beschuldigten unter anderem "dank akribischer Spurenauswertung und zahlreicher Zeugenhinweise" schnell auf die Spur gekommen.

Weitere Hintergründe zu dem Fall sind bislang nicht bekannt. Am Sonntag hatte die Polizei bekannt gegeben, dass sich das Opfer möglicherweise "im homosexuellen Milieu aufgehalten" habe. Dieser Begriff ist hoch umstritten: Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) appelliert bereits seit Jahren an Behörden und Zeitungsredaktionen, "Homosexuellenmilieu" nicht mehr zu verwenden.

Im Ratgeber "Schöner schreiben über Lesben und Schwule" (PDF) aus dem Jahr 2013 argumentiert der BLSJ etwa: "Dieser Terminus ist sprachlicher Unsinn." Schließlich würde auch kaum jemand über eine "Gewalttat im Lehrermilieu" oder einen "Doppelmord im Hetero-Milieu" berichten. Gerade von der Boulevardpresse wird dieser diskriminierende Begriff aber gerne verwendet. So berichtete "Bild Köln" von einem Mord im "Schwulen-Milieu". (cw)