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Heidi Klums Model-Casting

GNTM: Bi- und Transsexuelle unter den Top 30

In der neuesten Staffel von Heidi Klums Castingshow ist auch wieder eine transsexuelle Kandidatin dabei: Die 21-jährige Leipzigerin Tatjana überstand die erste Auslese durch Heidi Klum. Auch eine bisexuelle Rosenheimerin schaffte es in die nächste Runde.


Tatjana will die 14. Staffel von "Germany's Next Topmodel" aufmischen – bereits nach der ersten Folge hat sie es in unter die besten 30 geschafft (Bild: ProSieben)

Eine gewisse Vielfalt soll dieses Jahr Interesse an der 14. Staffel von "Germany's Next Topmodel" wecken – so nimmt eine indischstämmige Kandidatin, eine Frau mit "Beinfehlstellungsrollstuhlschicksal" und eine "Schrilllette mit einem 28 Jahre älteren Freund" (spiegel.de) teil. In der am Donnerstag ausgestrahlten ersten Folge wurden von 50 hoffnungsvollen Nachwuchs-Models 20 Mädchen und Frauen bereits wieder nach Hause geschickt. Erfolgreich waren die queeren Kandidatinnen: In die nächste Runde geschafft haben es die transsexuelle Tatjana, eine 21-Jährige aus Leipzig, sowie die 23-jährige Rosenheimerin Melissa, die sich in der Show als bisexuell outete.

Tatjana erhielt in Folge eins viel Lob von Topmodel-Moderatorin Heidi Klum: "Ich liebe dein Face und deinen Look", so die denglischsprachige 45-Jährige aus Bergisch Gladbach. Tatjana verriet in der Show, dass sie seit 2017 geschlechtsangleichende Operationen habe durchführen lassen. Im ProSieben-Interview erzählte die Sächsin, dass sie sich während der Schulzeit in ihrem Körper nicht wohlgefühlt und deswegen Konsequenzen gezogen habe. Sie berichtete zunächst ihrer besten Freundin und dann ihrer Mutter von ihrer Transsexualität. "Das war für sie kein Problem. Sie sagte 'Da muss halt was gemacht werden'", so Tatjana.

Direktlink | Die 50 Klum-Girls werden vorgestellt

Der "Bild"-Zeitung verriet die 21-Jährige: "Der ganze Selbstfindungsprozess bis hin zu den Operationen war sehr hart und schwer für mich. Doch ich habe immer versucht, positiv zu denken und mir gesagt: 'Bald ist es vorbei, bald beginnt dein neues Leben als Mädchen'". Sie sei jetzt mit sich im großen und ganzen zufrieden – sie würde sich lediglich eine "höhere Mädchenstimme" wünschen.

Bei "Germany's Next Topmodel" nahmen bereits 2017 zwei transsexuelle Models teil (queer.de berichtete). Erfolgreich war Giuliana Farfalla, die zwar nur den elften Platz belegen konnte, sie durfte sich Anfang 2018 aber als erstes Transmodel für eine "Playboy"-Titelseite ausziehen und nahm danach an der Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" teil. Nach sechs Tagen verließ sie das Camp freiwillig (queer.de berichtete).

"Es sind wunderschöne Mädchen dabei, unglaublich"

Die Rosenheimer Studentin Melissa outete sich in der ersten Folge als bisexuell. Sie sagte unter anderem: "Es sind wunderschöne Mädchen dabei, unglaublich." Ob eine dabei wäre, in die sie sich verlieben könnte, wisse sie aber nicht. "In jedem könnte sowas drinstecken."


Wie weit schafft es Melissa? (Bild: ProSieben)

Im Interview mit "Rosenheim24" hatte sie bereits verraten, dass ihr Spitzname "Baby Gaga" sei. Diesen Namen habe sie sich selbst gegeben, weil sie Lady Gaga so sehr bewundere: "Sie trägt, was sie fühlt, wird oft dafür kritisiert und macht trotzdem immer weiter. Sie möchte mit ihrem Gesamtbild eine Message ausdrücken, die man erst versteht, wenn man sich mit ihr beschäftigt. All das kommt meinem Leben, meinen Werten und Ansichten die ich mein Leben lang schon vertrete, sehr nah", so Melissa.

"Germany's Next Topmodel" wird wöchentlich am Donnerstag um 20.15 Uhr bei ProSieben ausgestrahlt. Wie im letzten Jahr sind 15 Folgen sowie eine große Finalshow Mitte Mai geplant. (cw)



#1 NoTopmodellAnonym
  • 08.02.2019, 20:41h
  • Die Trans-Kandidatin auf ihre Genitalien reduziert und die bisexuelle auf das Vorurteil, dass Bisexuelle immer nur an das Eine denken. Gut gemacht Topmodel, wegtreten. ^Ironie aus^

    Liebe "Meedchen" meiner Generation bzw. etwas jünger (ich bin 26): Warum genau tut ihr euch das an, bei dieser Sendung mitzumachen??
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#2 MaxxAnonym
  • 08.02.2019, 22:37h
  • Das ständige Diversity Gerufe von Frau Klum ist meiner Meinung nach reines Marketing. Nach Kritik an jahrelang genormten Models, kommen mehr oder weniger plötzlich Frauen ( ach ne, laut Klum sind es alles Mädchen...auch die über 20 jährigen) die nicht ganz so dürr sind oder Trans oder offen homo/ bi etc.
    Diversity sieht man aber nicht wenn die Körper eben doch alle gleich erscheinen...alle ähnlich dünn bis schlank, alle sehr groß. Und das wird kein Zufall sein dass man dort zum Beispiel keine kleinen oder auch nur normal große Frauen findet.
    Wie ist das dann gemeint mit Diversity? Du darfst ins Casting weil du diese und diese Besonderheit hast, du da aber nicht?
    Warum die Beschränkung auf Frauen ( egal ob bio oder Trans)? Andere Shows nehmen auch regelmäßig männliche Models, das geht Gntm dann doch zu weit.
    Gntm ist kein privater Club sondern eine TV Show und sollte wenn es plötzlich mit Vielfalt ( ach ne, Diversity) wirbt auch wirklich solche zeigen.
    Millionen von Mädchen und Jungen können sich eben nicht mit, durch die Reihe weg, hübschen ( ok das ist noch recht subjektiv) , großen und superschlanken jungen Frauen identifizieren, ob Trans oder nicht. Die Millionen junge Zuschauer sehen überwiegend nicht so aus und haben kein einziges Role Model in der Sendung. Das Role Model was sie haben ist eine Scheinwelt von Diäten, genormter Schönheit und, aller Diversity Rufe zum Trotz, starrer Geschlechtersterotypen.
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#3 JuhuAnonym
  • 10.02.2019, 01:12h
  • Ich würde das nicht so kritisch sehen. Dass das Format in der nächsten Zeit keinen Pulitzer Preis gewinnen wird ist wohl klar. Trotzdem denke ich, dass die Sichtbarkeit wertvoll ist. Klar die Mädels sehen den allgemeinen Schönheitsidealen entsprechend gut aus, es ist schließlich eine Modellsendung. Sich darüber zu beschweren finde ich etwas absurd.
    Ich denke allgemein ist es wünschenswert das Thema sichtbar zu machen. Die Zielgruppe sind junge Mädels die man über ein solches Format am besten erreicht und ich denke durchaus, dass so ein TransMädchen eine Vorbildfunktion und Stütze sein kann. Zweifelsfrei muss man sich mit dem Format an sich kritisch auseinandersetzen und es sollte einem klar sein, dass hier nicht mit wahnsinniger Tiefgründigkeit zu rechnen ist aber es spricht ein breites Publikum an und trägt mit Sicherheit zu einer Sensibilisierung bei. Das ist nun die dritte Staffel in Folge in der TransMädchen dabei sind. Ich finde das eine schöne Entwicklung.
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#4 kaumAnonym
  • 10.02.2019, 15:12h
  • Antwort auf #3 von Juhu
  • Das mit Schönheitsidealen ist dann aber relativ. Umfragen und Studien nach finden heterosexuelle Männer und lesbische Frauen schlanke bis normalgewichtige Frauen attraktiver als dürre. Die Laufsteg- Models, nach denen sich Gntm nun mal orientiert, zeichnen sich weniger durch Weiblichkeit, sondern viel mehr dadurch aus, Kleidung auf dem Laufsteg möglichst so zu präsentieren dass die Kleidung und nicht das Model im Vordergrund steht. (Einzige Ausnahme mögen reine Dessousmodels sein)
    Ansonsten würde ein Model mit Busen und Rundungen zu viel von der präsentierten Kleidung ablenken.
    Auch bei Gntm sind Models genau mit diesem Argument nicht weitergekommen, sie wären zu kurvig für den Laufsteg.
    Was übrigens ein weiterer Kritikpunkt an Klum und Pro Sieben ist. Durch eine solche Sendung wird den jungen Menschen und wie man an deinem Kommentar sieht auch vielen Erwachsenen, eingetrichtert, wie angeblich perfekte Körper aussehen und ein Schönheitsideal kreiert, welches die Masse für Bare Münze nimmt ohne dass es der Realität entspricht.

    Von vorpubertären und pubertären Zuschauern kann man aber nicht erwarten, dass sie wie die Erwachsenen reine Unterhaltung sehen, sondern wie sie die Anerkennung und Scheinwelt von gntm ernst nehmen und trotz Normalgewicht mit Diäten und einige sogar mit Magersucht reagieren.
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