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Filmfestspiele

Teddy Award: Wir wollen mehr solche Filme sehen!

Die Begründung der Leser*innen-Jury zum Abschluss unseres Berlinale-Blogs: Darum erhält "Breve historia del planeta verde" den Teddy Readers' Award powered by queer.de.


Am Donnerstag haben in Berlin die 69. Internationalen Filmfestspiele begonnen. Die Berlinale ist nicht nur das wichtigste deutsche Filmfestival, sondern mit dem offiziellen TEDDY Award auch das queerste der Welt. Der TEDDY Reader's Award wird in diesem erstmals von einer Leser*innenjury von queer.de vergeben.

In diesem Blog sammeln wir News, Eindrücke, Fotos und Tratsch vom diesjährigen Festival. (mize)


Live-Ticker (abgeschlossen, neue zuerst)

08.02., 17:12h

"Der Boden unter den Füßen" von Marie Kreutzer


Bild: Edition Salzgeber

Am Samstag feiert "Der Boden unter den Füßen" der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale.

Darin erzählt Kreutzer die Geschichte der jungen Unternehmensberaterin Lola, die ihr Privatleben ebenso fest im Griff zu haben scheint wie ihren Job als Unternehmensberaterin. Die Beziehung zu ihrer Teamleiterin Elise hält sie geheim und von der Existenz ihrer älteren Schwester Conny, die an Schizophrenie leidet, weiß niemand etwas. Doch als die Umstände Lola zwingen, Conny einen größeren Platz in ihrem Leben einzuräumen und ihr Geheimnis ans Licht kommt, droht sie selbst den Boden unter den Füßen zu verlieren. In den Hauptrollen glänzen Valerie Pachner ("Egon Schiele: Tod und Mädchen"), Pia Hierzegger ("Wilde Maus") und Mavie Hörbiger ("Sommerhäuser").

Offizieller deutscher Kinostart ist der 16. Mai. Den Film "Der Boden unter den Füßen" hatte unser Filmkritiker Peter Fuchs letzte Woche als eines von neun queeren Berlinale-Highlights empfohlen. (pm/mize)

17:19h

Rosa im Zeichen der Liebe


Bild: Facebook

Die feierliche Eröffnungsgala am Donnerstag im Festivalpalast am Potsdamer Platz stand ganz im Zeichen von Festivaldirektor Dieter Kosslick, der die Berlinale in diesem Jahr zum letzten Mal leitet. Doch mit seiner herzigen Kopfbedeckung stahl Rosa von Praunheim dem 70-Jährigen ein klein wenig die Show. (mize)

17:33h

"The Garden" (1990) von Derek Jarman


Bild: Liam Daniel / Basilisk Communications

Seit Jahrzehnten ist die Edition Salzgeber eine Heimat für die Filme des britischen Regisseurs Derek Jarman (1942-1994), einer Schlüsselfigur des nicht-heterosexuellen Kinos des 20. Jahrhunderts. Viele seiner bahnbrechenden Filme wie "The Angelic Conversation" (1985), "Caravaggio" (1986), "War Requiem" (1989), "Edward II." (1991), "Wittgenstein" (1993) oder "Blue" (1994) sind oder waren bei Salzgeber im Verleih.

Nun kommt die digital neu restaurierte Fassung von "The Garden" (1990) dazu – ein Film, der von einigen Festivals abgesehen noch nie in Deutschland zu sehen war. Die neue Fassung von Jarmans lyrischem Meisterwerk feiert am Freitag um 22.30 Uhr in Anwesenheit von Jarmans Produzenten James Mackay im Rahmen der Forum-Sektion Uraufführung im Berliner Delphi Filmpalast. Bis zum Ende der Berlinale ist "The Garden" anschließend noch zweimal zu sehen. Im Laufe des Jahres wird die Edition Salzgeber ihn auf weitere Kinoleinwände bringen sowie neu als DVD und VoD veröffentlichen. (pm)

18:31h

Gendergerechte und diverse Filmbranche gefordert


Bild: Pro Quote Film

Ein Filmfrauen-Bündnis ruft zur Berlinale auf, die Branche noch weiblicher zu machen. Die neue Kampagne "#Calltoaction" von Pro Quote Film fordert alle Verantwortlichen und die Filmschaffenden auf, "sich zu fragen, was sie tun können, damit die Filmbranche gendergerecht und divers wird". Sie appelliert zum Beispiel, an folgende Dinge zu denken: "Erschaffe einen weiblichen Charakter über 70 ohne Enkel" oder "Verpflichte eine Schauspielerin über 40 für die Hauptrolle".

International vernetzen wollen sich die Filmfrauen auch: So gab es am Freitag unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Michelle Müntefering einen runden Tisch im Auswärtigen Amt. (dpa)

18:38h

"Buddies" – ein Meisterwerk des schwulen Kinos kehrt in restaurierter Fassung zurück


Bild: Edition Salzgeber

"Dieser Film kann Leben retten!", fand Manfred Salzgeber 1985, nachdem er Arthur J. Bressan Jr.s "Buddies" gesehen hatte, den ersten Spielfilm zum Thema Aids überhaupt. Da sich aber kein deutscher Verleih fand, der den Film herausbringen wollte, gründete Salzgeber kurzerhand selbst einen: die Edition Salzgeber. 34 Jahre nach seiner Entstehung kehrt "Buddies", der heute als ein Meilenstein des schwulen Kinos gilt, in restaurierter Fassung zum queeren Verleih zurück.

Das Drama spielt in New York im Sommer 1985. Der 25-Jährige schwule Schriftsetzer David (David Schachter) will etwas gegen die grassierende Aids-Epidemie tun und meldet sich freiwillig bei einem Community-Programm an, das "buddies" an Menschen vermittelt, die von HIV betroffen sind. Kurz darauf steht er im Krankenzimmer des 32-Jährigen Aids-Patienten Robert (Geoff Edholm), einem Aktivisten aus Kalifornien, der von seinem Partner und seinen Freunden im Stich gelassen wurde.

Die beiden Männer haben unterschiedliche Temperamente: David ist in sich gekehrt und lebt schon lange in einer monogamen Partnerschaft; Robert ist überaus kommunikativ, ließ früher keine Demonstration aus und führte über Jahre eine offene Beziehung. In dem kleinen Zimmer nähern sich beide nach und nach an – und reden über ihr bisheriges Leben, die richtige Haltung zum eigenen Schwulsein, über leidenschaftlichen Sex und die Angst vor dem Tod. Als eine Reporterin Roberts Geschichte für einen Artikel aufschreiben möchte, wird der intime Raum zwischen den beiden plötzlich hochpolitisch. Doch dann verschlechtert sich Robert Zustand rapide...

Auf der großen Leinwand kann man "Buddies" am Samstag und Sonntag im Rahmen des Programms Panorama 40 der Berlinale sehen. Im Laufe des Jahres bringt ihn die Edition Salzgeber in weitere Kinos sowie neu als DVD und VoD heraus. (cw/pm)

20:36h

Die Leser*innen-Jury von queer.de bei der Arbeit


Bis zum 17. Februar werden rund 400 Filme auf der Berlinale gezeigt, 59 stehen auf der sogenannten Queer List (PDF), davon 40 Langfilme.

Die Leser*innen-Jury von queer.de, bestehend aus Gerlinde Kenkel, Oliver Maus, Katayun Pirdawari, Fabian Schäfer und Amanda Halbrock (v.l.n.r.), hat also ein ordentliches Pensum zu bewältigen und kommt aus dem Kinosaal kaum heraus. Am Ende entscheiden die Fünf, welcher Film in diesem Jahr mit dem TEDDY Reader’s Award ausgezeichnet werden soll.

Vergeben werden die TEDDYS am Freitag, den 15. Februar in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz verliehen. Karten für die Gala und die After-Show-Party sind erhältlich im Webshop der Volksbühne oder telefonisch über die Ticket-Hotline (030) 240 65-777. Ohne Vorverkaufsgebühr gibt es die Karten auch im Berliner Buchladen Eisenherz. (mize)

21:00h

"Bulbul Can Sing" von Rima Das


Bild: Greenhouse PR

Mit "Bulbul Can Sing" kann sich auch indischer Film Hoffnungen auf den TEDDY Award machen. Im Mittelpunkt des Dramas von Rima stehen drei Freund*innen im ländlichen Assam an der Schwelle zum Erwachsenwerden.

Für Bulbul, der Nachtigall, hat ihr Vater eine Karriere als Sängerin geplant, aber ihr versagt die Stimme, sobald sie vor anderen singen soll. Gemeinsam mit ihrer Freundin Bonny und ihrem guten Freund Suman verbringt sie ihre Zeit. Bulbul erfährt die erste, zarte Liebe, und Suman steht auf Jungs, hat es aber in der patriarchalen Dorfstruktur schwer, wird oft gehänselt und drangsaliert. Die jugendliche Unbeschwertheit der drei prallt bald erbarmungslos auf die dörfliche Realität mit ihren rigiden Moralvorstellungen.

"Bulbul Can Sing" hat am Dienstag Premiere und wird anschließend noch am Donnerstag, Freitag und Samstag aufgeführt. (cw)

09.02., 10:02h

Sekt für die TEDDY-Jury


Bild: Micha Schulze

Im "Aquarium" am Kottbusser Tor wurde am späten Freitagabend die diesjährige TEDDY-Jury offiziell vorgestellt. Die insgesamt sieben Film- und Festivalmacher*innen wählen aus den queeren Filmen der Berlinale die Preisträger*innen in den Kategorien Bester Spielfilm, Bester Dokumentar-/Essayfilm und Bester Kurzfilm aus und vergeben außerdem den TEDDY Jury Award.

Mit dabei sind (v.l.n.r.) Andrea Kuhn vom Internationalen Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte, Kevin Mwachiro vom Out Film Festival in Kenias Hauptstadt Nairobi, Paul Struthers vom San Francisco International LGBTIQ Film Festival, der in Berlin lebende Regisseur Popo Fan, der zu den Organisatoren des Beijing Queer Film Festival gehörte, Jay Bernard von Londons queerem Filmfestival BFI Flare, Sandra Hezinová vom Mezipatra Queer Film Festival in Tschechien sowie María Paula Lorgia von Kolumbiens ältestem LGBTI-Filmfestival Ciclo Rosa.

Weil die Juror*innen noch im Kino saßen, begann die Vorstellungsrunde mit fast anderthalb Stunden Verspätung, dauerte dann aber auch nur 20 Minuten. Die TEDDY-Veranstalter spendierten den sieben Filmexpert*innen noch ein Glas Sekt, bevor gemeinsam im "Südblock" gefeiert wurde.

Mehr über die Mitglieder der TEDDY-Jury kann man in unserem Bericht vom 28. Januar erfahren. (mize)

10:23h

Kirchenkritik von François Ozon


Als einer der großen Namen der diesjährigen Berlinale ging am Freitag der schwule französische Regisseur François Ozon ("8 Frauen") mit "Grâce à Dieu" ("Gelobt sei Gott") über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ins Rennen.

Der Film handelt von einem Priester in Frankreich, der in den Achtzigerjahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein soll. Die Opfer fordern Jahre später die Aufarbeitung ein. Aktuell läuft ein Prozess gegen den mächtigen Erzbischof von Lyon und fünf weitere Geistliche wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen.

"Ich habe viele Filme gemacht mit starken Frauen, und ich wollte schon lange einen Film machen über Männer, die ihre Gefühle und Emotionen ausdrücken", erklärte der fünfmalige Berlinale-Teilnehmer Ozon. Eines Tages sei er zufällig auf die Geschichte gestoßen.

"Der Film wurde zunächst unter einem falschen Titel gedreht", sagte Produzent Nicolas Altmayer in Berlin. "Darin war überhaupt nicht die Rede von diesen barbarischen Taten."

Co-Produzent Eric Altmayer berichtete zudem von Problemen bei der Finanzierung. "Der Film war nicht so ganz einfach zu finanzieren, das kann man sich vorstellen bei dem Thema", sagte er. "Auch eher klassische Filmpartner wollten nicht finanzieren aufgrund des Themas, obwohl sie die anderen Filme von Ozon vorher unterstützt hatten."

Der Regisseur hat nach eigenen Angaben gar nicht erst versucht, eine Finanzierung in Lyon zu bekommen, weil "die Stadt sehr katholisch und die Mächtigen in Lyon sehr eng mit der Kirche verwoben" seien. "Wir wollten uns da keine Zensur auferlegen und frei arbeiten können." (cw/dpa)

18:22h

Der offizielle Trailer zum TEDDY AWARD

Von Marion Habringer stammt übrigens der schöne offizielle Trailer zum 33. TEDDY AWARD – inspiriert von Fritz Langs expressionistischem Stummfilm "Metropolis" aus dem Jahr 1927. (cw)



#1 Sven100Anonym
  • 10.02.2019, 15:19h
  • zum Film "Temblores":

    Die amerikanischen Südstaaten-Evangelikalen haben Guatemala zu ihrem Hauptmissionsgebiet gemacht. Die frühere katholische Leichtigkeit verschwindet hinter grimmigen "Born-Again-Christians", die von den USA finanziert werden.

    Es ist gut, dass dieser Film den traurigen Zustand dieses Landes in das Bewusstsein der aufgeklärten Amerikaner und Europäer bringt.
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#2 jochenProfil
  • 11.02.2019, 12:08hmünchen
  • Mit Pauken und Trompeten sollte Wieland Speck geehrt werden.

    Er hats verdient!
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#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 11.02.2019, 18:51h
  • Betreff: Homosexualität als Sünde: "Temblores"

    Habe den Film gesehen, hat gute Ansätze, und eine funktionierende Story, nur, bei einigen Dingen hapert es. Am Ende geht er nicht mit seinem Lover, sondern bleibt bei Familie und Religion, kasteit sich sozusagen selbst.
    Filme sollen neben dem Problem auch den Ausweg zeigen. Und das hat der Film nicht getan! So gesehen können sich Freikirchen über den Film freuen, bestätigt es doch deren kruden Denkweisen, dass Homosexualität "heilbar" ist.
    Ich hätte das Drehbuch anders am Ende geschrieben. Und zwar so, dass Pablo am Ende erkennt, dass in der Kirche er keine wahre Liebe findet, sondern nur mit Francesco. Das er viel verliert, aber auch viel gewinnt.
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#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#5 LotiAnonym
  • 12.02.2019, 14:24h
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • Der Gute Wieland. Das Bundesverdienstkreuz hat er schon von Wowereit erhalten, jetzt auch noch Ehrenbürger der Stadt? Ich glaube, selbst Wieland wäre das doch des Guten zuviel.
    Möge die Grainauer steinalt werden.
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#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 15.02.2019, 12:12h
  • Der Film "Elisa y Marcela" ist großartig! Bei mir war er unter den Top 3. Er wird in Spanien in den Kinos gezeigt, Ob in den Kinos weltweit, steht noch in den Sternen. Zu wünschen wäre es! Auch eine DVD wäre gut, denn nicht jeder will sich an Netflix, Amazon oder andere Dienste binden.
    Ich denke, Netflix will die Sehgewohnheiten revolutionieren. Weg vom Kino, hin zu Streamingdiensten. Und Kinobesitzer haben Angst, ihre Einkünfte zu verlieren oder zu schmälern. Darum der Aufschrei!
    Aber das Kino wurde schon mehrmals totgesagt, und lebt immer noch! Daran werden auch Streamingdienste nichts ändern!
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