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ZDF-"Herzkino"

Coming-out bei Rosamunde Pilcher

Vier Tage nach dem plötzlichen Tod der britischen Herzschmerz-Königin zeigt das ZDF am Sonntagabend mit "Die Braut meines Bruders" ihre erste schwule Geschichte – nach weit über 100 Filmen.


Sam (Tommy Schlesser, r.) ist Marcs (Joscha Kiefer, l.) große Liebe. Doch um seine Fußballkarriere nicht zu gefährden, möchte Marc die Beziehung zu Sam geheim halten (Bild: Jon Ailes / ZDF)

Zum ersten Mal nach weit über 100 Filmen steht am Sonntag um 20.15 Uhr eine schwule Liebe im Mittelpunkt eines Rosamunde-Pilcher-Films. Nach dem plötzlichen Tod der Autorin am 6. Februar hat das ZDF die Ausstrahlung von "Die Braut meines Bruders" vorgezogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der heimlich schwule Zweitliga-Fußballer Marc, gespielt von "SOKO München"-Kommissar Joscha Kiefer, und sein Partner und Vereinsarzt Sam ("GZSZ"-Schauspieler Tommy Schlesser). Bislang hatte Marc eine Alibifreundin engagiert, um in der Öffentlichkeit als Hetero gesehen zu werden, doch die gibt ihm ausgerechnet kurz vor Vertragsunterzeichnung beim FC Liverpool den Laufpass.

Schwuler Profifußballer mit Alibifreundin

Kurzerhand bietet Marc seiner schwangeren Jugendfreundin Emma an, seine neue Verlobte zu spielen. Es wäre für beide eine Win-Win-Situation: Marc könnte seine Homosexualität weiter verbergen – auch vor seinem homophoben Vater – und Emmas finanzielle Sorgen wären gelöst. Also lässt sie sich auf den Deal ein.

Doch als sich Emma in den Pianisten Charles verliebt, wird die Lügerei zu einem immer größeren Problem. Zu allem Übel stellt sich dann auch noch heraus, dass Charles und Marc Brüder sind. Als die Boulevardpresse dann auch noch öffentlich macht, dass Emma schwanger ist, droht das Lügengebilde zu kippen. Denn nicht nur Marcs Vater William hegt starke Zweifel daran, dass Marc wirklich der Vater des ungeborenen Kindes sein soll. Das Fake-Paar kommt an den Punkt, sich entscheiden zu müssen…

Direktlink | Teaser zum Film

Schlesser hofft auf Hilfe zum Coming.out

Er verbinde mit dieser Rolle "eine große Verantwortung", erklärte der (heterosexuelle) Schauspieler Tommy Schlesser gegenüber dem "Berliner Kurier". "Wenn der Film auch nur einige Menschen dazu bringt, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen und somit freier zu sein, dann glaube ich, habe ich den Job gut erledigt und mein Ziel erreicht."

"Rosamunde Pilcher" ist die am längsten laufende Reihe im ZDF-"Herzkino". Den Auftakt machte vor über 25 Jahren am 30. Oktober 1993 "Rosamunde Pilcher: Stürmische Begegnung". Seitdem wurden weit über 100 Filme nach den Vorlagen der britischen Erfolgsautorin gedreht. (cw/pm)



#1 DominikAnonym
  • 10.02.2019, 17:49h
  • Auch wenn ich überhaupt kein Pilcher-Fan bin und mir auch diese Schmonzette nicht antun werde: Ich find's mega-cool! Und auch sehr schön, dass sie nicht wieder in die Klischee-Kiste gegriffen haben, sondern zwei gutaussehende, sympathisch wirkende Schauspieler genommen haben, die im Film sehr wahrscheinlich einfach nur ein ganz normales, bodenständiges Liebespaar verkörpern. Sehr schön!
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#2 YannickAnonym
  • 10.02.2019, 22:17h
  • Ein sehr schöner Film mit traumhafter Kulisse und tollen Darstellern.

    Natürlich alles sehr kitschig, wie man es von den Pilcher-Verfilmungen kennt, aber es darf auch mal kitschig sein. Und es wurde niemals peinlich.

    Am schönsten fand ich das Ende, wo es einen schwulen Heiratsantrag gab und da durfte sich das Paar auch küssen.

    Insgesamt wirklich nett anzusehen. Und in diesen Zeiten darf ein wenig (schwule) Heile Welt auch gerne sein.

    Nur schade, dass (wie so oft bei Pilcher-Verfilmungen) an manchen Stellen die Nachsynchronisation der englischen (Neben-)Darsteller so schlecht war. Das klingt bei den Pilcher-Filmen immer so künstlich nach Studio, wenn die nachsynchronisiert werden. Aber das waren nur einige wenige Stellen.

    Ansonsten wirklich sehr nett anzusehen.

    Und hey, vor allem:
    endlich mal ein schwuler Romantikfilm zur besten Sendezeit in einem Hauptprogramm. Noch dazu in der Reihe Herzkino.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 10.02.2019, 22:28h
  • Die beiden Hauptdarsteller waren echt ein süßes Paar. Ich kann mich nur deren Hoffnung anschließen, dass der Film hoffentlich vielen Menschen, die sich selbst verleugnen, Mut gemacht hat, endlich das Versteckspiel zu beenden und zu sich selbst zu stehen.

    Endlich frei zu sein.

    Das betrifft ja gerade auch einige deutsche Promis, die der Öffentlichkeit und ihren Fans etwas vorgaukeln.

    Den Fans ist es egal, wen ihr Idol liebt, aber sie wollen nicht belogen und verarscht werden.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 10.02.2019, 22:29h
  • PS:
    Weiß eigentlich jemand, ob Rosamunde Pilcher noch eine andere Geschichte mit schwuler oder lesbischer Handlung hat, die man noch verfilmen könnte?
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#5 Patroklos
  • 11.02.2019, 00:29h
  • Ich war traurig, als die Meldung über den Tod von Rosamunde Pilcher in den Nachrichten kam. Zuvor waren bereits der ehemalige Weltklasse-Skispringer Matty Nykänen (Montag) und dann der langjährige Manager von Schalke 04, Rudi Aussauer (Mittwoch) verstorben.

    Ich habe den Film nicht gesehen, da ich momentan die schwule Liebesgeschichte bei "Sturm der Liebe" verfolge. Trotzdem finde ich es gut, daß das Thema in den Pilcher-Verfilmungen endlich mal angepackt wurde.
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#6 TannenAnonym
  • 11.02.2019, 07:30h
  • Ich bin langjähriger Pilcher-Schauer und fand die Geschichte gut gemacht und gespielt. Vor allem von Hr. Zierll dem alten Hasen. Aber der Pianist war nicht so das Niveau was man/ich sehen wollte. Haben sie da keinen männlicheren Schauspieler gefunden. Da war ich enttäuscht.
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#7 DominikAnonym
  • 11.02.2019, 08:52h
  • Was soll ich sagen... Ich muss zugeben, dass ich mir gestern Abend wegen des Gay-Bezugs doch noch die Schmonzette reingezogen habe. Dies war der allererste Rosamunde-Pilcher-Film, den ich mir angeschaut habe, und ganz sicher wird es auch der letzte in meinem Leben bleiben.

    Grundsätzlich finde ich es nach wie vor super, dass endlich auch mal in so einem Kitschfilm Homosexualität überhaupt thematisiert wurde. Auch die Darstellung des schwulen Paares war durchweg sympathisch, wenngleich auch (wie übrigens alle Figuren im Film) alles andere als überzeugend geschauspielert wurde. Achtung, Soap-Darsteller-Alarm, der Gesichtsausdruck muss nicht zwingend zum Sprechtext passen! *lol*

    Besonders krass fand ich aber zu sehen, wie klischeeversifft und regelrecht hohl doch eine Story auch erzählt werden kann. Eine Figur muss eben immer nur im richtigen (bzw. falschen) Moment hinter einem stehen und was vom großen Lebensgeheimnis mithören oder wahlweise ins Schlafzimmer platzen oder unverhofft vorbeigejoggt kommen, und schon ist die nächste schicksalsträchtige Wirrung eingeläutet, die am Ende jedoch durch gutes Zureden einer Nebenfigur und plötzliche Einsicht auf Seiten der Hauptfiguren in ein harmonisches Happy End mündet, wo alle ihr unfassbares Glück finden und mit der farbenfrohe Kulisse zu verschmelzen drohen, wenn sie denn nicht gestorben sind.

    Hach, was war das herzallerliebst anzuschauen... und doch ein unfassbar doofer Film! ;)

    Finally: Daumen hoch dafür, dass Homosexualität auch in diesem Genre endlich angekommen ist und der Film die positive Message hatte, dass jeder zu sich selbst und seinen Gefühlen stehen sollte!
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#8 andreAnonym
  • 11.02.2019, 09:03h
  • Habe sehr gehofft, ZDF stellt, nach deren Ableben, Sendebetrieb ein. Bringen ja fast nichts Anderes ausser Kitsch. Umsonst.
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#9 Julian SAnonym
  • 11.02.2019, 09:12h
  • Antwort auf #7 von Dominik
  • Aber so funktionieren diese Romantik-Filme eben.

    Und auch ich finde es gut, dass auch dort Homosexualität endlich angekommen ist. LGBTI sollten auch in Filmen den Anteil haben (auch als Nebenfiguren), den sie im realen Leben haben.

    Und wenn das dazu beiträgt, dass das klassische Rosamunde-Pilcher-Publikum auch mal sieht, dass es mehr als Boy Meets Girl gibt und wenn das die Akzeptanz von Homosexualität auch nur ein bisschen erhöht, dann ist schon sehr viel erreicht.

    Bitte gerne mehr davon...

    Wie gesagt:
    LGBTI sollten auch in Filmen und Serien den Anteil haben (auch als Nebenfiguren), den sie im realen Leben haben.
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#10 kuesschen11Profil
  • 11.02.2019, 09:17hFrankfurt
  • Dieser Film mit einem schwulen Pärchen ist mal aus der gängigen Heteronormativität der Pilcher-Filme positiv herausgebrochen und war zu einer guten Sendezeit im TV präsent für das Publikum.

    Klar, dass der Kitsch mit all seinen Konventionen in diesen Filmserien dazugehört.

    Ich finde aber die Handlung in "Die Braut meines Bruders" sehr gut gelungen. Die zwei Männer kämpfen für ihre Liebe, gewinnen und setzen sich über das Versteckspiel und die Konventionen hinweg. Letztendlich kommt es zu einer guten Lösung für alle.

    Als die beiden Männer (zwei Schnuckelchen) sich zuletzt im Krankenhaus küssen und alles rundherum klatscht, ist ein berührender Moment.
    Fazit: Gehe immer ehrlich mit deinen Gefühlen um.

    Der Film von Rosamunde bewegt etwas in der Gesellschaft. Es gibt, so glaube ich, noch einen anderen Film von ihr mit schwulem Inhalt, da werde ich nochmals recherchieren.
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