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ZDF-"Herzkino"

Coming-out bei Rosamunde Pilcher

Vier Tage nach dem plötzlichen Tod der britischen Herzschmerz-Königin zeigt das ZDF am Sonntagabend mit "Die Braut meines Bruders" ihre erste schwule Geschichte – nach weit über 100 Filmen.


Sam (Tommy Schlesser, r.) ist Marcs (Joscha Kiefer, l.) große Liebe. Doch um seine Fußballkarriere nicht zu gefährden, möchte Marc die Beziehung zu Sam geheim halten (Bild: Jon Ailes / ZDF)
  • 10. Februar 2019, 15:40h 21 2 Min.

Zum ersten Mal nach weit über 100 Filmen steht am Sonntag um 20.15 Uhr eine schwule Liebe im Mittelpunkt eines Rosamunde-Pilcher-Films. Nach dem plötzlichen Tod der Autorin am 6. Februar hat das ZDF die Ausstrahlung von "Die Braut meines Bruders" vorgezogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der heimlich schwule Zweitliga-Fußballer Marc, gespielt von "SOKO München"-Kommissar Joscha Kiefer, und sein Partner und Vereinsarzt Sam ("GZSZ"-Schauspieler Tommy Schlesser). Bislang hatte Marc eine Alibifreundin engagiert, um in der Öffentlichkeit als Hetero gesehen zu werden, doch die gibt ihm ausgerechnet kurz vor Vertragsunterzeichnung beim FC Liverpool den Laufpass.

Schwuler Profifußballer mit Alibifreundin

Kurzerhand bietet Marc seiner schwangeren Jugendfreundin Emma an, seine neue Verlobte zu spielen. Es wäre für beide eine Win-Win-Situation: Marc könnte seine Homosexualität weiter verbergen – auch vor seinem homophoben Vater – und Emmas finanzielle Sorgen wären gelöst. Also lässt sie sich auf den Deal ein.

Doch als sich Emma in den Pianisten Charles verliebt, wird die Lügerei zu einem immer größeren Problem. Zu allem Übel stellt sich dann auch noch heraus, dass Charles und Marc Brüder sind. Als die Boulevardpresse dann auch noch öffentlich macht, dass Emma schwanger ist, droht das Lügengebilde zu kippen. Denn nicht nur Marcs Vater William hegt starke Zweifel daran, dass Marc wirklich der Vater des ungeborenen Kindes sein soll. Das Fake-Paar kommt an den Punkt, sich entscheiden zu müssen…

Schlesser hofft auf Hilfe zum Coming.out

Er verbinde mit dieser Rolle "eine große Verantwortung", erklärte der (heterosexuelle) Schauspieler Tommy Schlesser gegenüber dem "Berliner Kurier". "Wenn der Film auch nur einige Menschen dazu bringt, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen und somit freier zu sein, dann glaube ich, habe ich den Job gut erledigt und mein Ziel erreicht."

"Rosamunde Pilcher" ist die am längsten laufende Reihe im ZDF-"Herzkino". Den Auftakt machte vor über 25 Jahren am 30. Oktober 1993 "Rosamunde Pilcher: Stürmische Begegnung". Seitdem wurden weit über 100 Filme nach den Vorlagen der britischen Erfolgsautorin gedreht. (cw/pm)

-w-

#1 DominikAnonym
  • 10.02.2019, 17:49h
  • Auch wenn ich überhaupt kein Pilcher-Fan bin und mir auch diese Schmonzette nicht antun werde: Ich find's mega-cool! Und auch sehr schön, dass sie nicht wieder in die Klischee-Kiste gegriffen haben, sondern zwei gutaussehende, sympathisch wirkende Schauspieler genommen haben, die im Film sehr wahrscheinlich einfach nur ein ganz normales, bodenständiges Liebespaar verkörpern. Sehr schön!
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#2 YannickAnonym
  • 10.02.2019, 22:17h
  • Ein sehr schöner Film mit traumhafter Kulisse und tollen Darstellern.

    Natürlich alles sehr kitschig, wie man es von den Pilcher-Verfilmungen kennt, aber es darf auch mal kitschig sein. Und es wurde niemals peinlich.

    Am schönsten fand ich das Ende, wo es einen schwulen Heiratsantrag gab und da durfte sich das Paar auch küssen.

    Insgesamt wirklich nett anzusehen. Und in diesen Zeiten darf ein wenig (schwule) Heile Welt auch gerne sein.

    Nur schade, dass (wie so oft bei Pilcher-Verfilmungen) an manchen Stellen die Nachsynchronisation der englischen (Neben-)Darsteller so schlecht war. Das klingt bei den Pilcher-Filmen immer so künstlich nach Studio, wenn die nachsynchronisiert werden. Aber das waren nur einige wenige Stellen.

    Ansonsten wirklich sehr nett anzusehen.

    Und hey, vor allem:
    endlich mal ein schwuler Romantikfilm zur besten Sendezeit in einem Hauptprogramm. Noch dazu in der Reihe Herzkino.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 10.02.2019, 22:28h
  • Die beiden Hauptdarsteller waren echt ein süßes Paar. Ich kann mich nur deren Hoffnung anschließen, dass der Film hoffentlich vielen Menschen, die sich selbst verleugnen, Mut gemacht hat, endlich das Versteckspiel zu beenden und zu sich selbst zu stehen.

    Endlich frei zu sein.

    Das betrifft ja gerade auch einige deutsche Promis, die der Öffentlichkeit und ihren Fans etwas vorgaukeln.

    Den Fans ist es egal, wen ihr Idol liebt, aber sie wollen nicht belogen und verarscht werden.
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