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Kommentare zu:
Italien: Wirbel um "schwulen" Eurovision-Sänger


#1 Patroklos
  • 11.02.2019, 00:23h
  • In Italien echauffieren sich sogar schon die Herren der rechtspopulistischen Parteien Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung, die ja leider in Italien die Regierung stellen über den diesjährigen Sieger des San-Remo-Festivals, was auch zu erwarten war.
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#2 hugoAnonym
  • 11.02.2019, 11:25h
  • Die Aussage zum Comong Out entspricht auch meinen Einstellung!
    Sexuelle Orientierung ist Privatsache und wem ich diese mitteile und in welcher Form unterliergt meiner Entscheidung!
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#3 AmurPrideProfil
  • 11.02.2019, 13:38hKöln
  • Antwort auf #2 von hugo
  • ""..Sexuelle Orientierung ist Privatsache und wem ich diese mitteile und in welcher Form unterliergt meiner Entscheidung!..""

    Absolute Zustimmung meinerseits!

    Allerdings habe ich dabei für mich persönlich gelernt, das es für mich dabei doch noch das eine oder andere mehr zu bedenken gibt:

    # JEDESMAL, wenn ich merkte, mein Gegenüber unterstellt mir ungefragt Heterosexualität (was ja fast jeder Hetero fast immer macht, wenn er jemanden Neues kennen lernt) und ich diese seine Annahme dann nicht richtigstelle, habe ich das Gefühl mich selbst zu verleugnen. .. Seelische Selbstverletzung zu betrieben...

    # WENN ich mit meinem äußerem coming out beginne, sollte ich mir auch darüber im Klaren sein, das ich damit auch schrittweise die Kontrolle darüber verliere, wer es weiß und wer nicht!
    Ich bin dann auf die Verschwiegenheit der eingeweihten Personen angewiesen, muss darauf hoffen und kann mich hoffentlich auch darauf verlassen, eine Garantie dafür habe ich aber nicht!
    Meine sexuelle Orientierung wird, je nach Umfang meines coming outs und der Verschwiegenheit der Eingeweihten, mehr oder weniger öffentlich!

    # JEDES coming out besitzt natürlich auch eine politische Komponente. Zumindest wenn man Politik als die Kunst/Wissenschaft das Zusammenleben von Menschen zu gestalten versteht. Denn ein coming out wird die Beziehung der beteiligten Personen auf jeden Fall auf eine neue Beziehungsebene stellen.

    Aus diesen und noch einigen weiteren Gründen habe ich für mich persönlich entschieden, dass ich mich, immer vorausgesetzt es besteht keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben, immer bei der erstbesten Gelegenheit oute.
    Warum Zeit und Aufwand in einen neuen Kontakt investieren, der sich später womöglich als homophob erweist?
    Und wenn ich mir unsere wahre Akzeptanz in der Gesellschaft wünsche (Händchen halten, Küssen usw.), wie kann ich mich dann für Unsichtbarkeit entscheiden?
    Wahre Akzeptanz kann nämlich erst dann entstehen, wenn die Menschen konkret in ihrer eigenen Realität mit Homosexualität in Berührung kommen!
    Alles andere vorher sind nur blutleere Lippenbekenntnisse ("Homosexualität ist doch heute gar kein Problem mehr!" - "Ich kenne jede Menge Schwule!" usw.).
    Wer dies nicht glauben will, schnappe sich seinen Typen und laufe mal Händchen haltend durch die Straßen seiner Stadt! Beobachtet dabei mal die Reaktionen Eures Umfelds! Selbst hier in der sog. Schwulenhochburg Köln! Man wird, mehr oder weniger, offen angestarrt wie ein alien!^^

    Es ist eben wie Gandhi einst sagte: "Wenn Du ein besseres Leben haben willst, beginne bei Dir selbst!"
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#4 daVinci6667
  • 11.02.2019, 16:01h
  • Antwort auf #3 von AmurPride
  • ""..Sexuelle Orientierung ist Privatsache und wem ich diese mitteile und in welcher Form unterliergt meiner Entscheidung!..""

    Deinen nachfolgenden weisen Zeilen stimme ich sehr zu, jedoch nicht deiner gegebenen Zustimmung am Anfang.

    Es kann im Einzelfall zwar schon richtig sein, z.B. für einen Azubi mit homophobem Lehrmeister, für eine klar begrenzte, absehbare Zeit das äussere Coming-out aufzuschieben. Das will ich gar nicht bestreiten.

    Doch von einem gestandenen erwachsenen Mann in der westlichen Hemisphäre, erwarte ich schon, dass er solche einfachen drei kleine Worte wie ich bin schwul deutlich aussprechen kann. Ansonsten rate ich zu einem Logopäden. Das sei auch diesem ansonsten sehr sympathischen Sänger gesagt.

    Wir wollen doch absolute Gleichstellung erreichen. KEIN EINZIGER HETERO mit einer Freundin würde auf entsprechende Fragen antworten, sorry ist Privatsache. Da fängt die Diskriminierung doch schon an!

    Sex und mit wem wir in die Kiste steigen, ja, das ist Privatsache. Die sexuelle Orientierung NICHT, genausowenig wie z.B die Hautfarbe. Beides sind unveränderliche FAKTEN dass zum Menschen gehört wie Augen oder Haarfarbe.

    Wir sollten keinesfalls auf gesellschaftlichen und vor allem religiösen Druck damit beginnen uns wieder auf die Privatsache zu beziehen. Ein bisschen 80 er Jahre. Dagegen wehre ich mich.

    Wenn das Schule machen würde, stünde im nächsten Duden als Synonym für ich bin schwul, sorry ist Privatsache. Denn jeder wüsste bald was das im Klartext bedeutet.

    ""...schnappe sich seinen Typen und laufe mal Händchen haltend durch die Straßen seiner Stadt! ... Man wird, mehr oder weniger, offen angestarrt wie ein alien!""

    Yep, genau so fühlt man sich. Dazu passt, und das ist KEIN Witz !, als irgendwelche komische Aliens sieht uns auch das Gesetz. Ist nicht wirklich lustig.

    Laut schweizerischem Recht und klärenden Bundesgerichtsentscheiden gehören Lesben und Schwule schon seit langem ganz offiziell zu (ausserirdischen?) Lebensformen!

    In unserer Bundesverfassung steht:
    ""Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.""

    Zum Glück, falls das Referendum von religiöser Seite nicht noch erfolgreich sein sollte, erhalten wir zukünftig zusätzlich ein griffiges Diskriminierungsverbot in dem endlich eindeutig von sexueller Orientierung gesprochen wird. Der Begriff Lebensform bleibt.

    Ich vermute wenn tatsächlich einmal Aliens auf der Erde landen wird das in der Schweiz sein, da sie nur hier bereits in der Verfassung geschützt sind....

    Dabei wollte man bloss hauptsächlich für uns zu einer Zeit etwas hineinschreiben als noch keiner sagen konnte ich bin schwul...
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#5 AmurPrideProfil
  • 11.02.2019, 17:15hKöln
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • ""..Sex und mit wem wir in die Kiste steigen, ja, das ist Privatsache. Die sexuelle Orientierung NICHT..""

    Deine Differenzierung zwischen Sex und sexueller Orientierung erschien auch mir auf den ersten Blick ein gut gewählter Einwand gegen meine Zustimmung zu hugos Aussage aus #2 ""..Sexuelle Orientierung ist Privatsache..""
    Was aber, wie ich schnell merkte, nur an meiner Zustimmung zu dem Teil mit dem ""..Sex und mit wem wir in die Kiste steigen, ja, das ist Privatsache.."" lag.

    Meiner Meinung nach ist die sexuelle Orientierung deshalb Privatsache (= geht andere erstmal nix an), weil der Betroffene sowohl bei seinem "inneren", wie auch bei seinem späterem anfänglichen "äußeren" coming out, den Schutz der Privatsphäre dringendst benötigt!
    Genau wegen dieser Verletzlichkeit fragt man i.d.R. seinen Gegenüber ja auch nicht: "Bist Du schwul (lesbisch, bi, trans, inter, pan, a usw.)?", sondern wartet, bist der Andere dies von sich aus sagen kann!

    ""..Doch von einem gestandenen erwachsenen Mann in der westlichen Hemisphäre, erwarte ich schon, dass er solche einfachen drei kleine Worte wie ich bin schwul deutlich aussprechen kann. [..] Das sei auch diesem ansonsten sehr sympathischen Sänger gesagt..""

    Auch diese Deine Forderung verlockt mich zur sofortigen Zustimmung.
    Allerdings weiß ich es aus nächster Beobachtung besser. Auch wenn man 18 Jahre oder älter ist, finanziell auf eigenen Beinen steht, in der BRD lebt oder gar geboren und aufgewachsen ist, kann man die Erfüllung Deiner Forderung nicht einfach pauschal von jedem erwarten.
    Ich habe eine ganze Reihe von Freunden und Bekannten, die, obwohl sie Deine Voraussetzungen erfüllen, peinlichst genau darauf achten in der Öffentlichkeit als NICHT schwul zu gelten. Weil sie z. B. einen arabisch/muslimischen Familienbackground haben. Ein Bekanntwerden ihrer wahren sexuellen Orientierung könnte zum vollständigen Verlust ihrer familiären Bande, zum Ehrenmord oder zur gesellschaftlichen Diskreditierung (bis hin zur Erpressung) ihrer Verwandten im Ausland führen.
    Und dies ist vielleicht auch eine Erklärung für das Verhalten von Alessandro Mahmoud (>>Meine Mutter kommt aus Sardinien und mein Vater ist Ägypter.<<)

    Ich persönlich bin der felsenfesten Überzeugung, das nur derjenige eine Chance auf ein authentisches, schwules und glückliches Leben hat, der out and proud ist.

    Aber dafür verlangt es Mut. Sehr viel persönlichen Mut. Den man nur in sich selbst finden kann.

    Und auf unserer Welt gibt es nun einmal mutige und weniger mutige Menschen.

    Aber jeder sollte sich bitte auch eingestehen: Ob ich zu den Mutigen oder zu den weniger Mutigen gehöre, das entscheide einzig und alleine nur ich selbst!

    Deshalb habe ich absolut nichts gegen Menschen, die sich dazu entschließen, sich nicht zu outen!

    Wenn diese Menschen dann aber keine Verantwortung für ihre eigene Entscheidung übernehmen wollen, statt dessen für die Auswirkung ihrer Entscheidung alles und jeden um sie herum verantwortlich machen wollen und sich in einer Tour selbst bemitleiden, das es ihnen so mies geht und sie ja gar keine Chance auf ein besseres Leben hätten, dann habe ich dafür Null Verständnis und keinerlei Empathie.

    Denn, wie ich in #3 schon zitierte, es ist eben wie Gandhi einst sagte: "Wenn Du ein besseres Leben haben willst, beginne bei Dir selbst!"
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 12.02.2019, 22:01h
  • Beim ESC weiß ich immer nich, ob ich es schade oder gut finden soll, wenn die Lieder nicht auf englisch sind. So versteht halt den Text leider kaum jemand. Aber wahrscheinlich ist das beim ESC okay, geht ja auch um die Darstellung der einzelnen Länder.
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