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Einzelkommentar zu:
Italien: Wirbel um "schwulen" Eurovision-Sänger


#3 AmurPrideProfil
  • 11.02.2019, 13:38hKöln
  • Antwort auf #2 von hugo
  • ""..Sexuelle Orientierung ist Privatsache und wem ich diese mitteile und in welcher Form unterliergt meiner Entscheidung!..""

    Absolute Zustimmung meinerseits!

    Allerdings habe ich dabei für mich persönlich gelernt, das es für mich dabei doch noch das eine oder andere mehr zu bedenken gibt:

    # JEDESMAL, wenn ich merkte, mein Gegenüber unterstellt mir ungefragt Heterosexualität (was ja fast jeder Hetero fast immer macht, wenn er jemanden Neues kennen lernt) und ich diese seine Annahme dann nicht richtigstelle, habe ich das Gefühl mich selbst zu verleugnen. .. Seelische Selbstverletzung zu betrieben...

    # WENN ich mit meinem äußerem coming out beginne, sollte ich mir auch darüber im Klaren sein, das ich damit auch schrittweise die Kontrolle darüber verliere, wer es weiß und wer nicht!
    Ich bin dann auf die Verschwiegenheit der eingeweihten Personen angewiesen, muss darauf hoffen und kann mich hoffentlich auch darauf verlassen, eine Garantie dafür habe ich aber nicht!
    Meine sexuelle Orientierung wird, je nach Umfang meines coming outs und der Verschwiegenheit der Eingeweihten, mehr oder weniger öffentlich!

    # JEDES coming out besitzt natürlich auch eine politische Komponente. Zumindest wenn man Politik als die Kunst/Wissenschaft das Zusammenleben von Menschen zu gestalten versteht. Denn ein coming out wird die Beziehung der beteiligten Personen auf jeden Fall auf eine neue Beziehungsebene stellen.

    Aus diesen und noch einigen weiteren Gründen habe ich für mich persönlich entschieden, dass ich mich, immer vorausgesetzt es besteht keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben, immer bei der erstbesten Gelegenheit oute.
    Warum Zeit und Aufwand in einen neuen Kontakt investieren, der sich später womöglich als homophob erweist?
    Und wenn ich mir unsere wahre Akzeptanz in der Gesellschaft wünsche (Händchen halten, Küssen usw.), wie kann ich mich dann für Unsichtbarkeit entscheiden?
    Wahre Akzeptanz kann nämlich erst dann entstehen, wenn die Menschen konkret in ihrer eigenen Realität mit Homosexualität in Berührung kommen!
    Alles andere vorher sind nur blutleere Lippenbekenntnisse ("Homosexualität ist doch heute gar kein Problem mehr!" - "Ich kenne jede Menge Schwule!" usw.).
    Wer dies nicht glauben will, schnappe sich seinen Typen und laufe mal Händchen haltend durch die Straßen seiner Stadt! Beobachtet dabei mal die Reaktionen Eures Umfelds! Selbst hier in der sog. Schwulenhochburg Köln! Man wird, mehr oder weniger, offen angestarrt wie ein alien!^^

    Es ist eben wie Gandhi einst sagte: "Wenn Du ein besseres Leben haben willst, beginne bei Dir selbst!"
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