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Einzelkommentar zu:
Italien: Wirbel um "schwulen" Eurovision-Sänger


#5 AmurPrideProfil
  • 11.02.2019, 17:15hKöln
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • ""..Sex und mit wem wir in die Kiste steigen, ja, das ist Privatsache. Die sexuelle Orientierung NICHT..""

    Deine Differenzierung zwischen Sex und sexueller Orientierung erschien auch mir auf den ersten Blick ein gut gewählter Einwand gegen meine Zustimmung zu hugos Aussage aus #2 ""..Sexuelle Orientierung ist Privatsache..""
    Was aber, wie ich schnell merkte, nur an meiner Zustimmung zu dem Teil mit dem ""..Sex und mit wem wir in die Kiste steigen, ja, das ist Privatsache.."" lag.

    Meiner Meinung nach ist die sexuelle Orientierung deshalb Privatsache (= geht andere erstmal nix an), weil der Betroffene sowohl bei seinem "inneren", wie auch bei seinem späterem anfänglichen "äußeren" coming out, den Schutz der Privatsphäre dringendst benötigt!
    Genau wegen dieser Verletzlichkeit fragt man i.d.R. seinen Gegenüber ja auch nicht: "Bist Du schwul (lesbisch, bi, trans, inter, pan, a usw.)?", sondern wartet, bist der Andere dies von sich aus sagen kann!

    ""..Doch von einem gestandenen erwachsenen Mann in der westlichen Hemisphäre, erwarte ich schon, dass er solche einfachen drei kleine Worte wie ich bin schwul deutlich aussprechen kann. [..] Das sei auch diesem ansonsten sehr sympathischen Sänger gesagt..""

    Auch diese Deine Forderung verlockt mich zur sofortigen Zustimmung.
    Allerdings weiß ich es aus nächster Beobachtung besser. Auch wenn man 18 Jahre oder älter ist, finanziell auf eigenen Beinen steht, in der BRD lebt oder gar geboren und aufgewachsen ist, kann man die Erfüllung Deiner Forderung nicht einfach pauschal von jedem erwarten.
    Ich habe eine ganze Reihe von Freunden und Bekannten, die, obwohl sie Deine Voraussetzungen erfüllen, peinlichst genau darauf achten in der Öffentlichkeit als NICHT schwul zu gelten. Weil sie z. B. einen arabisch/muslimischen Familienbackground haben. Ein Bekanntwerden ihrer wahren sexuellen Orientierung könnte zum vollständigen Verlust ihrer familiären Bande, zum Ehrenmord oder zur gesellschaftlichen Diskreditierung (bis hin zur Erpressung) ihrer Verwandten im Ausland führen.
    Und dies ist vielleicht auch eine Erklärung für das Verhalten von Alessandro Mahmoud (>>Meine Mutter kommt aus Sardinien und mein Vater ist Ägypter.<<)

    Ich persönlich bin der felsenfesten Überzeugung, das nur derjenige eine Chance auf ein authentisches, schwules und glückliches Leben hat, der out and proud ist.

    Aber dafür verlangt es Mut. Sehr viel persönlichen Mut. Den man nur in sich selbst finden kann.

    Und auf unserer Welt gibt es nun einmal mutige und weniger mutige Menschen.

    Aber jeder sollte sich bitte auch eingestehen: Ob ich zu den Mutigen oder zu den weniger Mutigen gehöre, das entscheide einzig und alleine nur ich selbst!

    Deshalb habe ich absolut nichts gegen Menschen, die sich dazu entschließen, sich nicht zu outen!

    Wenn diese Menschen dann aber keine Verantwortung für ihre eigene Entscheidung übernehmen wollen, statt dessen für die Auswirkung ihrer Entscheidung alles und jeden um sie herum verantwortlich machen wollen und sich in einer Tour selbst bemitleiden, das es ihnen so mies geht und sie ja gar keine Chance auf ein besseres Leben hätten, dann habe ich dafür Null Verständnis und keinerlei Empathie.

    Denn, wie ich in #3 schon zitierte, es ist eben wie Gandhi einst sagte: "Wenn Du ein besseres Leben haben willst, beginne bei Dir selbst!"
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