Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32956

Hetze

US-Abgeordneter: Homosexuelle sind Terroristen

Mehrere amerikanische Politiker versuchen, sich mit Homophobie zu profilieren. Am weitesten ging Eric Porterfield, der queere Menschen mit den Rassisten des Ku-Klux-Klans gleichsetzte.


Eric Porterfield ist seit dem 9. Januar Mitglied des Landesparlamentes von West Virginia. Seit 2006 ist der Republikaner blind – er gründete daraufhin die "Blind Faith Ministries" (Kirche des blinden Glaubens), mit der er Menschen in Afrika zum Christentum konvertieren will

Eric Porterfield, ein republikanischer Abgeordneter im 100 Mitglieder zählenden Parlament von West Virginia, hat mit homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt. Der 44-jährige Missionar erklärte am Freitag, dass homosexuelle Menschen eine "Terrororganisation" darstellten. Außerdem verglich er sexuelle und geschlechtliche Minderheiten mit dem Ku-Klux-Klan, einem insbesondere im Süden der Vereinigten Staaten aktiven rassistischen und gewalttätigen Geheimbund.

"Die LGBTQ sind eine moderne Version des Ku-Klux-Klans. Sie tragen nur keine Kapuzen, wenn sie ihren Hass verbreiten", so Porterfield im Gespräch mit der Regionalzeitung "Charleston Gazette-Mail". Homosexuelle seien "politische Terroristen, die versuchen, alle zu dominieren." Ferner erklärte Porterfield, die LGBTI-Community würde alle Personen ausgrenzen, die nicht ihre "sozialistische Ideologie" teilten.

Der Vergleich von Homosexuellen mit dem Ku-Klux-Klan wird gerne von Homo-Hassern verbreitet: 2011 nutzte etwa Francis Kardinal George, der damalige Bischof von Chicago, diesen Vergleich, weil Schwule und Lesben ebenso wie die Rassisten des Geheimbundes gegen die katholische Kirche demonstrieren würden (queer.de berichtete).

Porterfield will LGBTI-Diskriminierung per Gesetz erlauben

Porterfields Tirade wird ergänzt von dem Gesetzentwurf HB 2699 im Parlament von Charleston, mit dem er gesetzlichen Diskriminierungsschutz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten verbieten will. Zwar gibt es in West Virginia derzeit kein Landesgesetz zum Schutz von LGBTI vor Ungleichbehandlung, allerdings haben manche Gemeinden derartige Regelungen eingeführt. Diese sollen nach dem Willen Porterfields und seiner Unterstützer künftig verboten werden. Während einer Ausschusssitzung hatte Porterfield vergangenen Mittwoch einen Ordnungsruf erhalten, weil er das Wort "Faggot" (Schwuchtel) als abwertende Bezeichnung Homosexueller verwendet hatte.

Auf Twitter behauptete Porterfield am Freitag, dass "Mitglieder der LGBTQ Hassverbrechen verübt und meine Sicherheit gefährdet haben". Details zu den Vorwürfen nannte er nicht.

Twitter / e_porterfield

Senatorin vergleicht Homosexualität mit Missbrauch von Tieren

In amerikanischen Landesparlamenten gibt es immer wieder extrem homophobe Äußerungen. Insbesondere in ländlicheren Bundesstaaten werden immer wieder Abgeordnete gewählt, die mit Homophobie um Stimmen werben. Kürzlich reichte etwa eine LGBTI-Organisation im landwirtschaftlich geprägten Wyoming eine Beschwerde über die republikanische Senatorin Lynn Hutchings im Parlament ein, weil diese vor Schülern gleichgeschlechtlichen Sex mit dem sexuellen Missbrauch von Tieren gleichgesetzt hatte (PDF).

Auch religiös geprägte demokratische Politiker fallen immer wieder mit Homophobie auf. So beklagte Rubén Díaz Sr., demokratischer Stadtrat in New York City, laut dem Lokalsender NY1, dass im Parlament "alle von der homosexuellen Community kontrolliert werden". Das zeige sich auch daran, dass Stadtratschef Corey Johnson ein verheirateter Homosexueller sei. Johnson, der zwar schwul ist, aber alleinstehend, verlangte daraufhin eine Entschuldigung von Díaz.

Widerstand erhält Díaz Sr. sogar von seinem eigenen Sohn Ruben Díaz Jr., der Stadtteilbürgermeister der Bronx ist und mit seinem Vater oft bei gesellschaftlichen Fragen wie der Ehe für alle oder dem Recht auf Abtreibung über Kreuz steht. Der 45-Jährige schrieb am Samstag auf Twitter, sein Vater solle sich entschuldigen.

Twitter / rubendiazjr

Díaz war von 2003 bis 2017 Senator des Staates New York und ist seit vergangenem Jahr Stadtrat. 2011 hatte er für Aufsehen gesorgt, als er als einziger Demokrat gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht stimmte (queer.de berichtete). Díaz ist ein Pfarrer der evangelikalen Pfingstbewegung.


Der Pfarrer und Demokratische Politiker Ruben Díaz Sr. kämpft bereits seit vielen Jahren gegen LGBTI-Rechte (Bild: Metropolitan Transportation Authority of the State of New York / flickr)



#1 TimonAnonym
  • 11.02.2019, 15:08h
  • Und was hat seiner Meinung nach Liebe mit Gewalt, Folter und Mord zu tun?

    Solche Menschen meinen immer, die Behauptung sei schon der Beweis.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ErdbeerkucheAnonym
  • 11.02.2019, 15:44h
  • Das mit Lynn Hutchins wurde aber ein bisschen ausgeschmückt, eigentlich hat sie nur gesagt das Gesetze nicht so einfach sind und das man Gesetze sehr überlegt Formulieren muss. Wenn es zum Beispiel im Gesetzbuch steht: "Klauen ist verboten." darf mir immer noch etwas "ausborgen" ohne es dem Ausborgendem zu sagen. Von daher finde ich nicht das es homophob war, sondern nur unglücklich formuliert.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym
  • 11.02.2019, 16:32h
  • West Virginia ist leider der völlig verarmte, von allgemeinem Drogenkonsum verseuchte Hinterhof der USA.

    Traurig für die jungen Leute, die dort aufwachsen müssen. Nicht nur für die LGTBI-Menschen...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 JasperAnonym
  • 11.02.2019, 17:36h
  • EIn weiteres Beispiel, wie Religion die Sinne vernebelt und die Herzen vergiftet...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FredinbkkProfil
  • 11.02.2019, 17:41hBangkok
  • Das ist das irre,bei den Christen,

    der guetige und liebende Gott hat ihm sein Augenlicht genommen...und aus lauter Dankbarkeit wird er zum Missionar.....

    sicher redet er auch den Quatsch von einer "goettlichen Pruefung"...als naechste laesst Gott noch zu,dass sein Blindenhund ueberfahren wird,dann sauft er noch noch Weihwasser..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 YannickAnonym
  • 11.02.2019, 17:47h
  • Eigentlich sollte man über wahnhafte Äußerungen irgendwelcher Verwirrter gar nicht mehr groß diskutieren. Das ist bei solchen Leuten eh sinnlos und wertet die nur noch auf.

    Aber auch wenn solche Menschen Löcher in die Welt leben, wie es Joanne K. Rowling mal formulierte, und man sowas am besten ignoriert, so habe ich nur eine Frage:

    Der Ku-Klux-Klan ermordet Menschen.

    Wer erkennt den Unterschied?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 alter schwedeAnonym
  • 11.02.2019, 17:52h
  • Einfach eine Skimütze mit Bommel aufsetzen Mr. Porterfield.

    Mehr brauchen Sie nicht um selbst als Mitglied des Klu Klux Clan betrachtet zu werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 So sind dieAnonym
  • 11.02.2019, 17:56h
  • Antwort auf #6 von Yannick
  • Für religiöse Fanatiker ist jeder, der sich nicht bedingungslos ihrer Linie unterwirft oder es sogar wagt, deren Glaube zu kritisieren, automatisch ein "Terrorist".

    Die sind die wahren Terroristen, die die ganze Welt mit ihrem totalitären System überziehen wollen und allen ihren Willen aufzwingen wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#10 JadugharProfil
  • 11.02.2019, 21:08hHamburg
  • Eric Porterfield ist ein Fall für die Psychiatrie. Er hat schwere paranoide Vorstellungen!
  • Antworten » | Direktlink »