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"Frühling" in Polen

Partei von Robert Biedron steigt in den Umfragen

Die erst vor wenigen Tagen vom offen schwulen Politiker Robert Biedron gegründete linksliberale Partei "Frühling" macht den anderen Parteien bereits Konkurrenz – laut Umfragen liegt sie schon bei über 16 Prozent.


Nach mehreren Wahlsiegen der homophoben PiS-Partei könnte ausgerechnet der schwule Robert Biedron das Parteiensystem in Polen durcheinanderwirbeln (Bild: Adrian Grycuk / wikipedia)

Polens neue linksliberale Partei liegt eine Woche nach ihrer Gründung im Aufwind. Nach einer am Montag von der Zeitung "Rzeczpospolita" veröffentlichten Meinungsumfrage würde "Wiosna" (Frühling) bei der Europawahl im Mai mit 16,2 Prozent drittstärkste Kraft nach der regierenden Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) und der oppositionellen Bürgerplattform (PO). Die rechtspopulistische PiS käme demnach auf 37,1 Prozent, die liberal-konservative PO auf 21,8 Prozent. Im Vergleich zu einer ersten Umfrage von vor einer Woche konnte der "Frühling" sein Umfrageergebnis mehr als verdoppeln.

Es sei allerdings nicht sicher, ob die linksliberale Gruppierung diesen Wert halten könne, sagte die Politikwissenschaftlerin Anna Materska-Sosnowska von der Universität Warschau. Derzeit profitiere sie noch vom Schwung und dem "fantastischen Marketing" ihres Gründungsparteitags. Doch könne "Frühling" die regierende PiS um ihre absolute Mehrheit bringen, fügte Materska-Sosnowska hinzu.

Ihr Gründer ist der erste offen homosexuelle polnische Politiker Robert Biedron, der sich als Bürgermeister der nordpolnischen Stadt Stolp (Slupsk) viel Respekt erworben hatte. Der 42-Jährige hatte Ende 2018 der Kommunalpolitik den Rücken gekehrt, um landesweit eine Alternative zur PiS zu organisieren. Er will mit seiner Partei bereits bei der Europawahl antreten.

Im erzkatholischen Polen tritt Biedron für eine striktere Trennung von Kirche und Staat und die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht ein. Der 42-Jährige fordert gleiche Gehälter für Männer und Frauen sowie mehr Sozialausgaben, etwa für eine Grundrente, und will bis 2035 alle Kohlebergwerke schließen.

In der EU-Politik will Biedron den Kollisionskurs der PiS mit Brüssel beenden. Diese hat seit 2015 eine Reihe von Justizreformen beschlossen, die nach Auffassung der EU-Kommission die Unabhängigkeit der Justiz und damit die Demokratie in Polen bedrohen.

Publizisten schreiben Biedron, mit dem sich selbst Polens Prominenz gerne fotografieren lässt, Showtalent zu – und das Potenzial, auch der Bürgerplattform Konkurrenz zu machen. Denn mit seinem Einsatz für Rechte von Frauen und sexuellen Minderheiten bezieht er im Gegensatz zur größten Oppositionspartei PO klar Position; die Liberalkonservativen bleiben nämlich im Kampf um ein möglichst breites Wählerspektrum in vielen Themen uneindeutig. (AFP/dpa/dk)



#1 SoSoAnonym
  • 11.02.2019, 16:28h
  • Gebt Polen nicht immer so schnell auf.
    Es gibt so viel tolle, moderne Pol*innen.
    Ich drücke die Daumen.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 11.02.2019, 16:29h
  • Wenn Berlin sich Polen gegenüber solidarisch zeigt und die Polen sich nicht zwischen Deutschen und Russen eingekreist und bedroht fühlen müssen, dann kann Polen entspannt die Entwicklung des einstmals erzreaktionären Irland nehmen (über Missbrauch in der allmächtigen kath. Kirche wird in Polen heute sogar schon diskutiert).

    Für die Liberalisierung Polens braucht man aber einen sehr, sehr langen Atem.
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#3 SoSoAnonym
#4 TimonAnonym
  • 11.02.2019, 16:38h
  • Wollen wir hoffen, dass seine Partei noch stärker wird und es wirklich bald einen polnischen Frühling geben wird.
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 JasperAnonym
  • 11.02.2019, 17:38h
  • Ich kann nicht verstehen, wie eine Mehrheit der Polen immer noch eine Partei wählen kann, die den Rechtsstaat sukzessive abbaut, also ihren Bürgern ihre Rechte nimmt...

    Von der EU-Feindlichkeit mal ganz zu schweigen. Wissen die Polen denn wirklich nicht, wie ihr Land ohne die EU aussähe?
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#7 YannickAnonym
  • 11.02.2019, 17:44h
  • Es zeigt sich immer wieder, dass Freiheit und Gleichheit (also auch die Anerkennung von LGBTI, die auch Teil der polnischen Gesellschaft sind), nicht nur gesellschaftlich und kulturell von Vorteil sind, sondern auch der Wirtschaft nützen.

    Von mehr Offenheit und Freiheit gegenüber LGBTI würde auch die polnische Volkswirtschaft profitieren. Damit könnte Polen eine Blüte erleben, die tatsächlich einem Frühling gleich käme.

    Wollen wir hoffen, dass eine Mehrheit der Polen dies erkennt und den Mut hat, für echte Werte wie Menschlichkeit, Freiheit und Gleichheit zu kämpfen.
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#8 Patroklos
  • 11.02.2019, 18:36h
  • Hoffenlich steigt die Partei in der Wählergunst noch weiter und zieht hauptsächlich solche Menschen zu sich, die beim letzten Mal PiS gewählt haben!
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#9 michael008
#10 WolfAnonym
  • 11.02.2019, 21:17h
  • Voraussetzumg ist,dass der Einfluss der reaktionären katholischen Kirche in Polen geringer wird.
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