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Berlin

Nico Hofmann fordert mehr LGBTI-Rollen in Film und Fernsehen

Bei der Kick-off-Veranstaltung der "Queer Media Society" warb mit dem UFA-Chef einer der bedeutendsten deutschen Filmproduzenten für eine selbstverständliche und klischeefreie Darstellung queerer Menschen.


Panel-Diskussion mit den fünf Redner*innen (v.l.n.r.) bei der Kick-off-Veranstaltung: Johannes Kram, Kerstin Polte, Moderatorin Felicia Mutterer, Ulle Schauws, Martin Ganguly, Nico Hofmann (Bild: Axel Bach)

Der deutsche Filmproduzent Nico Hofmann beklagt eine mangelnde Sichtbarkeit sowie problem- und klischeebehaftete Darstellung von LGBTI-Menschen in Film und Fernsehen. "Wir müssen raus aus der Opferrolle, rein in die Selbstverständlichkeit", sagte der Geschäftsführer der UFA GmbH am Montag bei der Kick-off-Veranstaltung der "Queer Media Society" (QMS) als einer von fünf Impuls-Redner*innen in der Berliner "taz"-Kantine.

Er persönlich habe sich beim ZDF-Dreiteiler "Ku'damm 56" für die schwule Rolle des Wolfgang von Boost eingesetzt, berichtete der 59-Jährige, der mehr als 350 Filme produzierte. Vehement warb er zudem für Vielfalt auch hinter der Kamera, schließlich habe der Umgang mit LGBTI-Mitarbeitenden "Auswirkungen auf die Kreativität". Als schwuler Mann spreche er aus eigener Erfahrung, so Hofmann, der erstmals auf einem Community-Event auftrat. Erklärte Hauptziele der "Queer Media Society" sind der Einsatz gegen Diskriminierung und für mehr Sichtbarkeit.

Kram: Ziel ist die Veränderung der Gesellschaft

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Nollendorfblogger und Buchautor Johannes Kram darauf hingewiesen, dass es keine einfache Lösung für ein anderes LGBTI-Bild in den Medien gebe. Der berechtigte Wunsch nach mehr Selbstverständlichkeit dürfe nicht dazu führen, dass die nie aufgearbeitete Leidensgeschichte queerer Menschen ausgeblendet und Minderheiten in der Community ausgegrenzt werden. Die "Queer Media Society" habe eine große Aufgabe vor sich, so Kram: "Lasst uns unsere Gesellschaft verändern, indem wir unsere Medien verändern."

Die lesbische Regisseurin Kerstin Polte wies darauf hin, dass man in amerikanischen TV-Serien in Sachen LGBTI-Sichtbarkeit schon sehr viel weiter sei als in Deutschland. Als positive Beispiele erwähnte sie "Modern Family", "Orange is The New Black" und "Sense 8". Nico Hofmann sieht den deutschen Film zumindest auf einem guten Weg: "Netflix übt einen großen Druck aus, in fünf Jahren wird das auch bei uns anders aussehen."


Auch queer.de-Geschäftsführer (und Autor dieser Meldung) Micha Schulze unterstützt die "Queer Media Society"

Schauws kritisiert Dominanz schwuler Männer

Während der Film- und Medienpädagoge Martin Ganguly über die Notwendigkeit einer Sensibilisierung gerade in der Kinder- und Jugendarbeit sprach, ermahnte die queerpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Ulle Schauws die weit über 100 Gäste der Kick-off-Veranstaltung, dass es beim Thema LGBTI-Sichtbarkeit um die gesamte Community gehen müsse. Die bisherige Dominanz schwuler Männer müsse gebrochen werden.

Dass der Umgang mit Vielfalt nicht immer einfach ist, bekam im Vorfeld auch die vom Autor und Regisseur Kai Pieck initiierte "Queer Media Society" selbst zu spüren. Nach Kritik an ihrem Untertitel "Das Netzwerk nicht-hetero*sexueller Medienschaffender" sucht sie nun eine inkludierende Beschreibung, die die gesamte Community erfasst.



#1 Gerlinde24Profil
  • 11.02.2019, 19:48hBerlin
  • Meine Erfahrung mit einigen Sendern, denen ich meine Drehbücher angeboten habe, ist, dass die dort Heterosexualität der Homosexualität vorziehen. Und, wenn Homosexualität, dann meist die Tunte oder der Lederkerl, also all die vielen unsäglichen Klischees,
    Lesbische oder transsexuelle Frauen oder Drag Kings kommen so selten im deutschen Fernsehen vor, dass man dankbar für jeden Mist ist, der da gesendet wird.
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#2 CanadianSarahAnonym
  • 12.02.2019, 09:33h
  • Wie wäre es mal mit einer besseren und mehr respektablen Darstellung von Transfrauen? Wir sind keine Dragqueens. Mehr Visibilität von Transmännern. Danke.
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#3 Simon HAnonym
  • 12.02.2019, 12:44h
  • Da kann ich mich nur anschließen.

    Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass LGBTI in Filmen und Serien den Stellenwert haben, den sie im realen Leben haben.

    Das hat auch nichts mit LGBTI-Rechten oder so zu tun, sondern schlicht mit Realität.

    Und ich stimme auch der Forderung zu, dass die Darstellung selbstverständlich und klischeefrei sein sollte. Das soll nicht heißen, dass nur heteronormative LGBTI gezeigt werden dürfen, aber auch die Drag-Queen, der Lederkerl, etc. können klischeefrei und ohne Vorurteile gezeigt werden.
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