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Religion in Hollywood

Chris Pratt verteidigt seine "homophobe" Kirche

Die lesbische Schauspielerin Ellen Page kritisiert die Kirche von Actionstar Chris Pratt wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber queeren Menschen. Pratt weist die Vorwürfe zurück, schließlich habe seine Glaubensgemeinschaft auch einen Sünder wie ihn akzeptiert.


Chris Pratt ist vor allem aus der neuesten Folge der "Jurassic Park"-Franchise bekannt, in der er sich auf Dinosaurier-Jagd macht (Bild: Universal Pictures)

Hollywood-Superstar Chris Pratt ("Parks and Recreation", "Jurassic World: Das gefallene Königreich", "Guardians of the Galaxy") verteidigt seine evangelikale Kirche gegen den Vorwurf der Homo- und Transphobie. Der überzeugte Christ besucht einen Ableger der "Hillsong Church", eine 1983 in Australien gegründete Kirche der Pfingstbewegung, deren Anführer Homosexualität als Sünde bezeichnet und sich dafür rühmt, keine homosexuelle Person in einer kirchlichen Führungsposition zu haben. "Hillsong" werden auch Verbindungen in die Homo-"Heiler"-Szene nachgesagt.

Die Megachurch zieht dabei durch moderne Gottesdienst-Präsentation mehrere Hollywood-Stars an – neben Pratt etwa Sänger Justin Bieber, Schauspielerin Selena Gomez oder die Realitystars Kendall und Kylie Jenner. Pratt besucht die Kirche gemeinsam mit seiner neuen Freundin Katherine Schwarzenegger – die 29-Jährige ist die Tochter von Journalistin Maria Shriver und Arnold Schwarzenegger, der als Gouverneur von Kalifornien zwei Mal sein Veto gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht eingelegt hatte (queer.de berichtete).

Page: Kirche "berüchtigt" für ihre antiqueere Haltung


Ellen Page (hier bei einer Veranstaltung auf dem Comic-Con San Diego) kritisiert ihren Kollegen Chris Pratt (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Die Kirche Chris Pratts wurde vergangene Woche von der offen lesbischen Schauspielerin Ellen Page ("Juno", "X-Men", "Freeheld – Jede Liebe ist gleich") in die Schlagzeilen gebracht. Die Kanadierin kritisierte einen Auftritt Pratts in der US-Latenightshow von Komiker Stephen Colbert, in dem der "Jurassic World"-Star über seine religiöse Seite sprach. Page kommentierte dazu am letzten Freitag auf Twitter: "Okay, ähm… Aber seine Kirche ist berüchtigt für ihre Anti-LGBTQ-Haltung. Sollte man nicht auch darüber reden?"

Twitter / EllenPage

Nachdem ihr erster Tweet für Debatten bei Twitter und einen medialen Wirbel sorgte, ergänzte die 31-Jährige am Samstag: "Wenn man ein berühmter Schauspieler ist und einer Organisation angehört, die eine bestimmte Gruppe von Menschen hasst, dann seid nicht überrascht, wenn sich jemand wundert, dass man nicht darüber spricht. Eine Anti-LGBTQ-Haltung zu haben, ist immer falsch. Der Schaden, der dadurch zugefügt wird, ist schwerwiegend."

Twitter / EllenPage

Pratt: "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein"


Chris Pratts Instagram-Eintrag

Am Montag wies Pratt auf Instagram die Vorwürfe zurück – mit dem Bild eines Schafes und dem folgenden Text: "Es wurde kürzlich angedeutet, dass ich zu seiner Kirche gehöre, die 'eine bestimmte Gruppe von Menschen hasst' und 'berüchtigt für ihre Anti-LGBTQ-Haltung' sein soll. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich besuche eine Kirche, die ihre Türen wirklich allen Menschen öffnet."

Der 39-Jährige argumentierte weiter, dass die Kirche ihn nicht verurteilt habe, als er sich letztes Jahr von Schauspielerin Anna Faris ("Scary Movie", "Brokeback Mountain") scheiden ließ. "Trotz der Aussage der Bibel über Scheidungen war meine Kirchengemeinde für mich da. Sie haben nie über mich gerichtet, sondern mich auf meinem Weg begleitet." Seine Kirche habe ihm mit "Liebe und Unterstützung" geholfen. "Ich habe unzählige Male gesehen, dass sie das auch für andere tun, unabhängig von sexueller Orientierung, Rasse und Geschlecht." Er selbst glaube, dass jeder ein Recht auf Liebe habe, ohne von seinen Mitmenschen verurteilt zu werden. Auch ein Bibel-Zitat aus dem Johannes-Evangelium brachte Pratt in seiner Botschaft unter: "Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!"

Pratt wird von rechtsgerichteten Medien wie "Fox News" gerne dafür gelobt, dass er seinen christlichen Glauben in Hollywood klar benenne. In sozialen Netzwerken eilen Konservative Pratt zur Hilfe. So warf Richard Grenell, der umtriebige offen schwule US-Botschafter in Berlin, Ellen Page auf Twitter vor, selbst Hass zu verbreiten: "Es ist keine antihomosexuelle Kirche. Es ist meine Kirche. Und die Kirche meiner Familie". Die Schauspielerin solle ihren "unehrlichen verbalen Hass" zügeln. "Aus ihr ist das geworden, was sie angeblich hasst." (dk)

Twitter / RichardGrenell



#1 WahrheitAnonym
  • 12.02.2019, 12:17h
  • Oh je, da kann sich Pratt ja freuen, dass ihm Grenell zu Hilfe eilt. Der Mann leugnet sogar den Klimawandel und will die Rechten in Europa stärken. Wer solche Allierten hat, braucht keine Feinde mehr!
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#2 Simon HAnonym
  • 12.02.2019, 12:51h
  • "Sie haben nie über mich gerichtet, sondern mich auf meinem Weg begleitet."

    Und genau da liegt sein Denkfehler oder gar seine religiöse Verklärung.

    Es ist eben ein Unterschied, ob man als angeblicher "Sünder" sich deren Doktrin unterwirft, sich als "Sünder" bekennt (er bezeichnet sich ja sogar selbst so) und sich von denen auf dem "Weg der Buße" begleiten (also bevormunden) lässt oder ob man sagt "Deren Buch hat für mich keine Relevanz, ich halte mich nicht daran und lasse mich von niemandem als 'Sünder' oder sonstwas diffamieren.".
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 12.02.2019, 12:57h
  • Wer ein ästhetisches Empfinden hat, dass er in der Lage ist, derartige Instagrambilder zu posten, der kann wohl auch nur Actionschauspieler werden.^^
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#4 Alexander_FAnonym
  • 13.02.2019, 12:21h
  • Chrissimausi ist ja auch nicht der einzige Action-Schauspieler, der groß einen auf christlich macht. Chuck Norris, Keven Sorbo und Mr. T tun das mittlerweile ebenfalls. Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist, dass deren Rollen vergleichsweise immer etwas wortkarg waren und sich solch schlichte Gemüter vielleicht eher Trost in wirren Ansichten suchen.
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#5 Gerlinde24Profil
  • 14.02.2019, 09:56hBerlin
  • "Es wurde kürzlich angedeutet, dass ich zu seiner Kirche gehöre, die 'eine bestimmte Gruppe von Menschen hasst' und 'berüchtigt für ihre Anti-LGBTQ-Haltung' sein soll. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich besuche eine Kirche, die ihre Türen wirklich allen Menschen öffne."

    Mr. Pratt, wenn das so ist, dann sollen Ihre Geistliche homosexuelle Paare trauen, einen homosexuellen oder transsexuellen Menschen zum Pastor ordinieren, oder aufhören mit den entsetzlichen homophoben Predigten, und der Falschinterpretation bestimmter Bibelstellen! Wäre zumindest ein guter Anfang.
    Und solange diese "Kirche" das nicht tut, sondern uns ausgrenzt, so lange wird sie sich gefallen lassen müssen, als das bezeichnet zu werden, was sie ist: homophob, transphob und heuchlerisch!
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#6 Simon HAnonym
  • 14.02.2019, 11:38h
  • Antwort auf #3 von qwertzuiopü
  • Ja, in seinem Instagram-Post fabuliert Chris Pratt von seinem "God of Forgiveness".

    Aber das impliziert ja, dass Homosexualität etwas sei, was man vergeben muss - also eine Verfehlung.

    Was ist aber wenn Leute gar keine Vergebung wollen, eben weil sie wissen, nichts falsch gemacht zu haben. Dann erleben sie die andere Seite dieser Sekte, die nur dann "Forgiveness" zeigt, wenn man bereut und sich unterwürfig zeigt.

    Und Chris Pratt zeigt, dass bei ihm die Gehirnwäsche schon voll eingeschlagen hat und er diese Zusammenhänge nicht mal mehr realisiert.
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#7 Miguel53deProfil
  • 22.03.2019, 05:31hOttawa
  • Ich sage es ja immer wieder. Bei Religionen geht es um Einfluss, Macht und vor allem ums Geld.

    Wenn da ein berühmter Schauspieler Pratt, ein einflussreicher Diplomat Grenell, Mitglied ist, dann wird doch Moral und Bibel mal gern hinten angestellt.

    Billiger kann doch die Werbung nicht kommen. Da darf man eine Scheidung, eine Schwulität, nicht ganz so ernst nehmen.

    Eigentlich sollten das ein Pratt und ein Grenell, auch wissen. Doch da sind wir dann wieder beim Rätsel, warum solche eigentlich klugen Leute überhaupt einer religiösen Gemeinde angehören. Dazu noch einer kleinen Splittergruppe.

    Aber warum zerbrechen wir uns überhaupt die Köpfer über solche Dummheit?
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