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München

Trauer um Gerd Wolter

Der ehemalige Münchner Grünen-Stadtrat und Rosa-Liste-Gründer ist am Samstag im Alter von 77 Jahren gestorben. Er war 1984 der erste offen schwule Kommunalpolitiker in Deutschland.


Gerd Wolter bei einer Rosa-Liste-Veranstaltung im Wahlkampf 1990 (Bild: Horst Middelhoff / Rosa Liste)

Nach dem Tod von Alexander Miklosy im Dezember hat München mit Gerd Wolter erneut einen geschätzen Kommunalpolitiker und Rosa-Liste-Aktivisten verloren. Der ehemalige Grünen-Politiker ist am 9. Februar im Alter von 77 Jahren gestorben, teilte die Stadtratsfraktion Die Grünen-Rosa Liste am Dienstag mit.

Wolter gehörte von 1984 bis 1990 der ersten grünen Stadtratsfraktion in München an. Als erster offen schwul lebender Kommunalpolitiker in Deutschland war er ein Pionier im Kampf um gleiche Rechte für homosexuelle Menschen. 1989 gehörte er zu den Gründern der Rosa Liste, der schwul-lesbischen Wählerinitiative, die seit 1996 im Stadtrat vertreten ist.

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Wolter bloggte auf gayfliegenpilz.de

"Zu einer Zeit, als das öffentliche Bekenntnis zu seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung noch außergewöhnlichen Mut erforderte und an gleichgeschlechtliche Eheschließungen noch überhaupt nicht zu denken war, hat Gerd Wolter die Lebenssituation schwuler Männer auf die Tagesordnung der Politik gesetzt und den Kampf gegen finstere Vorurteile aufgenommen", würdigte Rosa-Liste Stadtrat Thomas Niederbühl seinen langjährigen Weggefährten.

"Als sozialpolitischer Sprecher der Fraktion kümmerte er sich mit viel Empathie um sozial Schwache. Vor allem die Verbesserung der Situation von behinderten Menschen war ihm ein Herzensanliegen, das er mit viel Engagement vertreten hat", erklärte der grün-rosa Fraktionschef Florian Roth. "Die Grünen-Rosa Liste werden Gerd Wolter, einem Vorkämpfer für die Rechte der Schwulen, immer ein ehrendes Andenken bewahren."

Neben seinem Engagement in der Kommunalpolitik war Wolter als Schauspieler und Autor tätig. 1978 gründete er das Münchner Kinder- und Jugendtheater. Er war zudem Herausgeber der alternativen Zeitschrift "Fliegenpilz" und des ehemaligen Onlineportals gayfliegenpilz.de. (cw)