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Zensur

Indonesien: Instagram sperrt Account mit schwulen Comics

Die Regierung hatte mit der kompletten Abschaltung von Instagram gedroht, sollte ihrem Wunsch nach Sperrung des Kontos @alpantuni nicht nachgekommen werden.


Homophobie als Comic verarbeitet: Auszug aus einem Strip von @alpantuni

Mutmaßlich auf Verlangen der indonesischen Regierung hat Instagram ein Konto mit Bildergeschichten entfernt, die vom Alltag eines schwulen Mannes in dem mehrheitlich muslimischen Land berichteten. Auf dem nicht-pornografischen Account mit dem Nutzernamen @alpantuni waren auch zwei Männer zusammen im Bett zu sehen. Indonesiens Kommunikationsminister Rudiantara hatte unter Verweis auf ein Gesetz gegen Pornografie dessen Sperrung verlangt und damit gedroht, Instagram ansonsten in Indonesien ganz abzuschalten.

Ein Sprecher des Ministeriums teilte am Mittwoch mit: "Instagram ist der Aufforderung des Ministers nachgekommen." Die genauen Umstände sind jedoch unklar. Ein regionaler Sprecher des Unternehmens, das zum US-Konzern Facebook gehört, erklärte gegenüber der "New York Times", mit dem plötzlichen Verschwinden des Accounts am Dienstagabend nichts zu tun haben. Die Comics handelten von einem Indonesier namens Alpantuni, der wegen seiner Homosexualität drangsaliert wird. Insgesamt gab es zehn Geschichten.

Situation für LGBTI dramatisch verschlechtert

Der südostasiatische Inselstaat mit mehr als 250 Millionen Einwohnern ist das weltweit bevölkerungsreichste muslimische Land. Homosexualität ist dort in der Regel nicht verboten – mit Ausnahme der streng konservativen Provinz Aceh. Seit 2016 hat sich das Klima für LGBTI in Indonesien jedoch dramatisch verschlechtert.

Im Dezember 2017 verurteilte ein Gericht etwa zehn Männer, die zusammen mit über 100 weiteren Männern bei einer Razzia in einer Schwulensauna in der Hauptstadt Jakarta aufgegriffen worden waren, zu Haftstrafen zwischen zwei und drei Jahren (queer.de berichtete). Sie waren nach einem Gummi-Paragrafen gegen Pornografie verfolgt worden.

In der nordindonesischen Provinz Banda Aceh, in der Scharia-Recht gilt, wurden mehrfach queere Menschen ausgepeitscht (queer.de berichtete). Derzeit überlegt das nationale Parlament, gleichgeschlechtliche "Unzucht" landesweit unter Strafe zu stellen – im regulären Strafgesetzbuch (queer.de berichtete).

Für aktuelle Ängste in der LGBTI-Community sorgt eine offizielle App der Staatsanwaltschaft Jakarta, mit der Bürger Beschwerden über "abweichende religiöse Überzeugungen" melden können. Erst im vergangenen Dezember war in der Stadt Padang ein von Nachbarn angeschwärztes mutmaßlich schwules Paar festgenommen worden (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 thorium222Profil
  • 13.02.2019, 12:31hMr
  • Wow, echt furchtbar.
    Einerseits wünsche ich mir, dass Instagramm rechtlich dagegen vorgeht, solange die Rechtslage dieses Comic, das ja offensichtlich keine Pornografie darstellt, erlaubt.
    Andererseits steht dann zu befürchten, dass man damit in ein Wespennest sticht und Indonesien schwule Beziehungen generell unter Strafe stellt.
    Einfach nur furchtbar.
    Religionen sind wirklich die Geißel der Menschheit.
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#2 TimonAnonym
  • 13.02.2019, 12:47h
  • Instagram hätte es drauf ankommen lassen sollen. Dann hätte das Regime seinen Bürgern erklären müssen, warum sie nicht mehr auf Instagram zugreifen können.

    Aber wie alle diese US-Monopol-Netze hat Instagram sich lieber der Zensur unterworfen, statt für Redefreiheit und Freiheit der Kunst einzustehen.
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#3 Danny387Profil
#4 JoshAnonym
  • 13.02.2019, 15:49h
  • @Danny387
    der jammert rum, dass gerade der Fastenmonat ist und er darf nicht ... Mmfhh.
    und er hat Angst dass er in die Hölle kommt, wenn er im Fastenmonat nicht artig is´.
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#5 JoshAnonym
  • 13.02.2019, 15:57h
  • @Timon
    "die Bürger" werden sich einen Dreck drum kümmern, wenn so ein social network geblockt is´, denn die haben in der großen Mehrheit andere Sorgen ums tägliche Auskommen.

    Ziemlich naive Ansichten von Dir über die Verhältnisse in einem muslimischen Land und über die Befindlichkeiten von Religiösen.

    Den Radikalen sollte man kein Öl auf´s Feuer gießen. Da geht´s nur mit Geduld und ohne großes schwules Schreien. Sonst geht der Schuss nach hinten los.

    (ich hab Familie in Indonesien).
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#6 Simon HAnonym
  • 13.02.2019, 15:58h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Ja, die ursprüngliche Idee des Internet war ja Offenheit.

    Aber Anbieter wie Google, Facebook, & Co haben sich zwar diese Offenheit zunutze gemacht, um groß zu werden, aber jetzt wo sie groß sind, versuchen sie das Internet zu monopolisieren. Und das führt dann z.B. dazu, dass einzelne Dienste wie Instagram entscheiden können, was publiziert wird und was nicht.

    Und Apps haben genau dasselbe Problem:
    so musste z.B. die schwule Dating-App Scruff Bilder von Nutzern zensieren, weil sie sonst aus Apples App-Store rausgeflogen wären. Und da es keine (legalen) Alternativen gibt, ist man damit automatisch beim iPhone raus. Obwohl die Bilder gegen kein Gesetz verstoßen haben.

    Ähnliches hat es ja auch schon in Apples E-Book-Store gegeben, wo ein französicher Roman rausgeschmissen wurde, weil auf dem Cover ein Busen von der Seite zu sehen war.

    Heute entscheiden nicht mehr demokratisch beschlossene Gesetze, was publiziert werden darf und was nicht, sondern private Internetkonzerne. Und diese US-Konzerne wenden dann halt weltweit die prüden US-Ansichten an.
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#7 Simon HAnonym
  • 13.02.2019, 16:03h
  • Antwort auf #5 von Josh
  • Tja, wenn es der Bevölkerung egal ist, wenn Instagram geblockt ist und die selbst dann nicht anfangen, mal kritisch nachzudenken, dann wäre das halt so.

    Wäre aber immer noch besser als wenn Instagram & Co vor solchen Zensurwünschen einknicken.

    Im übrigen sollte niemand irgendwem in den Arsch kriechen. Dass bei solchen Leuten Appeasement-Politik nicht funktioniert, haben wir schon bei Churchill gesehen.
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#8 dellbronx51069Anonym
  • 13.02.2019, 19:40h
  • Antwort auf #7 von Simon H
  • Derjenige der glaubte Appeasement würde funktionieren war Chamberlain.
    Churchill sagte angesichts des Naziterrors : Ich kann Euch nichts anderes bieten als Blut , Schweiss und Tränen .Wir werden uns niemals ergeben. Ich fürchte das uns bald wieder gleiche Verhältnisse ins Hause stehen.
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#9 YannickAnonym
#10 AmurPrideProfil
  • 14.02.2019, 21:07hKöln
  • Antwort auf #9 von Yannick
  • ""..Falsch, die treibende Kraft des frühen Appeasement war Churchill..""

    >>Appeasement-Politik: Im engeren Sinne steht der Begriff für die heute negativ bewertete Politik (policy of appeasement) des britischen Premierministers Neville Chamberlain und einer Gruppe britischer Politiker, der sogenannten Cliveden-Clique, die 1938 im Münchner Abkommen die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich toleriert hatten, um einen Krieg in Europa abzuwenden. Damit führte Chamberlain die Außenpolitik seiner Amtsvorgänger Ramsay MacDonald und Stanley Baldwin fort. MacDonald hatte schon auf der Konferenz von Lausanne 1932 die Franzosen gedrängt, den deutschen Forderungen nach einer Revision des Versailler Vertrags nachzugeben, und gilt daher als Vater der Appeasement-Politik.<< [Wikipedia]

    >>Cliveden-Clique: Als Cliveden Set bezeichnet man eine Gruppe von britischen Politikern mit Neville Chamberlain an der Spitze, die maßgeblich die Appeasement-Politik gegenüber den faschistischen Staaten betrieben. [..] Dieser Gruppe gehörten neben Neville Chamberlain Lord Halifax, Samuel Hoare, John Simon, Kingsley Wood, Philip Kerr, Tom Jones, Ernest Brown, Lady Astor sowie Geoffrey Dawson, der Chefredakteur der Times, an.<< [Wikipedia]

    FAZIT: KEIN Churchill weit und breit. Chamberlain hingegen schon!
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