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DAK-Gesundheit

Erste Krankenkasse erstattet Kosten für die PrEP

Als erste gesetzliche Krankenkasse finanziert die DAK-Gesundheit ihren Versicherten die Medikamente für die HIV-Prophylaxe.


Bei der aus der Deutschen Angestelltenkrankenkasse und der BKK Beiersdorf AG hervorgegangene DAK-Gesundheit mit Sitz in Hamburg sind bundesweit rund sechs Millionen Menschen versichert (Bild: hh oldman / wikipedia)

Die DAK-Gesundheit hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie rückwirkend zum 1. Januar die Kosten für die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) freiwillig erstattet. Das Bundesversicherungsamt hatte vergangene Woche die Genehmigung dazu erteilt. Das Medikament senkt laut Studien das Risiko für Negative, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, auf praktisch Null.

Damit kommt die gesetzliche Krankenkasse der Aufnahme von PrEP als Kassenleistung zuvor. Vergangenen Sommer hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass Versicherte "gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur Präexpositionsprophylaxe erhalten" sollen (queer.de berichtete). Diese Regelung soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Die DAK will maximal 200 Euro pro Quartal abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung erstatten. Das reicht für drei Monatsrationen der aktuell im Handel befindlichen Generika des PrEP-Medikaments Truvada aus.

Mindestalter: 16 Jahre

Die Krankenkasse nennt vier Voraussetzungen für eine Erstattung: Der Versicherte muss mindestens 16 Jahre alt sein. Das verordnete Medikament muss aus den Truvada-Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil bestehen. Das Arzneimittel muss in Deutschland als PrEP-Medikament zugelassen sein. Und es muss ein bedrucktes und abgestempeltes Privatrezept vorliegen, das von einer deutschen Apotheke oder einer ausländischen Versandapotheke entwertet wurde.

Nicht erstattet werden Kosten für Medikamente, die z.B. aus dem Ausland mitgebracht oder eingeführt werden. "Wir möchten, dass unsere Versicherten mit regulären Arzneimitteln versorgt werden, für die auch die entsprechenden Qualitätsstandards erfüllt sind", teilte die DAK-Pressestelle der Deutschen Aids-Hilfe mit.

Die im Rahmen der PrEP notwendigen Vor- und Begleituntersuchungen werden von den behandelnden Ärzten gewöhnlich ebenfalls als Kassenleistung abgerechnet. Im seltenen Fall, dass die Praxis den PrEP-Anwendern dafür eine Privatrechnung ausstellt, werden diese Kosten allerdings nicht von der DAK übernommen.

Die DAK-Gesundheit hatte bereits Ende November mitgeteilt, die PrEP als freiwillige Leistung anbieten zu wollen (queer.de berichtete). Laut dem Bundesversicherungsamt sind andere Anbieter dem Beispiel der Hamburger Krankenkasse bislang nicht gefolgt. Einige private Krankenversicherungen scheinen die Kosten für die PrEP-Medikamente und die begleitenden Untersuchungen zumindest in einzelnen Fällen ebenfalls zu erstatten.

PrEP seit 2012 in den USA erhältlich

Die Erfolgsgeschichte der PrEP begann 2012, als die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erstmals das Medikament, eine Kombination der Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil, nicht nur zur Behandlung einer bereits vorliegenden HIV-Infektion, sondern auch zur Vorbeugung zugelassen hatte. Die Gesundheitsbehörde CDC hat 2015 empfohlen, dass Menschen mit besonders hohem Risiko das Medikament einnehmen sollten – darunter laut CDC rund ein Viertel der sexuell aktiven schwulen und bisexuellen Männer, die HIV-negativ sind (queer.de berichtete). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stimmt inzwischen dieser Einschätzung zu und hat deshalb im Juni 2017 die PrEP-Wirkstoffe in die Liste der "unentbehrlichen Arzneimittel" aufgenommen (queer.de berichtete).

Die Europäische Kommission ließ die PrEP-Nutzung für Erwachsene im Sommer 2016 zu. Seit 2017 ist auch für Erwachsene in Deutschland ein Generikum erhältlich, das die Kosten des Medikaments von 800 auf knapp über 50 Euro pro Monat drückte (queer.de berichtete). (pm/dk)



#1 Simon HAnonym
  • 13.02.2019, 16:00h
  • Das sollte für alle Krankenkassen verpflichtet sein.

    Denn die Prep schützt vor der Ansteckung mit einer unheilbaren Krankheit und mindert deren Ausbreitung. Und die Therapie von Infizierten ist immer noch um ein Vielfaches teurer als die Prep.
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#2 KetzerEhemaliges Profil
  • 13.02.2019, 16:04h
  • Sozialhilfe-Empfänger, die besonders auf eine Übernahme durch die Gesetzlichen Krankenkassen angewiesen sind, können davon übrigens nicht profitieren, sofern sie nicht schon DAK-Mitglieder sind:

    bit.ly/2Stygry
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#3 Marv_DUSAnonym
  • 13.02.2019, 20:47h
  • Antwort auf #2 von Ketzer
  • Das ist deutlich komplizierter und in dieser Absolutheit nicht richtig.

    Sozialhilfeempfänger, die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhalten, können alle einer von zwei Fallgruppen zugeordnet werden: Sie sind entweder "Versicherte der GKV" oder "Nicht-Versicherte, die im Auftrag des Sozialamts betreut werden".

    Zu welcher Fallgruppe man gehört ist weder Entscheidung der GKV noch des Sozialhilfeträgers noch der betroffenen Person, sondern ergibt sich im Wesentlichen aus dem Versicherungsstatus /vor/ dem Sozialhilfebezug.

    "Versicherte der GKV" können auch im Sozialhilfebezug zur DAK wechseln und sich dann ggf. die Kosten der Prep erstatten lassen.

    Bei den "Nicht-Versicherten, im Auftrag Betreuten" entscheidet alleine das Sozialamt, ob die Kosten der Prep übernommen werden. Auch bei denen, die bereits eine Versichertenkarte der DAK haben. Die Kostenübernahme ist daher keineswegs sicher.

    Ja, das ist ungerecht und unverständlich. Wer als Sozialhilfeempfänger nicht weiß, in welche Fallgruppe er gehört kann einfach bei der Kasse nachfragen, ob eine "Versicherung" (§§ 5, 9, 10 SGB V) oder nur ein "Betreuungsverhältnis" (§ 264 SGB V) besteht.

    Gruß
    Marvin

    Zur Entscheidungshoheit des Sozialhilfeträgers über den Leistungsumfang, selbst wenn die Kasse eine Satzungsleistung anbietet:
    § 52 Abs. 1 Satz 2 SGB XII

    dejure.org/gesetze/SGB_XII/52.html

    Das im Link von Ketzer angesprochene Urteil im Volltext:

    sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id
    =185000
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#4 Patroklos
#5 KetzerEhemaliges Profil
#6 FantasMicAnonym
  • 13.02.2019, 22:33h
  • Mittlerweile weiß ich, daß Krankenkassen so etwas gerne versprechen, dem Leistungserbringer (Apotheke, Krankenhaus, etc.) die erbrachte Leistung aber nicht bezahlen.
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#7 markAnonym
  • 08.05.2019, 15:03h
  • Ich bin dagegen, dass die Prep für hiv-negative von den kassen bezahlt wird weil dies
    a) nicht medizinisch notwendig ist
    b) reines Privatvergnügen ist (ficken ohne Kondom) und deshalb die prep dann gefälligst auch selber zahlen muss
    c) kondome muss man auch selber zahlen und werden nicht erstattet von Kassen
    d) Folge der Zahlung der Prep durch die Kassen ist die, dass die Verantwortungslosigkeit, die Untreue noch stärker damit gefördert wird UND die anderen sexuellen Krankheiten (bösartige und gutartige Hpv-Übertragung, (bösartige HPVs verursachen auch Penis und Analkrebs), hiv2, Syphilis, Clamydien, etc etc) rapide zunehmen
    hiv positive können sich es aus gesundheitlichen Gründen übrigens nicht leisten sich zusätzliche Krankheiten einzufangen und die Prep für negative (Medikament Truvada) schützt nunmal nur gegen hiv1.!
    zudem wird durch die Zahlung der Prep
    eine Monogame Partnerschaft und Treue noch mehr an Wert bei Homosexuellen einbüßen und alles noch oberflächlicher - und so kommt es auch.! Dessen bin ich mir sehr sicher. Portale wie romeo usw verkommen dann noch mehr als Fremdgeherportale.
    Ficken ohne Kondom auf Rezept -
    Für die meisten gays ist es geil und die Moral und soziale Verantwortung gehen den Bach runter.
    Traurige erbärmliche Entwicklung.
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#8 WoowAnonym
#9 bruduhuAnonym
  • 13.07.2019, 21:30h
  • Antwort auf #8 von Woow
  • und wo liegt der Fehler? Ich sehe das auch so.

    Zudem:
    Kondome schützen wirklich gegen viel mehr Krankheiten. Warum gibt es also diese Verhütungsmittel (oder generell alle?) nicht umsonst?
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#10 SchlüssigAnonym