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"Die Umkleide darf kein Angstraum sein"

FDP: Bundesregierung tut zu wenig gegen Homophobie im Sport

Die Liberalen fordern mehr Einsatz der Bundesregierung, um den Hass auf Homo- und Transsexuelle im Sportbereich einzudämmen.


Jens Brandenburg ist seit dem Wiedereinzug der FDP in den Bundestag Sprecher für LGBTI-Politik bei den Liberalen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die Freien Demokraten werfen der Bundesregierung vor, nicht ausreichend gegen Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit im Sport vorzugehen. Anlass ist die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion, die queer.de vorliegt.

In der Antwort erklärt das Bundesfamilienministerium, dass die Bundesregierung keinerlei Projekte, die sich auf die Bekämpfung von Homo- und Transphobie im Sport richten, unmittelbar fördere. Außerdem lägen der Regierung "keine Kenntnisse" über das Ausmaß der Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität im Sportbereich vor. Man leiste auch "keinen Beitrag", um Veranstaltungen wie die Gay Games in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

"Die Bundesregierung hat den Handlungsbedarf offenbar nicht erkannt. Sie versteckt sich hinter Prüfaufträgen", kritisierte am Mittwoch der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg, der LGBTI-Sprecher der liberalen Fraktion. "Die Teilnahme deutscher Sportlerinnen und Sportler an internationalen Gay Games sollte die Bundesregierung fördern. Das wäre ein starkes Signal zur Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt."

Brandenburg: Ausgrenzung ist "traurige Realität"

Laut Brandenburg sind Homo- und Transphobie im Sport keine Seltenheit. "Abfällige Sprüche, Ausgrenzung und teils körperliche Übergriffe sind traurige Realität", so der 32-jährige Abgeordnete aus Baden-Württemberg. Er beklagte, dass sich junge Nachwuchssportler im eigenen Coming-out an nur wenigen geouteten Spitzensportlern orientieren könnten. "Die Umkleide darf kein Angstraum sein. Vereine und Trainer brauchen mehr Unterstützung im sensiblen Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt", so Brandenburg.

Britta Dassler, die sportpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, bezeichnete es als "beschämend, wie untätig die Bundesregierung ist, um Homo-, Bi- und Transphobie im Sport entgegenzutreten, und wie wenig Kenntnisse sie über dieses Problem hat". Das behindere die Integrationsfähigkeit des Sports, der allen Menschen offenstehen sollte, sagte die Erlanger Bundestagsabgeordnete. "Die Bundesregierung behauptet zwar, Homophobie zu bekämpfen, jedoch lässt sie ihrem Bekenntnis offenkundig keine Taten folgen. Sie beruft sich auf zu wenig Datenmaterial in der Frage und will die Situation vorerst 'aufmerksam beobachten'. Diskriminierung muss nicht beobachtet, sondern konsequent eingedämmt werden!", so Dassler. (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 13.02.2019, 16:01h
  • Ach, die FDP sorgt sich um Homophobie im Sport, will aber verfolgte LGBTI in Staaten abschieben, wo ihnen nachweislich Verfolgung, Gewalt, Folter und Tod drohen...

    Achja, die Flüchtlinge bringen ja keine Wählerstimmen, aber irgendwelche hippen Sportfans und schwule Spitzensportler mit ihren Gehätern schon... Und das ist halt die Währung, die die FDP interssiert.
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#2 TimonAnonym
  • 13.02.2019, 16:19h
  • Der Kampf gegen Homophobie im Sport ist auch wichtig. Und da müsste auf jeden Fall mehr getan werden.

    Aber gerade von der FDP ist das völlig unglaubwürdig, während denen gleichzeitig die Gesundheit oder gar das Leben von LGBTI-Flüchtlingen egal ist.
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#3 Homonklin44Profil
  • 13.02.2019, 16:39hTauroa Point
  • Bei der Janusgesichtigkeit ist man sich nicht so ganz klar, ob die FDP vielleicht meint, LGBTIQ*-Flüchtlinge könnten durch mehr Homophobie-Bekämpfung im Sport besser vor ihrer Verfolgung im oh so sicheren Heimatland davon rennen. Vielleicht sollte man das dann besonders beim Hürdenlauf berücksichtigen.
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#4 LillyComptonAnonym
  • 13.02.2019, 23:34h
  • Liebe FDP verarschen kann ich mich allein.
    Auf einmal dann doch für die Ideologie.

    Wenn der Grund bei dem Unterschied Geflüchtete vs. Gutbezahlte liegt dann nenn ich das Nazigewäsch.
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#5 Patroklos
  • 14.02.2019, 08:27h
  • Antwort auf #4 von LillyCompton
  • Es geht hier aber nicht um Flüchtlinge und sichere Herkunftsländer, sondern um die Homophobie im Sport und wie ihr der Garaus gemacht wird! Also schön beim Thema bleiben und Polemik hilft hier gar nicht weiter!
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#6 AmurPrideProfil
  • 14.02.2019, 09:44hKöln
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""..Also schön beim Thema bleiben und Polemik hilft hier gar nicht weiter!..""

    Willst Du uns allen Ernstes verbieten die Wahrheit über "Deine" janusgesichtige FDP zu sagen?!?^^
    Gott, schenk ihm bitte Erkenntnis.. oder ersatzweise endlich ein sexdate mit seinem heißgeliebte Politboy Chrissi Lindner.. anders wird seine Betriebsblindheit wohl nie enden!^^
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#7 Patroklos
#8 AmurPrideProfil
  • 14.02.2019, 11:47hKöln
  • Würden Vorbilder durch aktive Sportstars helfen im Kampf gegen Homophobie? Ganz bestimmt. Vorbilder könnten sicherlich hilfreich sein.

    Aber ich glaube nicht das dadurch schon so etwas wie eine Wende eingeleitet werden würde. Denn auch schon Jugendliche wissen instinktiv das es zwischen einem Profisportler und ihnen deutliche Unterschiede bzgl. des jeweiligen Sportumfeldes gibt.

    Als mein Freund und ich uns zu Beginn des Schuljahres 15/16 in unserer Schule als schwules Paar outeten, war uns natürlich klar, das es dann anschließend auch keinen Sinn mehr machen würde, dies weiterhin in unseren Sportvereinen zu verheimlichen.
    Eigentlich hatten wir im Vorfeld erwartet, das es für meinen Freund (Fussball) schlimmer werden würde als für mich (Tennis). Und anfangs sah es auch so aus.
    Denn die Homophobie in der Fussballmannschaft meines Freundes war sofort präsent. Sie war offen, direkt und teilweise echt rüde aggressiv. Aber nach den zwei Wochen Saisonvorbereitung, spätestens nach dem ersten Spiel war das Thema mehr oder weniger durch und mein Freund war weiterhin voll integriert. Seine Mannschaftskamaraden haben ihn in der Folgezeit sogar mehrfach gegen andere homophobe Vereinsmitglieder und homophob pöbelnde Gastspieler verteidigt. Und sie haben ihn auch nicht privat nicht geschnitten. Die ersten Einladungen zu privaten Unternehmungen (abhängen, Kino, Party), die wir als schwules Paar bekommen haben, kamen alle aus dem Umfeld seiner Fussballmannschaft. "11 Freunde sollt ihr sein".. bei ihm traf das wirklich zu! Bis heute zählen viele immer noch zu unserem Freundeskreis und Pfingsten 2019, wenn wir alle endlich 18 oder älter sind, wollen wir als Team beim Come-together-cup starten! :-)

    Ganz anders entwickelte sich die Homophobie in meinem Fall. Außer den üblichen blöden Sprüchen zu Beginn schien das Thema, auch Dank meines Trainers, überraschend schnell und easy durch zu sein. Von den Jugendlichen, egal ob beim Training, bei Mannschaftsspielen oder Turnieren gab's natürlich auch schon mal den einen oder anderen "schrägen" Spruch, i.d.R. erwies sich das aber fast immer als der ungelenke Versuch mit mir über dieses Thema ins Gespräch zu kommen.
    Wie homophob des Tennisumfeld aber in Wirklichkeit war/ist, bekam ich erst im Laufe der Zeit und im Kontakt mit den Erwachsenen mit. 2015 war ich als 15-Jähriger schon so gut, dass das Trainerteam mich als geeignet befand bei den Herren mitzutrainieren. Im Winter 15/16, als ich bei den 3. Herren, alles selbstzahlende Freizeitspieler, mittrainierte und auch bei Mannschaftsspielen zum Einsatz kam, war's noch richtig toll! Aber als ich zu Beginn der Sommersaison dann in die geförderte 2. Herren aufrückte, ging so langsam richtig los. Und diesmal war die Homophobie nicht so offen und direkt greifbar wie in der Fussballmannnschaft meines Freundes, sondern sie war viel subtiler, hintergründiger und vor allem: Hinterlistiger!
    Obwohl ich zu den drei besten Spieler der 2.Herren gehörte, wurde ich permanent geschnitten. Ob's beim Einspielen, bei der Trainingsgruppe oder beim Doppel war: Keiner wollte gerne mit mir spielen. Niemand sprach mehr als das Allernötigste mit mir. Bei Mannschaftseinsätzen konnte mich "leider" niemand mit seinem Auto mitnehmen, beim Einzel war ich der Einzige im Team, der keinen Mannschaftskameraden neben sich auf seiner Bank hatte, bei den ersten drei Doppeleinsätzen gab mein Partner jeweils im ersten Spiel mit einer "Verletzung" auf, beim den abschließenden gemeinsamen Essen setzte sich kein einziges Teammitglied neben mich...So lange ich in der Umkleide war, stellten meine Teammitglieder nur wortlos ihre Taschen ab und gingen wieder, um erst wieder zu kommen nachdem ich die Umkleide verlassen hatte... usw. usw. usw...
    Nach diesem Sommer wechselte ich aufgrund meiner Ranglistenposition in die 1. Herrenmannschaft und hoffte inständig das damit auch dieser homophobe Scheiß aufhören würde. Das Gegenteil war der Fall! jetzt gab es sogar verbales Mobbing. Nicht direkt, aber immer so das ich mithören konnte. "Echt peinlich mit sowas zusammen spielen zu müssen!" "Der kann ja noch nicht mal richtig kämpfen! Aber was soll man von so einem auch anderes erwarten!"Beim dritten Saisonspiel Ende Novemder 2016, als mein Doppelpartner bei 1:0 Satzführung und Break vor im zweiten nach seinem Streit mit dem gegnerischen Doppelpaar mit dem Kommentar: "Auf den ganzen schwulen Scheiß hier hab' ich keinen Bock mehr!" einfach vom Platz ging, war's dann zu viel für mich! Aus der Halle "geflohen", Heulflash auf offener Straße, mein dad angerufen das er mich sofort abholen kommt...
    Danach habe ich mit Tennis als Leistungssport aufgehört...
    Tennis spiele ich heute nur noch mit meinem Freund und meiner Familie...
    Vielleicht gehe ich im Sommer mal zum Hochschultennis...

    WENN man etwas gegen Homophobie im Sport machen möchte, geht das wahrscheinlich am besten über eine Zertifizierung der Vereine.
    Ein Siegel, mit dem die Vereine Fördermittel von Sportbünden und der öffentlichen Hand bekämen und mit dem sie gleichzeitig Werbung für sich machen können. Ähnlich wie beim Siegel "Schule der Vielfalt" ein Siegel "Verein der Vielfalt" kreieren... Bei dem sich die verantwortlichen Personen im Verein (Vorstandsmitglieder, Trainer, Platzwarte, Vereinswirte) einer Schulung mit anschließender Prüfung in Sachen Akzeptanz und Antidiskreminierung unterziehen und alle drei.. vier Jahre wiederholen müssten, um ihre Förderung auch weiterhin zu behalten.
    Ich glaube so ein Konzept könnte dabei helfen Homophobie im Sport zu bekämpfen.
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#9 stephan
  • 14.02.2019, 12:38h
  • Vollkommen richtige Feststellung, dass die Bundesregierung zu wenig gegen Homophobie tut ... aber ist die FDP die Partei, die da immer vorbildlich war?Bei der ELPart z.B. und in der Koalition mit der Union hat die FDP immer gegen 'gleiche Rechte' gestimmt! In der Opposition kann jeder eine große Klappe haben ... dennoch herzlichen Glückwunsch an die FDP zu ihrem Erkenntnisgewinn!
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#10 TheDadProfil