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"Die Umkleide darf kein Angstraum sein"

FDP: Bundes­regierung tut zu wenig gegen Homophobie im Sport

Die Liberalen fordern mehr Einsatz der Bundesregierung, um den Hass auf Homo- und Transsexuelle im Sportbereich einzudämmen.


Jens Brandenburg ist seit dem Wiedereinzug der FDP in den Bundestag Sprecher für LGBTI-Politik bei den Liberalen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

  • 13. Februar 2019, 13:50h 11 2 Min.

Die Freien Demokraten werfen der Bundesregierung vor, nicht ausreichend gegen Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit im Sport vorzugehen. Anlass ist die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion, die queer.de vorliegt.

In der Antwort erklärt das Bundesfamilienministerium, dass die Bundesregierung keinerlei Projekte, die sich auf die Bekämpfung von Homo- und Transphobie im Sport richten, unmittelbar fördere. Außerdem lägen der Regierung "keine Kenntnisse" über das Ausmaß der Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität im Sportbereich vor. Man leiste auch "keinen Beitrag", um Veranstaltungen wie die Gay Games in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

"Die Bundesregierung hat den Handlungsbedarf offenbar nicht erkannt. Sie versteckt sich hinter Prüfaufträgen", kritisierte am Mittwoch der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg, der LGBTI-Sprecher der liberalen Fraktion. "Die Teilnahme deutscher Sportlerinnen und Sportler an internationalen Gay Games sollte die Bundesregierung fördern. Das wäre ein starkes Signal zur Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt."

Brandenburg: Ausgrenzung ist "traurige Realität"

Laut Brandenburg sind Homo- und Transphobie im Sport keine Seltenheit. "Abfällige Sprüche, Ausgrenzung und teils körperliche Übergriffe sind traurige Realität", so der 32-jährige Abgeordnete aus Baden-Württemberg. Er beklagte, dass sich junge Nachwuchssportler im eigenen Coming-out an nur wenigen geouteten Spitzensportlern orientieren könnten. "Die Umkleide darf kein Angstraum sein. Vereine und Trainer brauchen mehr Unterstützung im sensiblen Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt", so Brandenburg.

Britta Dassler, die sportpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, bezeichnete es als "beschämend, wie untätig die Bundesregierung ist, um Homo-, Bi- und Transphobie im Sport entgegenzutreten, und wie wenig Kenntnisse sie über dieses Problem hat". Das behindere die Integrationsfähigkeit des Sports, der allen Menschen offenstehen sollte, sagte die Erlanger Bundestagsabgeordnete. "Die Bundesregierung behauptet zwar, Homophobie zu bekämpfen, jedoch lässt sie ihrem Bekenntnis offenkundig keine Taten folgen. Sie beruft sich auf zu wenig Datenmaterial in der Frage und will die Situation vorerst 'aufmerksam beobachten'. Diskriminierung muss nicht beobachtet, sondern konsequent eingedämmt werden!", so Dassler. (dk)

-w-

#1 Simon HAnonym
  • 13.02.2019, 16:01h
  • Ach, die FDP sorgt sich um Homophobie im Sport, will aber verfolgte LGBTI in Staaten abschieben, wo ihnen nachweislich Verfolgung, Gewalt, Folter und Tod drohen...

    Achja, die Flüchtlinge bringen ja keine Wählerstimmen, aber irgendwelche hippen Sportfans und schwule Spitzensportler mit ihren Gehätern schon... Und das ist halt die Währung, die die FDP interssiert.
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#2 TimonAnonym
  • 13.02.2019, 16:19h
  • Der Kampf gegen Homophobie im Sport ist auch wichtig. Und da müsste auf jeden Fall mehr getan werden.

    Aber gerade von der FDP ist das völlig unglaubwürdig, während denen gleichzeitig die Gesundheit oder gar das Leben von LGBTI-Flüchtlingen egal ist.
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#3 Homonklin44
  • 13.02.2019, 16:39hTauroa Point
  • Bei der Janusgesichtigkeit ist man sich nicht so ganz klar, ob die FDP vielleicht meint, LGBTIQ*-Flüchtlinge könnten durch mehr Homophobie-Bekämpfung im Sport besser vor ihrer Verfolgung im oh so sicheren Heimatland davon rennen. Vielleicht sollte man das dann besonders beim Hürdenlauf berücksichtigen.
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