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Spanien
Kardinal: Sexuelle Vielfalt an Schulen ist "die größte Bedrohung für die Menschheit"
Während sich Bürger und Politiker um Dinge wie Armut, atomare Aufrüstung oder Klimawandel sorgen, hat die Chefetage der katholischen Kirche ganz andere Prioritäten.

Kardinal Cañizares hält es für "stalinistisch", wenn Homo- und Transsexuelle nicht mehr diskriminiert werden dürfen (Bild: Archidiócesis de Valencia)
- 14. Februar 2019, 11:13h 2 Min.
Antonio Kardinal Cañizares Llovera, der Erzbischof im ostspanischen Valencia, hat vergangene Woche bei einer politischen Protestveranstaltung die Erwähnung von sexueller Vielfalt an öffentlichen Schulen als "größte Bedrohung für die Menschheit" bezeichnet. Anlass war ein mit großer Mehrheit im November 2018 verabschiedetes Antidiskriminierungsgesetz im Regionalparlament der Provinz Valencia, das unter anderem Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität an Schulen verbietet – so dürfen Trans-Schüler laut dem Gesetz die Toiletten aufsuchen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. In Lehrplänen werden außerdem Konzepte wie sexuelle Vielfalt und Regenbogenfamilien verankert. Kardinal Cañizares verglich diese Neufassung mit der Politik des sowjetischen Diktators Josef Stalin.
"Die größte Bedrohung für die Menschheit ist die Bedrohung durch das Gender-Gesetz und die Gender-Ideologie", sagte der 73-Jährige laut spanischen Medienberichten. Das Gesetz führe zur "Verfall der Menschheit" und sei in Wirklichkeit ein "stalinistischer" Anschlag auf die Freiheit, da es den Schulen die "Gender-Ideologie" aufzwinge.
Aufruf zum Widerstand gegen Regionalregierung
Der ehemalige Vize-Chef der spanischen Bischofskonferenz setzte in seiner Rede sein Heimatland wegen des Antidiskriminierungsgesetzes mit einer Diktatur gleich und rief zum Widerstand auf: "Wir wollen nicht Sklaven sein wie in Venezuela. Wir wollen frei sein", so der Kardinal. Elternrechte dürften nicht beschnitten werden.
In den letzten Jahren hatte Cañizares immer wieder mit homophoben Äußerungen für Aufregung gesorgt. So warnte er vor der Unterdrückung von Christen in Spanien, das sich in ein "Imperio Gay" ("Homo-Reich") verwandle. Auch andere Äußerungen des Kardinals waren umstritten: So warnte er unlängst vor einer "Invasion der Einwanderer", die Europa gefährdeten. Außerdem redete er mit Blick auf die liberale Abtreibungspolitik den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche klein ("Was an manchen Orten passiert ist, kann nicht verglichen werden mit den Millionen Leben, die durch Abtreibung vernichtet wurden"). (dk)















Da muss man gar nichts mehr zu sagen...