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Katholische Kirche

Bistum Trier: Arbeitskreis "Regenbogenpastoral" gegründet

In Trier will sich die katholische Kirche mehr um homo- und transsexuelle Gläubige kümmern.


Der Regenbogen soll auch in die katholische Kirche Einzug erhalten, zumindest in Trier

Im Bistum Trier hat sich ein Arbeitskreis "Sexuelle und geschlechtliche Identitäten – Regenbogenpastoral" gegründet. Das teilte die römisch-katholische Diözese am Mittwoch auf ihrer Homepage mit. Demnach gehören "Mitarbeitende des Bistums sowie Personen und Initiativen wie Queere Christen Saar-Pfalz, die AG Homosexuelle und Kirche (HuK) oder das SCHMIT-Z (Schwul-lesbisches Zentrum Trier e.V.)" dem Arbeitskreis an. Der Name "Regenbogenpastoral" sei gewählt worden "wegen der eigenen Bezeichnung von LSBTI (lesbisch/schwul/bisexuell/transsexuell/intersexuell)-Menschen als 'Regenbogenmenschen'". Das Wort "Pastoral" bedeutet in der katholischen Kirche den Bereich der Seelsorge.

Die ersten Treffen hätten bereits ab Oktober 2017 in losem Rhythmus stattgefunden. Ab sofort habe man jedoch regelmäßig ein Treffen pro Quartal vereinbart.

Anlass für die Bildung der Gruppe ist das vor gut einem Jahr verabschiedete Abschlussdokument der Trierer Diözesansynode. In dem Dokument (PDF) heißt es: "Ein kontinuierlicher Dialog auf allen Ebenen und die Zusammenarbeit mit gleichgeschlechtlich orientierten Menschen und ihren Verbänden sind selbstverständlich zu pflegen. Ein pastorales und liturgisches Angebot für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ist im Dialog mit gleichgeschlechtlich orientierten Menschen zu entwickeln." Das Papier erkennt auch an, dass die Kirche Homo-Paare diskriminiert: "Eine Haltungsänderung gegenüber Menschen in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften ist anzustreben, um einen respektvollen und nicht abwertenden Umgang mit ihnen herbeizuführen."

"Es ist erfreulich, dass im Nachgang zur Synode Ende 2017 katholische LSBTI-Menschen auf das Bistum zugegangen sind", erklärte Mechthild Schabo, Direktorin für den Bereich Pastoral und Gesellschaft im Bistum Trier. "Sie haben das Angebot gemacht, sich einzubringen, wenn es darum geht, den Dialog zu pflegen und pastorale Angebote zu entwickeln. Das haben wir selbstverständlich gerne aufgegriffen."

"Wir wollen helfen, Brücken zu bauen"

Alexius Klein, Mitglied der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und des Lesben- und Schwulenverbandes, beschrieb seine Beweggründe, bei "Regenbogenpastoral" mitzuarbeiten: "Ich bin getauft und homosexuell – beides macht mich gleichermaßen aus. Für viele ist das jedoch immer noch ein Widerspruch. Wir wollen helfen, Brücken zu bauen, damit wir auf der Basis von Respekt, Mit-Fühlen und Empathie zueinander finden und erkennen, dass wir alle Gottes Kinder sind."

Sehr schnell habe man im Austausch festgestellt, dass es in der Praxis viele Berührungspunkte gebe, beispielsweise in Kindertagesstätten oder in der Jugendpastoral. "Für uns geht es etwa darum, Mitarbeitende in der Pastoral oder den Kitas für das Thema zu sensibilisieren und sprachfähig zu machen", betonte Schabo. Das Thema Homosexualität sei längst in der Seelsorge angekommen. In vielen Familien, Freundes- oder Kollegenkreisen gebe es sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten. "Sie selbst, aber oft auch die Eltern, Großeltern oder Geschwister wünschen sich für ihre Familienangehörigen einen guten Platz in unserer Kirche", so Schabo. "Es sind getaufte, glaubende Menschen, die aber leider allzu oft von der Kirche enttäuscht worden sind."

Ein Arbeitskreis mit dem Titel "Regenbogenpastoral" existiert bereits seit Mitte 2017 im schweizerischen Bistum Basel. Auf der Bistums-Website wird der Arbeitskreis mit den Worten "Größer als alles aber ist die Liebe" vorgestellt.

Die katholische Kirche in Deutschland hat sich zuletzt vermehrt auf Homosexuelle zubewegt. So teilte das Erzbistum Paderborn vor zwei Wochen mit, dass man auch schwule Priester akzeptiere, wenn sie sich an das Zölibat hielten (queer.de berichtete). Daraufhin outete sich vergangenen Samstag erstmals ein Priester des Bistums (queer.de berichtete). Allerdings gibt es auch Gegenbewegungen: So machten etwa Walter Kardinal Brandmüller oder Gerhard Ludwig Kardinal Müller Stimmung gegen sexuelle Minderheiten, indem sie Schwule für den katholischen Missbrauchsskandal verantwortlich machen oder Homo- und Transsexualität pauschal als unvereinbar mit dem katholischen Glauben bezeichnen. (dk)



#1 SprachfuzziAnonym
  • 14.02.2019, 14:56h
  • Ich finde es ja immer ganz amüsant zu sehen, wie sich schon rein sprachlich die galaktische Kluft zwischen diesen Kirchenkaspern und meiner Lebenswelt offenbart.

    Ich bin kein "Regenbogenmensch", und ich habe noch nie gehört, dass sich auch nur ein einziger queerer Mensch so bezeichnet hätte. "Gleichgeschlechtlich orientierte Menschen" - wer Andere schon verbal mit derartig spitzen Fingern anfasst, will ihnen gar nicht wirklich nahekommen. Das Wort "schwul" kommt denen natürlich nicht über die Tastaturen. Vielleicht, weil die Verwendung dieses Begriffes sich einer Tradition verdankt, die der RKK doch immer noch allzu selbstbewusst und politisch ist, und mit politischen Schwulen will man selbstverständlich auch mittelfristig lieber nichts zu tun haben.

    "Die katholische Kirche in Deutschland hat sich zuletzt vermehrt auf Homosexuelle zubewegt."

    Danke, meinerseits besteht kein Bedarf, dass mir von denen irgendjemand näherkommt. Bleibt mir einfach vom Hals.
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#2 snowAnonym
  • 14.02.2019, 15:35h
  • Wow sehr fortschrittlich immerhin gut 30 Jahre nach dem es der Bischoff von Innsbruck getan hat
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#3 YannickAnonym
  • 14.02.2019, 21:02h
  • Wir brauchen keine "Arbeitskreise", die sich um LGBTI "kümmern" wollen (was bei der Kirche heißt: "sie auf den rechten Weg führen").

    Zumal die meisten LGBTI mit dem Thema Kirche längst abgeschlossen haben. (Und nach den immer neuen Kindesmissbrauch-Skandalen glücklicherweise auch immer mehr andere Menschen.)

    Das einzige was wir fordern:

    1. Dass die Kirche sich aus der Politik raushält und demokratisch gefällte Beschlüsse zu 100% akzeptiert.

    2. Dass die Kirche mit ihrer Hetze gegen LGBTI aufhört und endlich jeden Menschen so leben lässt, wie er leben will.

    Das ist alles, was wir fordern, aber das tut die Kirche nicht. Dann können die sich ihre Arbeitskreise und ihre okkulten Riten auch gerne sonstwo hin stecken.
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#4 TheDadProfil
  • 15.02.2019, 22:50hHannover
  • Antwort auf #2 von snow
  • ""Wow sehr fortschrittlich immerhin gut 30 Jahre nach dem es der Bischoff von Innsbruck getan hat""..

    Da kann man mal sehen wie lange sich diese "Homosexuellen" schon weigern auf die RKK zuzugehen..
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