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"Lindenstraße"
Nach TV-Kuss hieß es: "Du schwule Sau, ab ins KZ"
In seinem neuen Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" und in einem Interview erinnert sich Schauspieler Martin Armknecht an den "Skandal"-Kuss mit Georg Uecker im Jahr 1990.

Dass Robert Engel (Martin Armknecht) und Carsten Flöter (Georg Uecker) im deutschen Fernsehen Zärtlichkeiten austauschten, brachte katholische Bischöfe und konservative Politiker vor rund 30 Jahren zur Weißglut (Bild: WDR)
- 15. Februar 2019, 05:05h 2 Min.
Der Schauspieler Martin Armknecht blickt mit gemischten Gefühlen auf seine Zeit als Fiesling Robert Engel in der ARD-Serie "Lindenstraße" zurück. Nachdem er zusammen mit Georg Uecker 1990 einen schwulen Kuss in der Serie austauschte, wurde er offen angefeindet. "Die Leute sind auf der Straße übergriffig geworden, haben mich beschimpft: Du schwule Sau, ab ins KZ", sagte der 56-Jährige in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe).
Er selbst habe über die Kussszene gar nicht nachgedacht, erinnert sich Armknecht. "Ich fand das eher läppsch, es war ja ohnehin so eine androgyne Zeit damals." Doch Georg Uecker habe Morddrohungen bekommen, und selbst die katholische Kirche sei aktiv geworden: "Eines Tages rief mich Lindenstraßen-Chef Hans Geißendörfer zu sich und sagte, der Kardinal habe den Intendanten angerufen. Angeblich soll ich beim Kardinal gewesen sein und hätte mich bitterlich darüber beschwert, dass man mich zwingt, so schlimme Sachen spielen zu müssen. Ich war nie beim Kardinal!"
Vertraglich zugesicherter "Hetero-Ausgleich"

Sein Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" veröffentlichte Martin Armknecht im Selbstverlag
Als Reaktion auf den Shitstorm Anfang der Neunzigerjahre sicherte Geißendörfer in Armknechts Vertrag einen "Hetero-Ausgleich" zu, der jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führte: "Ich war ja dann der bisexuelle Drogendealer. Und da wurden die Reaktionen noch schlimmer", meinte der Schauspieler im "Stadtanzeiger"-Interview.
Martin Armknecht spielte von 1987 bis 1992 in der "Lindenstraße" und kehrte 2014 und 2017 für einige Folgen zurück (queer.de berichtete). In seinem gerade erschienenen Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" (Amazon-Affiliate-Link ) erinnert er sich am diese Zeit. "Erleben Sie mit mir auf humorvolle Weise die Irrungen und Wirrungen eines Schauspielers", heißt es in der Ankündigung des autobiografischen Werkes.
Den ersten schwulen "Lindenstraßen"-Kuss hatte es bereits 1987 gegeben: Damals knutschte Carsten Flöter mit seinem von Günter Barton dargestellten Freund Gert Weinbauer (queer.de berichtete). Dieser zog aber später aus, weil er eifersüchtig auf Robert Engel war. Im März 2020 soll die "Lindenstraße" eingestellt werden (queer.de berichtete). (cw)
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Weia, na das steht den Kirchlichen ja fein zu Gemüte - Konstruieren und Lügen, um ein vermeintliches, durch sie so gewünschtes Blickbild zu erzeugen! Lügen können die Knilche ja sowieso besonders gut.
Solange diesen Kardinal mal keiner gezwungen hat, an "schlimmen Sachen" herum zu spielen ...äh...ist ja alles gut.
Ma schaute die Serie viel und hat sich typisch katholisch ja auch gern über Unheterotistisches aufgeregt, aber auf der Straße angequatscht hätte sie wohl keinen wegen sowas. Dass der Schauspieler solche Übergriffe und Anfeindungen erlebt hat, ist in der Zeit zwar eher gängig, trotzdem übel, wenn dann eine Szene aus einer Rolle hergenommen wird, um über den ganzen Menschen abzuurteilen.
Die Art Sprüche kenne ich aber auch vom dörflichen Umfeld, und Leute müssen nicht mal schwul verdächtigt worden sein. Ein wenig anders, anders denken, sich anders kleiden, ein sanfteres Wesen ... Merkmale genug, um verbal an die Wand gestellt zu werden.
Herr Uecker dürfte da auch seinen Teil mitbekommen haben