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"Lindenstraße"

Nach TV-Kuss hieß es: "Du schwule Sau, ab ins KZ"

In seinem neuen Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" und in einem Interview erinnert sich Schauspieler Martin Armknecht an den "Skandal"-Kuss mit Georg Uecker im Jahr 1990.


Dass Robert Engel (Martin Armknecht) und Carsten Flöter (Georg Uecker) im deutschen Fernsehen Zärtlichkeiten austauschten, brachte katholische Bischöfe und konservative Politiker vor rund 30 Jahren zur Weißglut (Bild: WDR)

Der Schauspieler Martin Armknecht blickt mit gemischten Gefühlen auf seine Zeit als Fiesling Robert Engel in der ARD-Serie "Lindenstraße" zurück. Nachdem er zusammen mit Georg Uecker 1990 einen schwulen Kuss in der Serie austauschte, wurde er offen angefeindet. "Die Leute sind auf der Straße übergriffig geworden, haben mich beschimpft: Du schwule Sau, ab ins KZ", sagte der 56-Jährige in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe).

Er selbst habe über die Kussszene gar nicht nachgedacht, erinnert sich Armknecht. "Ich fand das eher läppsch, es war ja ohnehin so eine androgyne Zeit damals." Doch Georg Uecker habe Morddrohungen bekommen, und selbst die katholische Kirche sei aktiv geworden: "Eines Tages rief mich Lindenstraßen-Chef Hans Geißendörfer zu sich und sagte, der Kardinal habe den Intendanten angerufen. Angeblich soll ich beim Kardinal gewesen sein und hätte mich bitterlich darüber beschwert, dass man mich zwingt, so schlimme Sachen spielen zu müssen. Ich war nie beim Kardinal!"

Vertraglich zugesicherter "Hetero-Ausgleich"


Sein Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" veröffentlichte Martin Armknecht im Selbstverlag

Als Reaktion auf den Shitstorm Anfang der Neunzigerjahre sicherte Geißendörfer in Armknechts Vertrag einen "Hetero-Ausgleich" zu, der jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führte: "Ich war ja dann der bisexuelle Drogendealer. Und da wurden die Reaktionen noch schlimmer", meinte der Schauspieler im "Stadtanzeiger"-Interview.

Martin Armknecht spielte von 1987 bis 1992 in der "Lindenstraße" und kehrte 2014 und 2017 für einige Folgen zurück (queer.de berichtete). In seinem gerade erschienenen Buch "Ich war das Schwein der 'Lindenstraße'" erinnert er sich am diese Zeit. "Erleben Sie mit mir auf humorvolle Weise die Irrungen und Wirrungen eines Schauspielers", heißt es in der Ankündigung des autobiografischen Werkes.

Den ersten schwulen "Lindenstraßen"-Kuss hatte es bereits 1987 gegeben: Damals knutschte Carsten Flöter mit seinem von Günter Barton dargestellten Freund Gert Weinbauer (queer.de berichtete). Dieser zog aber später aus, weil er eifersüchtig auf Robert Engel war. Im März 2020 soll die "Lindenstraße" eingestellt werden (queer.de berichtete). (cw)



#1 Homonklin44Profil
  • 15.02.2019, 08:36hTauroa Point
  • ""Angeblich soll ich beim Kardinal gewesen sein und hätte mich bitterlich darüber beschwert, dass man mich zwingt, so schlimme Sachen spielen zu müssen. Ich war nie beim Kardinal!""

    Weia, na das steht den Kirchlichen ja fein zu Gemüte - Konstruieren und Lügen, um ein vermeintliches, durch sie so gewünschtes Blickbild zu erzeugen! Lügen können die Knilche ja sowieso besonders gut.

    Solange diesen Kardinal mal keiner gezwungen hat, an "schlimmen Sachen" herum zu spielen ...äh...ist ja alles gut.

    Ma schaute die Serie viel und hat sich typisch katholisch ja auch gern über Unheterotistisches aufgeregt, aber auf der Straße angequatscht hätte sie wohl keinen wegen sowas. Dass der Schauspieler solche Übergriffe und Anfeindungen erlebt hat, ist in der Zeit zwar eher gängig, trotzdem übel, wenn dann eine Szene aus einer Rolle hergenommen wird, um über den ganzen Menschen abzuurteilen.

    Die Art Sprüche kenne ich aber auch vom dörflichen Umfeld, und Leute müssen nicht mal schwul verdächtigt worden sein. Ein wenig anders, anders denken, sich anders kleiden, ein sanfteres Wesen ... Merkmale genug, um verbal an die Wand gestellt zu werden.

    Herr Uecker dürfte da auch seinen Teil mitbekommen haben
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#2 TrollerAnonym
  • 15.02.2019, 09:34h
  • "Du schwule Sau, ab ins KZ"

    im Internetzeitalter bei Facebook, Youtube und Co. völlig normale Ausdrücke bei LGBT Themen. Das wird dann auch meistens nicht gelöscht. Teilweise sind diese Knilche schon so selbstsicher, dass sie es unter ihrem echten Namen posten
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#3 PeerAnonym
  • 15.02.2019, 10:05h
  • Auch wenn ich mich frage, wo all die Jahre hin sind:
    soo lange ist das noch nicht her. Und ich kann mich noch gut an die wütenden Reaktionen erinnern.

    Schön, dass wir heute viel weiter sind. Aber traurig, dass wir immer noch nicht am Ziel sind. Ich hatte damals gehofft, dass wir fast 30 Jahre später längst viel weiter sind.
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#4 Julian SAnonym
  • 15.02.2019, 10:15h
  • Antwort auf #2 von Troller
  • Ja, und Facebook, Instagram, Youtube & Co unternehmen NICHTS gegen solche Hetze.

    Für die US-Konzerne Facebook, Google, Apple & Co gehört das angeblich alles zu "freier Rede".

    Aber wehe, jemand zeigt einen Busen, eine Vagina, einen (schlaffen) Penis oder einen Hintern. Oder auch nur ein Bild in zu knapper Unterwäsche. Da sind diese prüden US-Konzerne dann sofort mit der Zensurkeule parat.

    Die versuchen der ganzen Welt ihre US-amerikanischen Moralvorstellungen aufzuzwingen und das Internet ist das ideale Vehikel dafür. Über Jahrzehnte erkämpfte europäische Freiheitsrechte (dass z.B. ein Akt keine Pornografie ist und dass auch ein schlaffer Penis nicht pornografisch ist) werden von diesen prüden US-Konzernen zerstört.
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#5 SolanaceaFlowerAnonym
#6 LotiAnonym
#7 VicciAnonym
  • 15.02.2019, 12:46h
  • Antwort auf #6 von Loti
  • Ich will dir nicht zu nahe treten, allerdings änderst du leider gar nix indem du dich dem Problem entziehst.
    Wenn überhaupt, dann kann doch nur queere Sichtbarkeit in den sozialen Medien (wie auch im realen Leben) einen positiven Effekt auf die Menschen haben - ohne Berührung mit LGBTQ wird doch alles nur noch schlimmer.
    Aber ja, dafür werden wir (weiterhin) leider einiges einstecken müssen...
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#8 Traurig aber wahrAnonym
  • 15.02.2019, 13:20h
  • Antwort auf #7 von Vicci
  • Di willst doch nicht allen Ernstes jemandem raten, sich bei dieser skrupellosen Datenkrake zu explizieren.
    Wer das machen will, bitte schön.
    Aber um des Auftrags zur Sichtbarkeit von LGBTI-Themen willen, jemandem diesen Eingriff in die Privatsphäre nahezulegen, halte ich jedoch für etwas vermessen.
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#9 YannickAnonym
  • 15.02.2019, 15:45h
  • Ich finde ihn heute attraktiver als früher. Früher war er so ein glattes Milchbubi-Jüngelchen. Heute sagt er mir mehr zu.
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#10 VicciAnonym
  • 15.02.2019, 16:29h
  • Antwort auf #8 von Traurig aber wahr
  • Facebook und Co. aus Gründen der Datensammelei zu boykottieren ist etwas anderes.
    Es zu tun um homophoben Hetzern, Rassisten und anderen menschenverachtenden Individuen zu entgehen gießt denke ich mal nur Öl in deren Flamme.
    Leider fallen mir in dem Zusammenhang auch kaum soziale Netzwerke ein die eine ähnlich große Relevanz/Reichweite besitzen, aber KEINE "skrupellosen Datenkraken" sind..
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