Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33012

Filmstart: 21. Februar

"Der verlorene Sohn" und "Can You Ever Forgive Me?" sind "besonders wertvoll"

Diese Woche starten zwei Filme mit LGBTI-Thematik in deutschen Kinosälen: Laut der deutschen Filmbewertungsbehörde sind beide Produktionen Prädikatsfilme.


Lucas Hedges spielt in "Der verlorene Sohn" den jungen Jared, der von seinen Eltern zu einer "Konversionstherapie" gezwungen wird

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat den beiden amerikanischen LGBTI-Filme "Der verlorene Sohn" und "Can You Every Forgive Me?" ihr höchstes Prädikat "besonders wertvoll" verliehen. Beide Filme haben ihren Deutschlandstart am Donnerstag (21. Februar).

Die Prädikate der FBW sind eine Empfehlung für Kinogänger und bringen auch praktische Vorteile für Filmemacher wie die Möglichkeit einer besonderen Förderung oder Vergnügungssteuer-Ermäßigungen. Die Filme werden dabei von einer Jury auf ihre Qualität getestet; sie verteilt als Auszeichnungen das Prädikat "wertvoll" oder "besonders wertvoll". Die Höchstauszeichnung wird jährlich zirka 50 Mal verliehen. Die Bewertungsstelle, die den Status einer Behörde hat, ist nicht zu verwechseln mit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Altersfreigaben verteilt und Feiertagsaufführungsverbote ausspricht.

Film "zeigt Haltung" gegen Homo-"Heilung"


Die laut einer Jury qualitativ hochwertigsten Filme erhalten das Prädikat "besonders wertvoll" (Bild: FBW)

"Der verlorene Sohn" ist ein auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte über christliche Eltern, die ihren Sohn von dessen Homosexualität in einem Camp "heilen" lassen wollen. "Der Film zeigt klar seine Haltung gegenüber dieser Methode, verurteilt aber nicht die Eltern, die in ihrer Verzweiflung und den Vorgaben ihres Glaubens gefangen sind und nur das Beste für ihren Sohn wollen", so begründete die FBW (PDF) die Auszeichnung – und lobte auch die Hauptdarsteller Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges.

Auch formal sei "Der verlorene Sohn" ausgezeichnet: "Die Bilder sind farbreduziert, die Tristesse der klinischen Umgebung spiegelt sich in der Landschaft und im Setting wieder. So kann auch der Zuschauer dem Camp nicht entkommen, was auch an der Kamera liegt, die vor allem für Momente ohne Worte genau die richtigen Bilder findet." So entwickle die Produktion des australischen Schauspielers und Filmemachers Joel Edgerton "eine stille und doch unfassbar eindringliche Kraft, mit der sich auch Jared am Ende des Films befreien kann, um endlich er selbst zu sein".

Viel Lob für Melissa McCarthy

Das Drama "Can You Ever Forgive Me?" beruht ebenfalls auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte der lesbischen Schriftstellerin und Brieffälscherin Lee Israel (Melissa McCarthy) und ihrem schwulen Freund und Komplizen Jack Hook (Richard E. Grant). Die Geschichte des Films von Regisseurin Marielle Heller sei laut FBW (PDF) auf der einen Seite "skurril und regt aufgrund ihrer Absurdität zum Schmunzeln an. Doch der Film ist auf der anderen Seite auch tieftraurig und erzählt die Geschichte einer gescheiterten Existenz, die mit ganz realen Nöten ihr Leben alleine verbringt."


Ulknudel Melissa McCarthy zeigt in "Can You Forgive Me?", dass sie nicht nur in Komödien überzeugen kann (Bild: Fox Searchlight Pictures)

Besonders begeistert zeigte sich die Jury über Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, die bislang eher aus albernen Komödien wie "Brautalarm", "Hangover 3" oder "Central Intelligence" bekannt ist: "Melissa McCarthy ist phänomenal in dieser Rolle und spielt Israel schnodderig schlitzohrig. In ihrer Entschlossenheit, Menschen nicht zu mögen, wirkt die Liebe zu ihrer Katze umso berührender." Die Jury lobte auch Schauspieler Richard E. Grant, der Jack Hook spielt – "und einem Oscar Wilde gleich den perfekten Gegenpart zu Israel bildet". Hellers Erzählton sei "auch dank des exzellenten Drehbuchs von Nicole Holofcener ruhig und fließend, selbst die Enttarnung Israel geschieht ohne künstliche Dramatik", so die Jury. "'Can You Ever Forgive Me?' ist ein wunderbar eleganter, fantastisch gespielter und sorgsam inszenierter Film über eine Schriftstellerin, deren größtes Verbrechen auch ihr bestes Werk war."

Der Film überzeugte auch die Jury der Academy Awards und konnte insgesamt drei Oscar-Nominierungen einheimsen, darunter eine für Melissa McCarthy als beste Hauptdarstellerin und eine für Richard E. Grant als bester Nebendarsteller (queer.de berichtete). Die Produzenten des Films "Der verlorene Sohn" hatten sich ebenfalls Oscar-Hoffnungen gemacht, das Drama ging aber leer aus. (dk)



#1 Miguel53deProfil
  • 18.02.2019, 19:58hOttawa
  • Bisher habe ich nur den Verlorenen Sohn gesehen. Ein herausragender Film. Völlig unverständlich, dass er nicht Oscar nominiert ist.

    Sehr, sehr empfehlenswert und sehr eindringlich. Vor allem, weil er auf realen Fakten beruht.
  • Antworten » | Direktlink »